Suche nach Trainingsplatz: Dezernent kritisiert Führung des KFC

KFC Uerdingen : Suche nach Trainingsplatz: Sportdezernent kritisiert KFC

Der SV Oppum wollte dem KFC Uerdingen seine Anlage für den Trainingsbetrieb zur Verfügung stellen, erhielt jedoch noch nicht mal eine Antwort.

Sportdezernent Markus Schön hat derzeit eine ganze Reihe an Baustellen, die es abzuarbeiten gilt. Blieben im Sommer zwei Schwimmbäder der Stadt geschlossen, konnten zuletzt die Eishallen aufgrund von Mitarbeitermangel nur teilweise öffnen. Ein Ärgernis für eine Sportstadt, als diese sich Krefeld gerne darstellt. „Für die Eishallen haben wir jetzt aber eine kurzfristige Lösung gefunden“, sagt Schön, der sich aber ganz nebenbei noch mit ganz anderen Dingen beschäftigten muss. So ist die Sportverwaltung um Fachbereichsleiter Oliver Klostermann nach eigenen Angaben seit Wochen darum bemüht, dem KFC Uerdingen vernünftige Trainigsmöglichkeiten zur Verfügung zu stellen. Mit dem SV Oppum, dem ehemaligen Kooperationspartner des KFC, wurde dann in Krefeld ein Verein gefunden, der den Profis des Fußball-Drittligisten ihren Rasenplatz und den Kabinentrakt sogar langfristig zur Verfügung gestellt hätten. Bei einem Vor-Ort-Termin verschaffte sich unter anderem das Trainerteam Stefan Reisinger und Daniel Steuernagel einen Eindruck von den Verhältnissen vor Ort.

Ein entsprechendes Angebot zur Nutzung der Anlage brachte Oppums Vorsitzender Axel Müller dann am vergangenen Wochenende auf den Weg. Eine entsprechende Mail soll aber seitens der KFC-Führung unbeantwortet geblieben sein. Seit Dienstag trainiert der KFC statt in Oppum lieber in Vorst. 15 Kilometer vom eigenen, ramponierten Stadiongelände entfernt hat der Fußballverein zumindest in dieser Woche vernünftige Bedingungen gefunden, um die Vorbereitung auf das Ligaspiel gegen die Würzburger Kickers (Sa., 14 Uhr) anzugehen. In Oppum hat man seitdem nichts mehr vom KFC gehört. „Damit ist die Sache für uns auch durch, wenn es nicht mal eine Rückmeldung gibt“, sagt Müller. Während Oppums Vorsitzender relativ gelassen mit dem Vorfall umgeht, will der Sportdezernent die Sache nicht so einfach auf sich beruhen lassen. „Wir versuchen wirklich den KFC Uerdingen im Rahmen unserer Möglichkeiten zu unterstützen, aber so lange der Verein nicht an seiner Kommunikationsfähigkeit arbeitet und die eigenen Zuständigkeiten klärt, wird es immer problematisch bleiben“, sagt Schön.

Der KFC ließ am Mittwoch durch die Geschäftsführung mitteilen: „Es stimmt, dass der KFC über ein Mitglied des Verwaltungsrats mit den Verantwortlichen im Sportamt und dem SV Oppum bezüglich der Suche nach einem Ausweichquartier für die erste Mannschaft im Kontakt stand. Hier haben auch Gesprächstermine stattgefunden, von unserer Seite wurde sogar ein Vertragsentwurf zugeschickt. Leider gab es bezüglich der Laufzeit einer Kooperation keine Übereinstimmung. Der KFC Uerdingen sucht zunächst nach einer Möglichkeit, die kalten Monate zu überbrücken – mit der Option auf eine Verlängerung im Frühling -, seitens des SV Oppum wurde ein Ein-Jahres-Vertrag favorisiert. Diese unterschiedlichen Vorstellungen wurden unter allen Beteiligten auch so kommuniziert.“

Der KFC sei der Stadt und dem SV Oppum für die angebotenen Möglichkeiten dankbar, „freuen uns, aktuell mit dem SV Vorst eine qualitativ hochwertige und flexible Lösung für die kalten Monate gefunden zu haben“.

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