Regionalliga Anfangseuphorie des Wuppertaler SV ist weg

Wuppertal · Der Wuppertaler SV legte einen beeindruckenden Start hin. Mittlerweile kamen jedoch Niederlagen hinzu. Nun soll ein neuer Trainer das Team wieder auf die Erfolgsspur bringen.

 Zum Jubeln wie hier nach Marco Terrazzino 2:1-Siegtreffer gegen Fortuna Köln gab es beim WSV zuletzt weniger Grund.

Zum Jubeln wie hier nach Marco Terrazzino 2:1-Siegtreffer gegen Fortuna Köln gab es beim WSV zuletzt weniger Grund.

Foto: Otto Krschak/OTTO KRSCHAK

Es hatte doch so gut begonnen: Nach den ersten vier Spieltagen  machte Fußball-Regionalligist Wuppertaler SV bundesweit Schlagzeilen, weil die Mannschaft des Traditionsklubs ihre vier Auftakt-Siege sämtlich nach Treffern in den Schlussminuten oder sogar der Nachspielzeit erzielt hatte. Saisonübergreifend summierte sich die Erfolgsbilanz unter ihrem Trainer Hüzeyfe Dogan gar auf acht Siege am Stück. Und bis zum sechsten Spieltag thronte die Mannschaft, die nach Platz zwei im Vorjahr als Saisonziel den Aufstieg ausgegeben hatte, auch noch ungeschlagen an der Tabellenspitze. Doch das hat sich inzwischen drastisch geändert.

Nach dem 1:1 in Düren am vergangenen Samstag zum Ende der Hinrunde hat der WSV elf Zähler Rückstand auf Überraschungsspitzenreiter 1. FC Bocholt. Hüzeyfe Dogan, lange als Erfolgstrainer gefeiert, verlor den Draht zur Mannschaft und musste nach dem 1:2 gegen Bocholt eine Woche zuvor gehen. A-Jugend-Trainer Christian Britscho soll interimsmäßig bis zum Winter übernehmen – und danach ein neuer Trainer präsentiert werden. Namen wurden bisher nicht laut. Auf jeden Fall aber soll es ein Trainer mit Fußballlehrer-Schein sein, so wie er in der 3. Liga gefordert ist.

Sein Saisonziel will der WSV also noch nicht abschreiben, auch wenn der Sportliche Leiter Gaetano Manno betont, dass es zunächst darum gehe, die Ergebniskrise zu beenden. Am Samstag kommt mit Alemannia Aachen ein dicker Brocken ins Stadion am Zoo zum ersten Spiel der Rückrunde.

Das Stadion steht nach Rasenerneuerung erst seit November wieder zur Verfügung. Die Alemannia hat den umgekehrten Weg wie der WSV genommen, sich nach der 1:2-Auftaktniederlage gegen den WSV vor 27 000 Zuschauern am Tivoli,  weiteren Schlappen und einem Trainerwechsel auf Platz drei vorgearbeitet. Ein Schlagerspiel also so kurz vor dem Winter, das nicht nur für die Kasse des WSV wichtig ist. Denn von den Aufstiegsplänen scheint in  Wuppertal derzeit viel abzuhängen. Endlich größere Sponsoren zu finden etwa, die den guten Weg des WSV in den vergangenen zwei Jahren honorieren. Bis jetzt hängt bei einem Gesamtetat von 3,2 Millionen Euro fast alles von Hauptsponsor Friedhelm Runge ab. Dessen Zusagen gelten aber vorerst nur noch bis Saisonende. In dieser Gemengelage einen neuen Etat aufzubauen, um überhaupt am Lizensierungsverfahren teilnehmen zu können, ist nicht einfach.

Die Mannschaft hatte derweil immer wieder mit verletzungsbedingten Ausfällen, aber auch selbst eingebrockten Sperren wichtiger Spieler zu kämpfen. Die waren sicher mit ein Grund dafür, dass das Team von September bis Mitte Oktober aus fünf Spielen nur zwei Punkte holte, inklusive Niederlagen gegen die Kellerkinder Velbert und Lippstadt. Zwischendurch schien sie sich noch einmal zu fangen, doch Niederlagen gegen Schlusslicht Ahlen und dann Bocholt ließen die Hoffnungen platzen. Spielerisch hat die Mannschaft bisher selten überzeugt, was die Frage aufwirft, wie stark der Kader wirklich ist. Von den Neuzugängen wussten bisher nur die profierfahrenen Charlison Benschop und Niklas Dams durchgängig zu überzeugen. Gegen Aachen am Samstag kann es die Mannschaft zeigen, sonst droht ein ungemütliches Weihnachtsfest und eine trübe Aussicht auf 2024 – auf herrlich neuem Rasen.

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