Die Topstürmer Kramer und Erwig-Drüppel verlassen den Wuppertaler SV

Fußball-Regionalliga : Kramer, Erwig-Drüppel und Mroß sagen WSV ade

Beim Fußball-Regionalligisten stehen die ersten Abgänge ab. Mroß geht nach Chemnitz. Kramer zum TSV Steinbach.

Während die WSV-Crowdfunding- Aktion weiter Erfolge zeigt - von Freitagmorgen bis frühen Nachmittag stieg der Stand von 29 000 auf 43 000 Euro -  dürfte es auch bei den Kaderveränderungen beim fest an die Rettung glaubenden Wuppertaler SV jetzt Schlag auf Schlag gehen. Beim Donnerstagstraining war zu beobachten, dass sich Torjäger Christopher Kramer und Flügelflitzer Jonas Erwig-Drüppel von der Mannschaft verabschiedeten. Beide offenbar schweren Herzens, denn sie hatten vorher betont, dass sie gerne bleiben würden - doch momentan geht es beim WSV nicht nach Wert für die Mannschaft, sondern auf dem Konto  und der Nachfrage von außen.

Torwart Mroß sucht die
Chance auf Dritte Liga

Am Freitag Nachmittag gab der WSV dann auch den ersten offiziellen Abgang bekannt. Torwart Joshoa Mroß wechselt zum Spitzenreiter der Regionalliga Nordost Chemnitzer FC.  Der 22 Jahre alte Hagener spielt seit fünf Jahren beim WSV, stieg mit ihm in die Regiopnalliga auf und   hatte sich im Saisonverlauf gegenüber Kollege Sebastian Wickl als die Nummer eins erwiesen. Bei Chemnitz habe er sich Chance auf die Dritte Liga. „Diese Möglichkeit können und wollen wir ihm nicht verbauen“, kommentierte Sportvorstand Manuel Bölstler. Fünf, sechs Spieler, so hatte der WSV vorher angekündigt, müssten den Verein verlassen, um die angestrebte Entlastung im Gehaltsetat  von 100 000 Euro bis Saisonende erzielen zu können.

Wohin es Kramer und Erwig-Drüppel zieht, darüber gab es am Freitag weder vom WSV noch von den mutmaßlich aufnehmenden Vereinen eine offizielle Mitteilung. Sie waren im übrigen die einzigen beiden Spieler im Kader, die bisher alle Ligaspiele mitgemacht haben, Kramer war mit zwölf Toren der beste Torschütze, Erwig-Drüppel mit sechs Torvorlagen der beste Vorbereiter.

Bis zum Wochenende könnte sich  noch mehr tun, so ist auch nicht sicher, mit welcher Elf der WSV am Samstag beim Testspiel bei Westfalen-Oberligist SC Paderborn II auflaufen wird (13.30 Uhr, Nachwuchsleistungszentrum, Lise-Meitner-Straße). „Das ist momentan eine Wundertüte, da kann sich stündlich tewas ändern“, sagte Trainer Adrian Alipour gestern vor dem Nachmittagstraining, ohne konkret zu werden.

Seit Dienstag sind auch ständig A-Jugend-Spieler bei den Einheiten der Ersten dabei. Daniel Grebe (Schambeinentzündung) und Dennis Malura (Bandscheibenvorfall) fallen wohl noch länger aus. Len Heinson hat laut Alipour muskuläre Probleme. „Eine Mannschaft werden wir am Samstag auf jeden fall auf den Platz bringen“, versichert der Trainer, oberste Priorität habe aber bis zum 19. Januar zunächst mal die 100 000 Euro zusammenzubringen und gleichzeitig die Mannschaft, die ihm zur Verfügung stehe, fit zu machen. „Das Training ist sehr straff“, bestätigte Mittelfeldspieler Meik Kühnel, der selbst  davon ausgeht, beim WSV zu bleiben. „Das ist der derzeitige Stand.“

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