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Testspiel gegen Saudi-Arabien: Die deutschen Spieler in der Einzelkritik: Neuer wirkt, als habe es seine Pause nicht gegeben

Testspiel gegen Saudi-Arabien : Die deutschen Spieler in der Einzelkritik: Neuer wirkt, als habe es seine Pause nicht gegeben

Die DFB-Elf gewinnt im letzten WM-Test gegen Saudi-Arabien mit 2:1. Die deutschen Spieler in der Einzelkritik:

Manuel Neuer: Dankbar für jeden Ball, den er berühren darf, es waren ja nicht so viele in den vergangenen Monaten. Macht nicht den Eindruck, als habe es diese Monate ohne ihn gegeben. Das ist die beste Botschaft vor dem Turnier. Nach der Pause durfte ter Stegen ran.

Joshua Kimmich: Schöner Pass vor dem 1:0 auf Tor-Vorbereiter Reus. Kimmich schaut auch gegen Saudi-Arabien so drein, als wären wir schon sieben Spiele weiter und schrieben den 15. Juli, den Tag des WM-Endspiels. Dieser Weg allerdings ist noch sehr weit.

Jerome Boateng: Erste ernsthafte Bemühung nach längerer Verletzungspause, in Russland ein ernsthafter WM-Verteidiger zu werden. Hielt durch, der Wechsel auf Süle zur Pause war abgesprochen.

Mats Hummels: Stand taktisch als tiefster Spieler zunächst an der Mittellinie und hatte gegen den kleinen Al-Mullawad im direkten Duell keine Probleme. Fing mit feinen Außenristpässen und meckerte dann im Duett mit Boateng wie ein Rohrspatz auf fehlende defensive Kompaktheit, die viel zu viel Arbeit produzierte. Und war mega genervt, als er noch einen Elfmeter verursachte.

Jonas Hector: Unauffällig, vielleicht hatte er sich nach seinen Stellungsfehlern im Test-Debakel gegen Österreich vorgenommen, erst einmal defensiv schadlos zu bleiben. Das nahm ihm den offensiven Verve, den er ja schon nachgewiesen hat.

Sami Khedira: In Spielen wie gegen gute Österreicher, als er vor der Pause ein guter Stabilisator war, ist Khedira besser geeignet als in Tests gegen Saudi-Arabien.

Toni Kroos: Man merkt ihm zwei Dinge an: Dass er kicken kann. Und dass er in Spielen wie am Freitag bewusst mit angezogener Handbremse spielt. Hoffentlich kann er sie rechtzeitig lösen.

Thomas Müller: Spielte immer wieder lange Seitenwechsel, nicht alles kam an. Winkt und mault danach immer, meistens kasteit er sich dabei selbst. Half beim Eigentor von Hawsawi entscheidend mit, wollte danach noch sein eigenes und übersah dabei einmal Kimmich. Raus für Brandt.

Marco Reus: Das scheint eingeübt: Die langen Bälle aus dem Mittelfeld kommen gerne diagonal zu Reus, der legt technisch gekonnt in die Mitte - und dann hämmert jemand das Spielgerät über die Linie oder tritt wahlweise ein Loch in die Luft. So fiel das 1:0. Kimmich — Reus — Werner. Hoffentlich haben nicht zu viele zugeschaut. Die gute Nachricht: Reus hat sich nicht verletzt. Raus für Gündogan, der ausgepfiffen wurde und komplett ohne Selbstbewusstsein agierte. Wirkt, als nähme Löw besser noch jemand anderen mit.

Julian Draxler: Zunächst agil, die kleinen Ungenauigkeiten nerven aber. Fiel dann auch ab. Trotzdem Startelfkandidat für die WM, sollte er nicht für Reus weichen, wenn Özil in die Zentrale zurückkehren sollte. Mit vielen Draxlers wird man aber kaum Weltmeister.

Timo Werner: Viele erwarten, dass er ein Star dieser WM wird. Sollte es so kommen, hat er den Startschuss in Leverkusen gegeben. Hämmerte den von Reus abgelegten Ball mit links unter die Latte, als hätte Torwart Al-Mayouf ihm die Frau ausgespannt. Bereitete auch das 2:0 vor. Dann kam Gomez.