Das WM-Ranking des Tages: Die Nachkriegspräsidenten des DFB: Macher, Manager, Machtmenschen

Das WM-Ranking des Tages: Die Nachkriegspräsidenten des DFB: Macher, Manager, Machtmenschen

1950-1963: Peco Bauwens (* 24. Dezember 1886 in Köln, † 17. November 1963 in Köln, Bauunternehmer). Der ehemalige FIFA-Schiedsrichter war der erste Nachkriegspräsident, dem seine Nähe zum Nationalsozialismus nicht auch bei öffentlichen Auftritten anzumerken war.

1962-1975: Hermann Gösmann (* 9. Januar 1904 in Ibbenbüren, † 21. Januar 1979 in Osnabrück, Rechtsanwalt). Der Ex-Präsident des VfL Osnabrück war Mitglied in den Exekutivkomitees der FIFA und der UEFA. Höhepunkt seiner Amtszeit war die Ausrichtung der WM 1974.

1975-1992: Hermann Neuberger (* 12. Dezember 1919 in Völklingen/Saarland, † 27. September 1992 in Homburg, Sportjournalist). Der OK-Chef der WM 1974 führte den DFB bis zu seinem Tod 1992. Der national oft kritisierte, im Ausland angesehene Macher führte den DFB in die Moderne.

1992-2001: Egidius Braun (* 27. Februar 1925 in Breinig/Aachen, Kartoffelhändler). Er übernahm das Amt vom verstorbenen Neuberger, dessen kritischer Gegenpol er gewesen war. Braun setzte mit seinem sozialen Gewissen Akzente, die wie die Egidius-Braun-Stiftung Bestand haben.

2001-2006: Gerhard Mayer-Vorfelder (* 3. März 1933 in Mannheim, † 17. August 2015 in Stuttgart, Jurist und Politiker). Er stand für die Professionalisierung des Fußballs; ein machtbewusster Boss, der in der Krise 2004 eine Abwahl vermied, indem er eine Übergangszeit mit Zwanziger aushandelte.

2004-2012: Theo Zwanziger (* 6. Juni 1945 in Altendiez, Jurist). Der Schatzmeister bildete mit „MV“ bis 2006 eine Doppelspitze. Er betonte die gesellschaftliche Verantwortung des Fußballs. Gegen den Vorwurf der Beteiligung an der Sommermärchen-Affäre wehrt er sich juristisch.

2012-2015: Wolfgang Niersbach (* 30. November 1950 in Rommerskirchen, Sportjournalist). Medienchef, Generalsekretär, DFB-Präsident: Der Aufstieg war steil, der Absturz durch die WM-Affäre hart. Nachfolger wurde 2016 der CDU-Bundestagsabgeordnete Reinhard Grindel.