Wuppertaler SV: Der WSV unterliegt Erndtebrück nach schwacher Vorstellung

Wuppertaler SV : Der WSV unterliegt Erndtebrück nach schwacher Vorstellung

0:4 (0:2) verliert der WSV die Regionalliga-Partie gegen den TuS Erndtebrück. Es war eine der schlechtesten Leistungen der Saison.

Der Wuppertaler SV hat unter Trainer Christian Britscho seine erste Niederlage kassiert — und die war happig. Am Samstag unterlag der Regionalligist nach einer kraftlosen und enttäuschenden Leistung im Heimspiel gegen den Tabellen-17. TuS Erndtebrück mit 0:4 (0:2) und verpatzte den Einstieg in die letzten fünf Saisonwochen mit noch zehn weiteren Partien total. Durch die Niederlage fiel der WSV in der Tabelle auf Platz zehn zurück und konnte keine Werbung für das Westderby gegen Rot-Weiss Essen betreiben, das am kommenden Mittwoch nachgeholt wird (19.30 Uhr, Stadion am Zoo).

Der WSV begann verhalten, so als wolle er bei sonnigen 20 Grad schon mit den in den kommenden Wochen dringend benötigten Kräften haushalten, wurde aber schnell das erste Mal aufgeweckt, denn nach zwölf Minuten stand es plötzlich 1:0 für die mit drei Spitzen angetretenen Gäste. Auf der linken WSV-Abwehrseite wurde der Japaner Yuki Nishiya völlig blankgespielt, drang allein in den Strafraum ein und legte auf den ebenfalls freien Jan-Patrick Kadiata quer. Der hatte keine Mühe, den für Joshua Mroß im Tor stehenden Sebastian Wickl zu überwinden.

Sieben Minuten später hätte der WSV das korrigieren können, als Enes Topal auf der Strafraumlinie von Torschütze Kadiate gefoult wurde, doch Torjäger Christopher Kramer scheiterte vom Elfmeterpunkt aus mit einem stramm geschossenen Ball an Erndtebrücks Torwart Niklas Jakusch. Zehn Minuen später verpasste Kramer die zweite gute WSV-Chance, drang allein in den Strafraum ein, konnte den Ball aber nicht über den herausgeeilten Jakusch heben. Die Quittung kam kurz darauf, als Erndtebrücks Kadiata von Sascha Schünemann praktisch den Ball vorgelegt bekam und aus 14 Metern zum 2:0 für die Gäste traf.

„Aufwachen“ schallte ein Ruf von der spärlich besetzten Tribüne, und Trainer Christian Britscho dürfte wohl Ähnliches gedacht haben. Längst hatte er sich seiner Jacke entledigt und forderte energisch mehr Engagement von seinen Mannen. Allein mit dem sicher vorhandenen spielerischen Potenzial würde das heute nicht reichen, zumal es teilweise haarsträubend war, wie sich der WSV im defensiven Mittelfeld ausspielen ließ. Der Gast setzte durchaus auch auf spielerische Mittel, hatte durch die jüngsten Siege über Dortmund II und Lotte (Pokal) ganz offensichtlich viel Selbstvertrauen getankt.

Umgekehrt wirkte es so, als ob die Sonne jedem WSV-Spieler 40 Prozent Energie abgezapft hätte. Dennis Dowidat, der für Semir Saric auf die linke Offensivseite gerückt war und Andre Mandt, der dafür im Mittelfeld in der Startaufstellung stand, liefen schon nach 30 Minuten oft hinterher.

Nach der Pause brachte Britscho mit Marco Cirillo und Enzo Wirtz zwei frische Offensivkräfte, ließ dafür Innenverteidiger Michael Blum und Sascha Schünemann draußen und stellte hinten auf Dreierkette um. Wirkung zeigte das kaum. Im Gegenteil blieben die Gäste am Drücker und stellten nach 53 Minuten sogar auf 3:0. Kapitän Silvio Pagano hatte im Strafraum gegen Kadiata das Bein stehen lassen, Armend Kabashi verwandelte den fälligen Strafstoß sicher. Dennoch lobte Brischo die beiden jungen Offensivkräfte in der Pressekonferenz nach dem Spiel. Auch Enes Topal hob er positiv hervor. André Mandt schilderte im Gespräch mit der WZ nach der Partie die Enttäuschung im Team.

Die Zuschauer verhielten sich noch gnädig, versuchten sogar die Mannschaft mit vereinzelten WSV-Rufen aufzubauen. Mehr als ein Abseitstor von Enzo Wirtz nach dem ersten richtig schönen Angriff sprang aber zunächst nicht heraus (59.). Und ungläubiges Staunen sowohl auf der Tribüne als auch - so schien es - bei den Gästespielern, als Endtebrücks Stefan Valentini fast im Gegenzug sogar zum 4:0 einköpfen konnte. So einfach hatten sich die Gäste das nach dem Pokalkraftakt gegen Lotte vom Mittwoch wohl nicht vorgestellt.

Beim WSV konnte eigentlich nur noch der junge Marco Cirillo, der sich im Mittelfeld sehr mühte, für einige positive Akzente sorgen. Es war ein gebrauchter erster Sommertag.

WSV: Wickl — Pagano, Uphoff, Blum (46. Wirtz), Heidemann — Schünemann (46. Cirillo), Windmüller, Mandt — Topal, Kramer (63. Saric), Dowidat. Erndtebrück: Jakusch — Ludmann, Rente, Terzic, Svab — Konate, Kabashi, Treude (73. Mirroche) — Nishiya (83. Saka), Valentini (66. Kraft), Kadiata.

Tore: 0:1 (12.) Kadiata, 0:2 Kadiata (29.), 0:3 Kabashi (53., Foulelfmeter), 0:4 Valentini (60.)

Gelb: Kabashi

Schiedsrichter: Mitja Stegemann

Zuschauer: 1967

Nächstes Spiel: WSV — Rot-Weiss Essen, Mittwoch, 11. April 19.30 Uhr, Stadion am Zoo

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