Regionalliga West: Der WSV muss sich dem KFC geschlagen geben

Regionalliga West : Der WSV muss sich dem KFC geschlagen geben

Der Wuppertaler SV kann dem KFC Uerdingen die Meisterschaft nicht verpatzen und unterliegt 0:4 in der Grotenburg.

Der Wuppertaler SV kann den KFC Uerdingen auf dem Weg zur möglichen Meisterschaft in der Fußball-Regionalliga West nicht aufhalten. Vor mehr als 6000 Zuschauern in der Krefelder Grotenburg unterlagen die Wuppertaler dem seit Wochen souverän auftretenden Tabellenführer am Samstag trotz unbestrittener Bemühungen verdient, wenn auch zu hoch mit 0:4 (0:1). Mit einem Sieg am kommenden Sonntag in Wiedenbrück könnte der KFC Platz eins klarmachen, während dem WSV noch einmal eine englische Woche bevorsteht. Vorerst fielen die Rot-Blauen in der Tabelle auf Rang sieben zurück.

Christian Britscho hatte sich für die spielstarke Variante entschieden, im Mittelfeld Sascha Schünemann, Marco Cirillo und Dennis Dowidat aufgeboten. Dafür rückte Gino Windmüller zurück in die Innenverteidigung. In der Viererkette nahm Kevin Pytlik die Linksverteidigerposition für den angeschlagenen Niklas Heidemann ein. Auch Kapitän Gaetano Manno war verletzt nicht dabei.

Zunächst aber ließen die Uerdinger dem WSV kaum Luft zum Atmen, machten vor allem im Mittelfeld unheimlich Druck auf die ballführenden Spieler und gingen dann sofort zum Gegenangriff über. Gino Windmüller hatte mit dem schnellen Ex-Düsseldorf- und HSV-Profi Maximilian Beister seine liebe Not, war aber bei den Ecken, die der KFC sich herausarbeitete, ein Fels in der Brandung.

Nur langsam konnte sich der WSV etwas befreien. Auffällig, dass mit Cirillo ausgerechnet der jüngste Spieler im Mittelfeld noch der durchsetzungsstärkste war. Vorne stieg Christopher Kramer mehrfach mit vollem Körpereinsatz gegen Gegenspieler Mario Erb ein, der nach 39 Minuten ausgewechselt werden musste. Zu diesem Zeitpunkt stand es verdientermaßen bereits 1:0 für die Gastgaber. Ein Ballverlust von Enzo Wirtz im Mittelfeld wirkte sich verhängnisvoll aus, weil auch Verteidiger Kevin Pytlik mit nach vorne geeilt war und die linke WSV-Defensivseite beim folgenden Uerdinger Gegenangriff völlig offen war. So hatte Lucas Musculus freie Bahn, spielte in die Mitte auf Beister, der aus fünf Metern nur noch einschieben musste (21.).

Beister hatte noch eine sehr gute Chance, ansonsten konnte der WSV die Partie anschließend zumindest etwas offener gestalten, ohne aber das Tor von Uerdingens Keeper Rene Vollath ernsthaft in Gefahr zu bringen. Der musste nur in der Nachspielzeit der ersten Halbzeit eingreifen, als Sascha Schünemann aus 25 Metern stramm abzog, allerdings genau in Vollaths Arme. Trotzdem war zur Halbzeit noch alles offen. Ein Remis würde ja schon reichen, um Uerdingen in die Meisterschaftssuppe zu spucken. Die Frage war allerdings, wie lange die Kraft reichen würde.

Die Wuppertaler kamen besser in die zweite Halbzeit. Foto: Kurt Keil

Schießlich hatte der WSV, anders als der KFC, ein Mittwochsspiel in den Beinen und spielte die fünfte englische Woche in Serie. Trotzdem kamen die Gäste besser aus der Kabine. Die Wuppertaler machten nun mehr Druck und hatten durch einen Kopfball von Christopher Kramer nach Flankenlauf des in der ersten Hälfte eher zurückhaltenden Silvio Pagano die erste Chance der zweiten Hälfte. Und der WSV blieb zunächst am Drücker, Uerdingen zunächst seltsam passiv.

Doch nach einer Stunde wurde die bekannte Schwäche bei Standards des Gegners dem WSV wieder einmal zum Verhängnis. Die raffiniert angeschnittene Freistoßflanke von Ex-Wuppertaler Jan Holldack drückte der in eine Lücke stürmende Tancu Öztürk aus fünf Metern über die Linie. Das war natürlich eine schwere Hypothek, zusätzlich zu schweren Beinen. Christian Britscho zog die einzige auf der Bank befindliche Offensivoption, brachte Außenstürmer Semir Saric für Innenverteidiger Tjorben Uphoff. Noch wollte man sich nicht geschlagen geben, stellte auf Dreierkette um und zog Windmüller vor ins Mittelfeld.

Uerdingen wartete routiniert auf Konter. Bei einem davon soll Torwart Sebastian Wickl nach Meinung des guten Schiedsrichters Robin Delfs Lucas Musculus gefällt haben. Dessen Schuss ging zwar vorbei, doch der Schiri zeigte auf den Elfmeterpunkt und nun traf Musculus eben per Strafstoß. Damit war nach 82 Minuten die Entscheidung gefallen. Vier Minuten später setzte Krempicki nach dem nächsten Konter noch einen drauf.

KFC: Vollath — Bittoff, Schorch, Erb (39. Ellguth), Dorda — Öztürk, Krempicki — Müller (26. Holldack), Beister (64. Schwertfeger), Kefkir — Musculus.

WSV: Wickl — Pagano, Uphoff (64. Saric), Windmüller, Pytlik — Schünemann (63. Mandt), Cirillo, Dowidat (84. Grebe) — Topal, Kramer, Wirtz.

Tore: 1:0 Beister (21.), 2:0 Öztürk (62.), 3:0 Musculus (82./Foulelfmeter), 4:0 Krempicki (86.)

Gelb: - / Kramer, Cirillo, Dowidat

Schiedsrichter: Robin Delfs

Zuschauer: 6162 (davon gut 500 aus Wuppertal)

Nächstes Spiel: WSV — Borussia M’gladbach, Dienstag, 8. Mai, 19 Uhr, Stadion am Zoo.

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