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Ein Mann für die Spielkultur beim Wuppertaler SV

Fußball-Regionalliga : Ein Mann für die Spielkultur

Der Wuppertaler SV hat in seiner Geschichte schon namhafte Spieler aus vielen Nationen gehabt. Ein Portugiese war bisher allerdings nicht darunter. Das hat sich mit Saisonbeginn geändert. An den klangvollen Namen Kevin Rodrigues Pires in der Startaufstellung wird man sich schnell gewöhnen.

„Ein echter Unterschiedsspieler“, preist der Sportliche Leiter Stephan Küsters den erfahrenen Mittelfeldmann im besten Fußballeralter an, der in den vergangenen zwei Jahren in der 3. Liga in Münster gespielt und davor auch schon bei den Sportfreunden Lotte in Liga drei für Furore gesorgt hatte.

In insgesamt 110 Drittligaspielen gelangen dem nur 1,70 m großen, technisch beschlagenen Rodrigues Pires acht Tore und 17 Torvorlagen. Sein gutes Auge bewies er auch am vergangenen Samstag im ersten Pflichtspiel für den Wuppertaler SV, als er vor allem in der ersten Halbzeit immer wieder mit klugen Passen in die Tiefe glänzte, im offensiven Mittelfeld immer anspielbar war. Wenn der Portugiese am Ball ist, passiert etwas, das wissen auch schon seine neuen Mitspieler, die ihn regelrecht suchen.

Wobei dieser Portugiese ein waschechter Kölner ist. Dorthin waren seine Eltern aus Portugal einst gezogen, dort ist er geboren und dort lebt er bis heute. Diese Heimatverbundenheit war auch ein Grund mit, warum Stephan Küsters seinen Wunschspieler nach Wuppertal lotsen konnte, obwohl Rodrigues Pires auch Angebote von Drittligisten vorlagen. „Das wäre aber weiter weg gewesen und ich war über zehn Jahre lang immer weit weg von zu Hause. Die Fahrerei bin ich leid“, sagt der bis Freitag noch 28-Jährige. Dass er im November mit seiner Lebensgefährtin das erste Kind erwartet, habe dabei auch eine Rolle gespielt.

Zunächst einmal hatte Rodrigues Pires, dessen Vertrag in Münster nicht verlängert worden war, bei Stephan Küsters angerufen, den er durch dessen Verbindung zu Münster kennt. „Ich habe nur gefragt, ob ich mich beim WSV fit halten kann“, berichtet er, dass von einer Verpflichtung zunächst nicht die Rede gewesen sei. Doch das änderte sich schnell, es habe für beide Seiten gepasst.

Ein Problem damit, aus der Dritten Liga einen Schritt zurück zu machen, habe er nicht. „Der Wuppertaler SV ist ein Traditionsverein, was hier los sein kann, habe ich im Stadion schon erlebt, als ich einst hier mit Rot-Weiss Essen gespielt habe“, verrät der Portugiese, was ihn am WSV gereizt habe. „Außerdem ist die Qualität im Kader da. Ich denke, dass wir eine gute Rolle spielen können, auch wenn in dieser Liga jeder jeden schlagen kann“, ergänzt er.

Die nächsten Jahre wolle er noch voll auf die Karte Fußball setzen, der seit früher Jugend sein Leben bestimmt. Aus der Jugend des 1. FC Köln war er nach Aachen gewechselt, trainierte dort als 15-Jähriger schon im damaligen Zweitliga-Kader mit, bekam eine Einladung zur portugiesischen U 18-Auswahl, für die er drei Länderspiele bestritt. „Das war ein Riesenerlebnis, das mir keiner mehr nehmen kann“, berichtet er. Nach einem Trainerwechsel dort sei er leider nicht mehr eingeladen worden.

Zu seinen größten Erlebnissen daneben gehörten die DFB-Pokalauftritte mit den Sportfreunden Lotte, als die Lotter nacheinander die Erstligisten Werder Bremen und Bayer Leverkusen, danach noch 1860 München aus dem Wettbewerb warfen und erst in Runde vier an Borussia Dortmund scheiterten.

Seit damals hat ihn auch Stephan Küsters bereits auf dem Schirm. Die Eingewöhnung in Wuppertal gelang nicht nur durch deren gutes Verhältnis für Rodrigues Pires schnell. Mit Jonas-Erwig Drüppel hatte er einst bei Schalkes U 23 zusammengespielt, mit Tim Wendel in Lotte, Marwin Studtrucker und Daniel Grebe kennt er aus vielen Spielen gegeneinander. An seinem heutigen 29. Geburtstag wünscht er sich mit seinen Kollegen natürlich einen Sieg in Lippstadt.

Aus Lippstadt berichten wir am Samstag (Anstoß 14 Uhr) per Liveticker auch darüber, wie der neue WSV-Portugiese spielt.

wz.de/liveticker