Oberliga Westfalen: Marl-Hüls meldet Team nach Posse um Legat ab

Oberliga Westfalen : Marl-Hüls meldet Team nach Posse um Legat ab

Marl. Im Streit um das Trainer-Engagement von Ex-Fußball-Profi Thorsten Legat bei Westfalen-Oberligist TSV Marl-Hüls ist eine Entscheidung gefallen: Das Team um Kapitän Pierre Nowitzki hat am Freitag erklärt, im nächsten Meisterschaftsspiel am Sonntag (15 Uhr) bei Arminia Bielefeld II nicht mehr anzutreten.

Damit wird die Mannschaft wohl vom Spielbetrieb abgemeldet. Anfang Oktober war Legat laut Medienberichten erstmals am Loekamp aufgelaufen, sollte laut Gerüchten dort vom Vorstand als Trainer der ersten Mannschaft installiert werden. So weit, so gut, doch die Spieler sollten gleichzeitg auf einen Teil ihres Gehaltes verzichten.

Wie es dazu kam: Nachdem Michael Schrank als Trainer bei Marl zurückgetreten war, hatte zunächst Kapitän Pierre Nowitzki mit drei weiteren Spielern das Training übernommen. Gegen den Metzelder-Klub Haltern hatte es in der Folge eine 0:3-Niederlage gegeben - trotz Motivationsrede von Thorsten Legat vor dem Derby gegen den TuS Haltern. Ein Engagement Legats als Cheftrainer soll zu diesem Zeitpunkt gleichwohl noch kein Thema gewesen sein, berichtet das Portal fussball.de.

Doch dann der Paukenschlag. Der Verein stellte seine Spieler nur wenige Tage später vor die Wahl: Entweder mit Legat als neuem Trainer weiterzumachen und zum Erhalt des Spielbetriebs auf Geld zu verzichten oder den Dienst mit sofortiger Wirkung zu quittieren. Legat hätte laut Bericht zunächst bis zur Winterpause das Traineramt übernehmen sollen, sein Gehalt wollte ein Sponsor bezahlen, die leere Kasse des TSV sollte durch den 243-fachen Bundesligaspieler nicht belastet werden.

Dennoch sollten die Spieler einen finanziellen Ausgleich schaffen. Warum, das erklärte der Vorsitzende des Gesamtvereins, Bertram Weh, mit falschen Versprechungen des vor fast einem Monat komplett zurückgetretenen Fußball-Vorstands des TSV. Dieser soll wiederholt erklärt haben, dass der Etat für die laufende Saison gesichert sei. „Das war Augenwischerei“, sagte Bertram Weh gegenüber der Marler Zeitung . Das Geld reiche noch nicht einmal bis zum Ende der Hinrunde, heißt es weiter.

Am Freitag veröffetlichte die 1. Mannschaft dann eine Stellungnahme, in der sie erklärte, "den Forderungen, die vom Vorstand gestellt wurden, nicht nachkommen" zu wollen.

Die offizielle Stellungnahme der Mannschaft im Wortlaut:

Stellungnahme 1. Mannschaft TSV MARL HÜLS

Am Freitag, dem 06.10.2017 haben wir, die 1. Mannschaft des TSV Marl-Hüls in einer Abstimmung einvernehmlich entschieden, dass wir den Forderungen, die vom Vorstand gestellt wurden, nicht nachkommen wollen bzw. können. Unter anderem war eine dieser Forderungen, dass wir auf einen sehr großen Teil unseres Gehaltes verzichten müssen, wobei einige Spieler sehr stark auf dieses Geld angewiesen sind.

Das Hauptaugenmerk liegt aber hier nicht ausschließlich auf den finanziellen Aspekten, vielmehr haben wir in den letzten Wochen und Monaten einige Tiefschläge hinnehmen müssen, auf die wir nicht weiter eingehen wollen, die uns aber dazu bewogen haben diesen Schritt gemeinschaftlich zu gehen. Das Vertrauensverhältnis ist in dieser Zeit so stark beschädigt worden, dass eine weitere Zusammenarbeit so leider nicht mehr möglich ist.

Ein ganz großer, wenn nicht der wichtigste Faktor war zudem, dass der Spaß am Fußball dabei verloren ging. Und wenn diese Tugend nicht mehr gegeben ist, macht der Trainings- und Spielbetrieb unter diesen Bedingungen aus unserer Sicht keinen Sinn mehr.

Wir bedauern, dass wir diesen Schritt zusammen als Mannschaft jetzt gehen müssen, haben uns aber bewusst dazu entschlossen zu diesem Zeitpunkt die Reißleine zu ziehen.

Dennoch wollen wir uns zum Abschluss bei einigen Personen bedanken, die uns auch während dieser Zeit immer unterstützt haben.

Zum einen Michael Schrank und Marc Varbelow, die neben ihren eigentlichen Aufgaben — der Trainertätigkeit — auch noch administrative Aufgaben übernahmen, um den sauberen Spielbetrieb weiterhin zu gewährleisten. Viel Glück für die Zukunft, euch beiden!

Dann wäre da das Betreuerteam, welches bis zum Schluss immer an unserer Seite stand.

Und zu allerletzt wollen wir uns bei unseren geilen Fans bedanken, die uns bis zum Schluss bei jedem Spiel zahlreich unterstützt haben.