Nach Sperre: Fußballer von Viktoria Krefeld spricht Drohung aus

Gewalt im Fußball : Nach Sperre wegen Beleidigung und Bedrohung: Fußballer von Viktoria Krefeld spricht heftige Drohung aus

Ein Spieler von Viktoria Krefeld wurde wegen grober Beleidigung und Bedrohung des Schiedsrichters für ein Jahr gesperrt. Danach bedrohte er den Vorsitzenden des Fußball-Schiedsgerichts heftig.

Die Verrohung im Amateurfußballsport scheint kaum noch Grenzen zu kennen. Ein besonders besorgniserregender Fall wird voraussichtlich bald Thema für die Polizei werden. In den vergangenen Tagen wurde Reiner Hohn, Vorsitzender des Kreissportgerichts, von einem erst kürzlich wegen Beleidigung zu einer einjährigen Sperre verurteilten Spieler in den Sozialen Netzwerken bedroht und beleidigt.

Der Eintrag auf Facebook macht fassungslos. Der Spieler des SC Viktoria Krefeld beleidigt in diesem Beitrag den Sportgerichtsvorsitzenden aufs Übelste. Der WZ-Redaktion liegt der Ausdruck des Facebook-Postings vor. In dem Post heißt es unter anderem: „Dir (Reiner Hohn, Anm. d. Red.) sollte man in die Fresse treten.“ Der Beitrag wurde mittlerweile wieder gelöscht. Auf Nachfrage erklärte Reiner Hohn: „Ich habe den Westdeutschen Fußballverband hiervon in Kenntnis gesetzt und werde natürlich auch Strafantrag bei der Polizei stellen.“

Spieler wegen Beleidigung und Bedrohung verurteilt

Auslöser der Beleidigung war wahrscheinlich ein Urteil der Kreisspruchkammer vom 17. Oktober 2019, in dem der Spieler wegen grober Beleidigung und Bedrohung des Schiedsrichters zu einer Sperre von einem Jahr verurteilt worden war. Die Sperre begann am 16. Oktober 2019 und endet erst am 17. Oktober 2020. Gegenstand des Verfahrens war der Spielabbruch am 22. September in der Kreisliga B zwischen der Reserve von Viktoria Krefeld und Spielsport Krefeld. Beim Stand von 4:1 für Spielsport musste Schiedsrichter Bekir Durmus die Begegnung abbrechen. Der genannte Spieler meckerte nach Auskunft des Kreissportgerichts über einen längeren Zeitraum. Selbst nach Zeigen der Gelben Karte ließ sich der Spieler nicht beruhigen. Er wurde mit Gelb-Rot vom Platz geschickt. Da der Spieler anschließend den Schiedsrichter grob beleidigte, war das hohe Strafmaß nach Aussage des Vorsitzenden Hohn angemessen. Das Spiel wurde schließlich mit 4:1 für Spielsport gewertet.

Der Verein distanziert sich von dem Verhalten des Spielers. So erklärte der Vorsitzende Markus Eitner im Zuge der Verhandlung, dass der SC Viktoria jedes Strafmaß gegen den Spieler akzeptieren würde. Darüber hinaus teilte Eitner mit, dass es einen Beschluss gebe, den Spieler zukünftig nicht mehr für den Verein spielen zu lassen.

In dieser prekären Angelegenheit wird sich auch der Deutsche Fußballbund (DFB) einschalten. Peter Frymuth, der neben seinen beiden Ämtern als Präsident des Fußballverbandes Niederrhein (FVN) sowie des Westdeutschen Fußballverbandes (WFV) auch einer der Vizepräsidenten des DFB ist, nahm Kontakt zu Reiner Hohn auf und wird diese Angelegenheit zum Thema bei der nächsten Arbeitsbesprechung des DFB machen.

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