WM 2018: TV-Battle zur WM: ARD oder ZDF - der große Vergleich

WM 2018: TV-Battle zur WM: ARD oder ZDF - der große Vergleich

Noch eine Woche, dann ist die WM vorbei. Freitag und Samstag übertrugen ARD und ZDF je zwei Viertelfinalspiele. Zeit für einen Vergleich:

Im ZDF gaben Oliver Schmidt und Béla Réthy eine letzte Bewerbung ab für einen Platz im Finale. Wir plädieren für den alten Wortwitz-Haudegen. „Er steht noch. Jetzt nicht mehr“, spöttelte Réthy über den fallsüchtigen Neymar. Der sonst oft souveräne Schmidt redete sich etwas aus der Favoritenrolle, taufte Corentin Tolisso in Clement um und entzog Cristhian Stuani gänzlich das Recht auf einen Namen („Cavani-Vertreter“). Gerd Gottlob und Tom Bartels haben aus übertragungstechnischen Gründen keine Chance.

In der ARD stehen Alexander Bommes und Matthias Opdenhövel oft getrennt. Leider biegt der Witz auf der Strecke dazwischen oftmals ab oder verpufft an einem der eher nüchternen Experten. Oliver Welke hingegen kann im ZDF witzig, sogar im Zusammenspiel mit seinem eher spröden Vornamensvetter Kahn.

Was der Comedian (rechts im Bild) nicht so gut kann, ist ernst. Im Interview wollte DFB-Manager Oliver Bierhoff erklären, wieso er ein Interview gegeben hat, in dem er was gesagt hat, was dann falsch verstanden wurde. Welke wirkte mehr wie ein Stichwortgeber als ein Fragesteller und vergaß eine wichtige Frage: „Wie konnte das passieren?“ Immerhin schob er sie nach.

Wir wollen Christoph Kramer zurück. Aber der muss sich ja auf die Saison vorbereiten. Leider hat Hannes Wolf aktuell keinen Club. So klug seine Analysen manchmal sein mögen, so sehr geht dem ewigen Lächler der Esprit ab. Etwas elanvoller im Vortrag ist Thomas Hitzlsperger. Am Samstag überzeugte er mit einer sachlichen Analyse zum Krisenmanagement des DFB. Hier zeichnete sich auch Kahn aus. Der im Gegensatz zu Welke die kritischen Fragen an Bierhoff stellte.

Das ZDF hat nach dem deutschen Aus auf Talkshows zum Thema WM beinahe komplett verzichtet. Die ARD dagegen zog das WM-Kwartira durch. So vielversprechend die ersten Sendungen waren, so stark bauten sie ab. Mit einer mäßigen Entschuldigung versuchten Jörg Thadeusz und Micky Beisenherz am Samstag, sich für die Entgleisungen von Oliver Polack in der Sendung zuvor zu entschuldigen. Kurz darauf erzählte dann Ivan Klasnic, wieso er es okay findet, dass Englands John Terry von ihm mal ein bisschen Spucke abbekommen hat. Auch nicht gerade appetitlich.