Wie der KFC Uerdingen mehr Tore schießen will

KFC Uerdingen: Wie der KFC mehr Tore schießen will - und was das mit Thierry Henry zu tun hat

Bisher erzielt das Team von Trainer Stefan Krämer zu wenig Treffer. Das soll sich in Zukunft ändern.

Der frühere Fußball-Weltmeister Thierry Henry hat einmal erzählt, wie er seinen damaligen Trainer Pep Guardiola im ersten Training beim FC Barcelona kennenlernte. „Meine Aufgabe ist es, euch ins letzte Drittel zu führen. Eure Aufgabe ist es, dann abzuschließen“, habe der heutige Cheftrainer von Manchester City seinen Schützlingen mit auf den Weg gegeben. „Da steckt ein Teil Wahrheit drin“, sagt Stefan Krämer, Trainer des Drittligisten KFC Uerdingen, der mit seiner Mannschaft an genau diesem Thema arbeitet.

Das Herausspielen von Chancen bildete in den vergangenen Tagen den Schwerpunkt der Übungen. „Da haben wir noch Luft nach oben“, sagt der 51-Jährige. Mit seinen Spielern probte er am Donnerstag vor allem den Abschluss. „Das soll Sicherheit geben vor dem Tor“, sagt Krämer.

Am Mittwoch war es das Aufbauspiel gewesen. Wie man sich durch eine dichtgestaffelte Verteidigung Richtung Tor kombiniert. „Wir können als Trainer zwei oder drei Pässe vorgeben, um die Spieler in die gute Position zu bekommen.“ Im letzten Drittel, wie die Zone um den gegnerischen Strafraum im Fachjargon genannt wird, komme es dann aber auf die individuellen Fähigkeiten an. Krämer: „Das hat dann viel mit dem Mut und dem Talent der Spieler zu tun, mit der richtigen Entscheidung der Spieler im richtigen Moment.“

Die Problematik ergibt sich von Natur aus mit dem Verhalten der Widersacher. „Man kann im Fußball keinen Spielzug so durchplanen wie vielleicht im Volleyball.“ Sich etwas zuzutrauen, im Offensivspiel ins Risiko zu gehen, wenn im Gegenzug das Gegenpressing einwandfrei funktioniert, ist eine Säule der Philosophie des KFC-Trainers.

1,2 Treffer erzielen die Krefelder im Durchschnitt in einem Ligaspiel. Das ist kein Gütesiegel für eine Spitzenmannschaft. Es sollen mehr Chancen erspielt und genutzt werden. Der Torabschluss ist, was ligaweit zu beobachten ist, längst nicht nur eine Baustelle des KFC Uerdingen.

In vielen Spielen stimmte die Effektivität. In Braunschweig nahmen die Krefelder ein Geschenk der Gastgeber gerne an. Und für die Offensive haben sich in der Trainingswoche wieder Hochkaräter wie Maximilian Beister und Stefan Aigner zurückgemeldet. Beister wird im Aufgebot sein, ob er von Beginn an spielt, konnte Krämer am Donnerstag noch nicht sagen. Auch Rechtsverteidiger Kevin Großkreutz und Mittelfeldspieler Connor Krempicki sind für das Heimspiel am Samstag gegen den VfR Aalen wieder eine Option. Das dürfte auch für Alexander Bittroff gelten, der sich nah an die Startelf zurückgekämpft hat. Krämer: „Er hat nie aufgehört zu arbeiten, war nie beleidigt, hat sich gegen seine Reservistenrolle aufgelehnt. Das verdient meine Hochachtung.“

Mit der Defensive zeigte sich Krämer vergangene Woche zufrieden. Große Veränderungen im Vergleich zur Aufstellung gegen Braunschweig hatte Krämer am Donnerstag nicht im Sinn.

Mehr von Westdeutsche Zeitung