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Uerdinger Altstars wünschen sich Kontinuität für den KFC

Fußball : Altstars wünschen sich Kontinuität

Zu viele Trainer, zu viele Spieler, kaum welche aus der Region. So sehen die früheren Spieler die Arbeit beim KFC.

Der Beckenbauer von Uerdingen. Das waren Vergleiche, die der Libero und Abwehr-Dirigent Paul Hahn damals über sich hören durfte. Sieben Jahre war er Kapitän, zehn Jahre trug er das blau-rote Hemd des FC Bayer Uerdingen, ehe er sich 1981 nach dem Abstieg in die 2.Liga zu einem neuen Abenteuer nach Nordamerika zu den Chicago Sting aufmachte.

Das Geschehen um den FC Bayer und später den KFC hat den Sonsbecker aber nie kalt gelassen. Heute führt er ein Sportzentrum zusammen mit seinem Sohn, spielt gerne Tennis in seiner Freizeit und blickt aus der Ferne noch auf den Drittligisten. „Nach dem Sieg gegen Waldhof Mannheim nach der Corona-Pause hat man etwas Hoffnung gehabt“, sagt Hahn. Doch aus dem Aufstieg wurde es wieder nichts beim KFC. Es folgten zehn Spiele ohne Erfolg. Platz 13 am Ende, ein ernüchterndes Ergebnis.

Der 71-Jährige sieht die Problematik auch in der hohen Fluktuation in der Mannschaft: „Man holt viele Spieler und trennt sich von vielen. Da ist es schwer eine Einheit zu bilden“, sagt der frühere Uerdinger Kapitän. Mehr Geduld zeigen, mehr Zeit nehmen für das Unternehmen Aufstieg, „um eine Mannschaft aufzubauen“, das sei der richtige Weg, findet Hahn.

Der Altstar ist mit dieser Einschätzung längst nicht alleine. Auch Friedhelm Funkel, Rekordspieler der Uerdinger mit 476 Partien und lebende Vereinslegende, empfiehlt mehr Beständigkeit: „Da sollte man auf der Trainerbank mit anfangen“, sagt der 66-Jährige, ein Pokalsieger von 1985. „Sie haben jetzt einen guten Trainer, den sollte man jetzt auch mal arbeiten lassen und ihm Vertrauen schenken. Kontinuität bringt oft auch Erfolge“, so Funkel, der in der andauernden Corona-Zeit keine einfache Phase für den KFC und die Kaderplaner allgemein im Fußball sieht: „Der KFC hat wegen Corona eine ganz schwierige Saison hinter sich. Es wird jetzt auch schwer eine Mannschaft zusammenzustellen. Alle Beteiligten werden ein glückliches Händchen brauchen, um ein Team aufzustellen, um schließlich im oberen Drittel zu landen.“

Funkel rät zu einer guten Mischung im Kader aus Jung und Alt: „Es geht nicht ohne Erfahrung, aber auch nicht ohne jugendlichen Elan.“ Zu wenig Kontinuität im Klub – das beobachtet auch sein Bruder Wolfgang Funkel, der nach eigenen Worten sein „Rentner-Dasein“ genießt und kleine Botendienste im Gebäudemanagement leistet: „Es gibt kein Vertrauen in die Trainer. Das ist schade“, findet er. Trotz vieler hochqualifizierter Spieler habe man es nicht geschafft, um den Aufstieg mitzuspielen, kritisiert Wolfgang Funkel. Zu viel Unruhe hat der 61-Jährige ausgemacht. „Wenn mehr Ruhe da wäre, könnte man auch oben mitspielen.“ Norbert Brinkmann, der von 1972 bis 1987 für den FC Bayer 05 am Ball war und auch zu den dienstältesten Spielern in der Geschichte des Klubs zählt, bezeichnet sich heute als „ferner Beobachter.“ Doch die Trainerwechsel rund um die Grotenburg blieben auch dem Mann aus Dinslaken nicht verborgen. Doch nicht nur das. Auch die Mannschaft werde aus seiner Sicht zu oft verändert. „Es gibt doch kaum Spieler, die mal drei oder vier Jahre dort spielen. Es ist ja ein Mannschaftssport. Man wächst zu einer Einheit“, sagt Brinkmann. Große Namen führen zu großen Erfolgen? Mitnichten. „Es kann nur über die Mannschaft gehen. Der eine oder andere sticht mal hervor, aber die Philosophie muss immer die Mannschaft sein.“ Auch der 68-Jährige wünscht sich mehr Geduld im Umgang mit den Saisonzielen, sieht aber in der fehlenden Heimstätte ein Manko für Fans und Mannschaft: „Das ist ein Nachteil.“ Brinkmann befürwortet es, mehr Spieler aus der Region zu verpflichten. „Wenn Spieler sich mit dem Verein identifizieren, können sie auch bessere Leistungen bringen.“