Gladbach II im Zoostadion: Zehn junge Fohlen und ein alter Hase

Gladbach II im Zoostadion: Zehn junge Fohlen und ein alter Hase

Marcel Podszus (35) hat Gladbach II an die Spitze geschossen und träumt nun von mehr. Am Samstag tritt der Tabellenführer beim WSV an (14 Uhr).

Wuppertal. Satte zwanzig Punkte hat der Wuppertaler SV weniger auf dem Konto als die zweite Mannschaft von Borussia Mönchengladbach, die am Samstag ab 14 Uhr im Stadion am Zoo zu Gast ist. Während Trainer Hans-Günter Bruns daher bereits mit den Kaderplanungen für die kommende Saison beginnen kann, ist sein Kollege Sven Demandt in der Situation, im Fernduell mit den Sportfreunden Lotte um den Aufstieg in die Dritte Liga kämpfen zu dürfen. Seit dem 4:1 bei Rot Weiß Essen am vergangenen Dienstag sind die Jung-Fohlen Tabellenführer. „Das ist schön, aber zum jetzigen Zeitpunkt nicht entscheidend“, sagte Demandt.

Entscheidend ist für den 47-Jährigen, was auf dem Spielfeld passiert. Dort möchte sein Team auch am Samstag wieder eine gute Leistung zeigen und den achten Sieg in Folge holen. Eine erstaunliche Serie, denn Demandt muss sein Team oft umbauen. „In Essen standen sechs andere Spieler in der Startelf als drei Tage zuvor beim 3:1 gegen den VfL Bochum, aber irgendwie bekommen wir dennoch Stabilität in unser Spiel“, sagte Demandt.

Obwohl die Statuten es erlauben, drei Spieler einzusetzen, die älter als 23 Jahre sind, macht der Trainer in Person von Tim Heubach nur bei einer Personalie Gebrauch davon. Doch nach dem Ausfall von Angreifer Fabian Bäcker (Bänderriss im Knöchel) war Demandt in Essen zum Einbau eines zweiten gezwungen und der erledigte RWE quasi im Alleingang. Marcel Podszus erzielte an der Hafenstraße alle vier Treffer. In der ersten Halbzeit gelang dem 35-Jährigen sogar ein lupenreiner Hattrick. „So kann es weitergehen. Ich fühle mich sowieso eher wie 25“, sagte Podszus.

Dessen Ehrgeiz auf die Dritte Liga ist nun nochmal richtig erwacht. „Jetzt haben wir es selbst in der Hand. Vielleicht bekomme ich im Falle des Aufstiegs ja einen Gnadenvertrag“, sagte Podszus. Für Demandt eine durchaus denkbare Lösung. „Wir würden zwar auch eine Etage höher nicht von unserer Philosophie eines Ausbildungsteams abweichen, aber einen, der das ganze zusammenhält braucht es schon.“

Um sich diese Gedanken machen zu können, müssen weiter Punkte her. In Wuppertal sieht Demandt dafür die Trauben hoch hängen. „Der WSV hat nach zwei Niederlagen etwas gut zu machen, dafür kommen wir ihm als Spitzenreiter wahrscheinlich gerade recht. Aber ich hoffe, dass wir darauf vorbereitet sind.“ Vielleicht ist die Frage auch, ob der WSV auf Marcel Podszus vorbereitet ist . . .