Gaetano Manno nimmt Abschied vom Wuppertaler SV

Fußball-Regionalliga : Kapitän Manno sagt Arrivederci

Die sechs Jahre beim WSV bezeichnet der 36-Jährige als seine schönsten. Noch hat er ein großes Ziel - zusammen mit Kollege Silvio Pagano.

Es wird ein emotionaler Abschied, auch wenn es noch nicht das letzte Spiel ist. Das verspricht WSV-Kapitän Gaetano Manno bereits auf der Homepage des Regionalligisten und bedankt sich bei allen im Verein, auf der Tribüne und bei seiner Familie für die Unterstützung. Um die bittet er auch noch für das Spiel gegen Köln am Sonntag und das Pokalfinale gegen Uerdingen sechs Tage später. Nach 19 Jahren Profifußball wird der 36-Jährige seine Profikarriere dann beenden, vielleicht zum Spaß in seiner Heimatstadt Hagen noch ein wenig kicken. „Das Stadion am Zoo ist mein Wohnzimmer, hier habe ich die längste Zeit meiner Karriere verbracht und die schönste neben der in Osnabrück“, sagt Manno. Hier hat er Freunde gefunden, wie Silvio Pagano, mit dem er seit einem Trainingslager in Spanien 2006 (Pagano war nur Vier-Tage-Gast) Kontakt gehalten und dann später auch bei Viktoria Köln und die letzten drei Jahre beim WSV zusammengespielt hat. Ob auch Pagano, der erst 33 ist, seine Karriere beendet, hänge von Gesprächen mit dem WSV ab. „Ich habe immer gesagt, das hier wird meine letzte Station“, sagt Pagano, der nahe des Stadions wohnt und es nicht als sein Ding bezeichnet, noch irgendwo unterklassig die Karriere ausklingen zu lassen.

Beide Deutsch-Italiener haben ein neues berufliches Standbein – Pagano mit zwei Eiscafés, Manno mit einer Caffee-Lounge-Bar. Bei „Da Manno“ hängen Fotos seiner Fußballer-Karriere an der Wand. Stationen in Bochum, Osnabrück, Paderborn, Münster – doch den WSV bezeichnet er als seine Heimat, nicht nur wegen der mehr als 160 Spiele, die er für Rot-Blau absolviert hat und in denen er 49 Treffer markierte. „Hier habe ich nach der Enttäuschung bei Viktoria Köln, wo ich ausgemustert wurde, wieder Spaß am Fußball bekommen“, sagt der Mann, der von der TSG Sprockhövel aus in die große Fußballwelt gestartet war und beim VfL Bochum gar zwei Bundesliga-Spiele absolviert hat. Bei den „schönsten Erinnerungen“ nennt er aber sein erstes Zweitliga-Spiel in Osnabrück, als er an der ausverkauften Bremer Brücke ein Tor zum 2:1-Sieg gegen Freiburg beisteuerte. Und die emotionalsten Momente beim WSV? Manno: „Da erinnere ich mich an das 3:3 gegen Viktoria Köln in unserem ersten Regionalligaspiel nach dem Aufstieg. In der 90. Minute habe ich mir an der eigenen Eckfahne den Ball geholt und am Ende Ercan Aydogmus bedient, der vor fast 6000 Zuschauern den 3:3-Ausgleich erzielt hat.“ „Davor haben wir noch Doppelpass gespielt“, sagt sein Freund Silvio Pagano, der zu seinem schönsten Moment beim WSV mit Blick auf das Pokalfinale sagt: „Ich hoffe, der kommt noch.“ Manno wie Pagano sind überzeugt, dass man auch den Drittligisten ärgern könne, wenn an dem Tag alles passe.

An den KFC hat Manno ohnehin gute Erinnerungen – die beiden Siege in der Aufstiegssaison 2015/2016 – 5:0 im Stadion am Zoo (mit zwei Manno-Toren) und dann das 2:0 in Uerdingen. „Wie 4000 Fans uns gefeiert haben, das war einmalig“, sagt Manno. „Stimmt“, ergänzt Pagano, der damals noch beim KFC gespielt hatte, als Wuppertaler diese Stimmung aber bei aller Enttäuschung stolz registriert hatte. Natürlich nicht ganz so wie 2006, als er damals mit Carl-Zeiss Jena in der vor der WM neu gebauten Münchner Allianz Arena gegen 1860 gespielt hatte – mit 12 000 eigenen Fans im Rücken. Das war vielleicht der schönste Moment meiner Karriere sagt Pagano, der es auf sechs Zweitliga- und mehr als 300 Spiele in unterschiedlichen Regionalligen gebracht hat. Mit Gaetano Manno möglichst noch zweimal auf dem Platz zu stehen, das werde für ihn etwas Besonderes sein. Beide wollen es genießen und möglichst in einer Woche  noch einen erfolgreichen Schlusspunkt setzen.

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