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Nationalmannschaft: Löw applaudiert DFB-Debütant Neuhaus

Nationalmannschaft : Löw applaudiert DFB-Debütant Neuhaus

Beim ärgerlichen 3:3 gegen die Türkei gibt Florian Neuhaus die beste Antwort auf eine EM-Frage des Bundestrainers. Der Gladbacher schießt ein „superschönes“ Tor. Einen Freispruch gibt's als Zugabe.

Als Florian Neuhaus nach 79 Minuten vom Platz ging, nahm ein da noch lächelnder Joachim Löw den Debütanten mit Applaus in Empfang.

Der 23 Jahre alte Gladbacher wird das ärgerliche 3:3 gegen die Türkei im Gegensatz zum später „angefressenen“ Bundestrainer auch für immer in guter Erinnerung behalten. „Es war ein ganz besonderer Tag für mich, wenn nicht der größte in meiner Karriere“, schwärmte Neuhaus. Beim in der Nachspielzeit verspielten Sieg der deutschen Fußball-Nationalmannschaft konnte er sich als Gewinner fühlen.

Anders als die eingewechselten Neulings-Kollegen Jonas Hofmann (Gladbach) und Mahmoud Dahoud (Borussia Dortmund) durfte sich Neuhaus in Köln in der Startelf präsentieren. Und im Gegensatz zu etlichen Mitbewerbern um einen Platz im EM-Kader 2021 vermochte der ehemalige U21-Nationalspieler die Plattform des Testkicks mit einer B-Besetzung für sich zu nutzen. „Debüt und Tor, das ist eine tolle Geschichte“, sagte der gebürtige Bayer, der nach einem feinen Doppelpass mit Kai Havertz das zwischenzeitliche 2:1 erzielte: „Es war ein sehr, sehr schönes Gefühl für mich, gleich im ersten Spiel zu treffen.“

Löw klatschte bei der Auswechslung von Neuhaus nicht nur kräftig in die Hände, er lobte den 108. Debütanten in seiner Amtszeit hinterher auch verbal. „Florian hat ein gutes Spiel gemacht. Er hatte viele Aktionen im Spiel. Er war sehr ballsicher, er ist manchmal auch mit Tempo mit dem Ball durchs Mittelfeld gegangen.“ Krönung des Auftritts sei der Treffer gewesen. „Er hat den Ball beim Tor superschön ins Eck geschlenzt. Das war wirklich gut herausgespielt“, kommentierte Löw.

Auf Freispruch für Neuhaus plädierte der Bundestrainer bei jener Szene, die Neuhaus' couragierten Auftritt trübte. Vor dem 2:2 verlor er im Zweikampf den Ball gegen den Torschützen Efecan Karaca. Löw klagte aber nicht Neuhaus an. „Da muss man sagen: Das war ein klares Foulspiel an ihm. Das muss der Schiedsrichter abpfeifen. Da kann er nichts tun, das ist nicht seine Schuld“, sagte Löw. Auch Neuhaus haderte: „Es hat sich auf dem Platz angefühlt wie ein Foul.“

Die Länderspiel-Premiere spornt den Perspektivspieler an. Neuhaus möchte solche DFB-Abende in Zukunft regelmäßig erleben. „Ich will den Weg weitergehen“, kündigte er an. Im Verein hat er mit der Champions League dafür in der EM-Saison die passende Bühne. Gladbach spielt in der Gruppenphase gegen Real Madrid, Inter Mailand und Schachtjor Donezk.

In der Nationalelf muss er sich freilich im Mittelfeld einer namhaften Konkurrenz stellen, von Toni Kroos und Joshua Kimmich bis hin zu Leon Goretzka und Ilkay Gündogan. „Wer kann Richtung EM unseren Kader verstärken“, hatte Löw vor dem Türkei-Spiel gefragt. Neuhaus gab ihm eine erste überzeugende Antwort.

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