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Traumstart für Seleção beim Confed-Cup

Traumstart für Seleção beim Confed-Cup

3:0-Erfolg gegen Japan. Doch die Partylaune wurde durch Proteste und Pfiffe für Staatschefin Rousseff und den Fifa-Boss Blatter getrübt.

Rio de Janeiro. Der Ball rollt bei der Confederations-Cup-Premiere in Brasilien und der Gastgeber hat sich gleich zu Beginn auf dem Rasen gut in Szene gesetzt. Der 3:0-Sieg über Japan mit einem Traumtor von Stürmerstar Neymar ließ Trainer Luiz Felipe Scolari und die Fans aufatmen. Den Auftakt dürften sich die Organisatoren und vermutlich auch die Fifa dennoch etwas harmonischer vorgestellt haben. Denn vor dem Stadion in Brasília kam es wieder zu Zusammenstößen zwischen der Polizei und Anti-WM-Demonstranten.

„Einige Momente lang verwandelte sich die Umgebung des Mané-Garrincha-Stadions am Samstag in ein wahrhaftes Schlachtfeld“, beschrieb das Internetportal globeesporte.com die tumultartigen Szenen. Hunderte Demonstranten hatten vor dem Stadion wie schon am Freitag gegen die Milliarden-Investitionen für die anstehenden Sport-Großereignisse in Brasilien protestiert. Zunächst friedlich, dann eskalierte die Situation aber.

Die Polizei ging mit Tränengas, Schlagstöcken und Gummigeschossen gegen die Demonstranten vor. Es gab über zwei Dutzend Leichtverletzte und rund 30 Festnahmen. Doch nach den Protesten begann die Party im nagelneuen Stadion der brasilianischen Hauptstadt. Mit einer halbstündigen bunten Folklore-Show wurde die WM-Generalprobe eröffnet. Im Stadion waren beim Spiel 67 423 Fans. Die Warteschlangen waren erträglich. Nach 30 bis 45 Minuten waren die Zuschauer durch die Kontrollen und im Stadion.

Einige Zuschauer saßen auf den Treppen, weil die Sitznummern auf ihren Tickets offenbar nicht existierten. Einige hatten nach lokalen Medienangaben Glück und bekamen sogar bessere Sitze angeboten. Auch ein kurzfristiger Engpass an „Hotdog“-Ständen wurde zügig behoben. Laute Pfiffe und Buhrufe mussten sich Präsidentin Dilma Rousseff und Fifa-Präsident Joseph Blatter gefallen lassen. Die anfängliche Missstimmung wurde durch den Seleção-Sieg wettgemacht. Dennoch war auf der Ehrentribüne nicht alles Sonnenschein, wenn man der brasilianischen Agentur „Agencia Estado“ Glauben schenkt. Danach lehnte es Rousseff ab, dass der Chef des nationalen Fußballverbandes (CBF), José Maria Marin, während der Eröffnungszeremonie neben ihr platziert wird. Marin (81) ist nicht unumstritten wegen seiner Rolle während der Militärdiktatur (1964-1985). Rousseff war während dieser Zeit im Widerstand. Ihr Verhältnis gilt als angespannt. Dennoch zeigten offizielle CBF-Fotos beide auch lächelnd nebeneinander. dpa