DFB-Quartier im Paradies - Sao Paulo am beliebtesten

DFB-Quartier im Paradies - Sao Paulo am beliebtesten

Berlin (dpa) - Palmen und weißer Sandstrand kennzeichnen das idyllische Fischerdörfchen Santo André. In der Abgeschiedenheit des Küstenörtchens im brasilianischen Norden entspannen gelegentlich Schauspieler wie Leonardo DiCaprio oder Tom Cruise.

Mit der Ruhe ist es allerdings schon länger vorbei. Rund 200 Arbeiter schuften im Schichtdienst, damit das Campo Bahia, das WM-Quartier der deutschen Fußball-Nationalmannschaft rechtzeitig fertig wird. Bundestrainer Joachim Löw und die 23 deutschen Nationalspieler werden am 8. Juni eintreffen und als erste Gäste die Hotelanlage am Strand beziehen.

„Das Wichtige ist: Wenn die Mannschaft kommt, wird alles fertig sein und alles für die Spieler passen“, versicherte Teammanager Oliver Bierhoff nach seiner jüngsten Stippvisite vor Ort. „Und selbst wenn es nicht passen würde“, werde man flexibel sein: „Wir lamentieren nicht!“ Als einziges der 32 WM-Teams beziehen Deutschlands Elitespieler keine bereits vorhandene Anlage. Campo Bahia ist ein Ressort, knapp 30 Kilometer vom impulsiven Badeort Porto Seguro im Bundesstaat Bahia gelegen, mit Trainingsplatz in Sichtweite, Flughafen in der Nähe und einer relativ kurzen Anreise zu den Orten der Vorrundenspiele. Salvador, Fortaleza und Recife liegen alle in der gleichen Klimazone.

Allein 15 Teams logieren im Einzugsgebiet der Millionen-Metropole Sao Paulo, vier in der Nähe von Rio de Janeiro. Die Mannschaft des Gastgeberlandes wohnt eine gute Autostunde vom Zuckerhut entfernt - inmitten einer grünen Berglandschaft in Teresopolis. Hier ist von der Hektik der Karnevalsmetropole Rio nichts zu spüren. Der brasilianische Fußballverband soll gut fünf Millionen Euro investiert haben, um das Verbandsgelände des CBF zu einer topmodernen Anlage auszubauen. „Wir haben vom CBF alles bekommen, was wir brauchen“, sagte Nationalcoach Luiz Felipe Scolari.

Vor und nach jeder Partie wird sich der fünfmalige Weltmeister auf das 8500 Quadratmeter große Areal zurückziehen. Den Spielern steht hier sogar ein eigener Friseursalon und ein Hallenbad zur Verfügung. Jeder Spieler erhält sein eigenes, supermodern ausgestattetes Zimmer. Das Gelände wird während der WM hermetisch abgeriegelt, damit die Seleçao die Mission Titelgewinn in Ruhe angehen kann.

Von all zu viel Abgeschiedenheit scheinen die Engländer nichts zu halten. Die „Three Lions“ trainieren direkt unterm Zuckerhut in Rio. Wie die „Bunte“ berichtete, handelt es sich beim Team-Quartier im „Royal Tulip Beachhotel“ um ein vermeintliches Gangster-Hotel, in dem es schon zu Schießereien und Geiselnahmen gekommen sein soll.

Das Team des deutschen Gruppengegners USA hat sein Lager in Sao Paulo bezogen. Die Mannschaft von Jürgen Klinsmann muss beim Hin- und Herfliegen zwischen der Basis und den Vorrundenspielen in Natal, Manaus und Recife über 14 000 Kilometer zurückliegen. Das DFB-Team bleibt in der Vorrunde unter 6000 Kilometern. Den US-Boys macht das lange Reisen aber nichts aus. „Wir sind lange Flüge gewohnt. Von der Ost- bis zur Westküste in den USA sind wir sechs, sieben Stunden unterwegs“, verdeutlichte der frühere DFB-Teamchef.

Die meisten Mannschaften achteten bei ihrer Quartierwahl auf kurze Wege zwischen Wohnraum und Trainingsplatz. Die Italiener logieren im Portobello Luxus-Resort in Mangaratiba bei Rio de Janeiro. Auch Kroatien hat in Praia do Forte seinen Fußballplatz direkt am Atlantikstrand.

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