Später Anpfiff, umstrittener Elfer: So spielte der KFC in Chemnitz

Später Anpfiff, umstrittener Elfer : KFC holt einen Punkt in Chemnitz

Nach einem verspäteten Anpfiff entwickelte sich ein mäßiges Spiel in Chemnitz. Doch in der Schlussphase der zweiten Halbzeit ging es dann hoch her.

Fußball-Drittligist KFC Uerdingen und der Chemnitzer FC haben sich mit 1:1 getrennt. Im Stadion an der Gellertstraße sahen die 3500 Zuschauer eine weitgehend mäßige Partie. Tom Boere hatte die Uerdinger mit einem umstrittenen Elfmeter in Führung geschossen. Rafael Garcia erzielte noch den Ausgleich für die Sachsen.

Chronik: Die Partie begann mit 15-minütiger Verspätung. Die Beschallungsanlage im Stadion an der Gellertstraße war ausgefallen. Eine mobile Anlage muss erst noch vom Sicherheitspersonal abgenommen werden. Das Spiel hatte zwischenzeitlich sogar auf der Kippe gestanden. Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel stellten um. Jan Kirchhoff kam nach seiner Sperre zurück ins Team, begann als Sechser. Innenverteidiger Dominic Maroh blieb in der Startelf. Zusätzlich kamen auch die defensiven Mittelfeldspieler Manuel Konrad und Jean-Manuel Mbom zum Einsatz. Mehr Abwehrkräfte als sonst gegen die als konterstark wahrgenommenen Gastgeber. In Franck Evina, Patrick Pflücke und Tom Boere bot der KFC nur drei etatmäßige Offensivspieler auf.

Im ersten Durchgang gab es bei winterlichen Temperaturen keine nennenswerten Torchancen zu sehen. Es war ein Drittliga-Spiel, wie man es oft sieht: Viele Zweikämpfe, aber auch wenig spielerisch ansprechende Momente. Beide Abwehrreihen standen sicher. Kurz vor der Pause war der KFC im Glück. Torwart Lukas Königshofer traf bei einer Rettungsaktion den Ball und aber auch den Chemnitzer Tarsis Bonga im Strafraum. Ein Strafstoß aber blieb aus. Mit 0:0 ging es in die Halbzeit.

Geschäftsführer Nikolas Weinhart bilanzierte: „Wir müssen in der Offensive aktiver werden, dann wird es auch gut ausgehen für uns.“ Nach der Pause änderte sich zunächst nicht viel. Die Chemnitzer mit mehr Offensivaktionen, die aber immer wieder in der dichtgestaffelten Abwehr der Gäste endeten. Der KFC blieb harmlos. Der blasse Pflücke, der diesmal über die linke Seite kam, machte nach 58 Minuten für Christian Kinsombi Platz. Tom Boere war abgemeldet, im Angriff allein auf weiter Flur.

Die Partie nun verlief weiter arm an Höhepunkten. Keine Seite gelang einmal ein erfolgsversprechender Spielzug. Es waren noch eher die Sachsen, die ein wenig Gefahr ausstrahlten. In der 76. Minute waren die Uerdinger nur noch zu zehnt. Kevin Großkreutz sah nach wiederholtem Foulspiel die Gelb-Rote Karte. Eine Gelbe Karte hatte zuvor schon KFC-Trainer Daniel Steuernagel gesehen.

Durch einen umstrittenen Elfmeter kamen die Gäste noch zum späten 1:0. Christian Kinsombi ging im Strafraum nach einer leichten Berührung zu Boden. Diesmal zeigte Schiedsrichter Jonas Weickenmeier auf den Punkt. Tom Boere verwandelte sicher. Es dauerte aber keine drei Minuten, ehe die Chemnitzer zum Ausgleich kamen.

Mann des Spiels: Der Chemnitzer Tarsis Bonga war der auffälligste Akteur auf dem Feld. Über die rechte Seite der Gastgeber war der 22-Jährige und 1,97 Meter-Mann immer wieder Anspielstation und Gestalter bei den Sachsen.

Moment des Spiels: Pelle Hoppe hat Platz am Uerdinger Strafraum, flankt auf den langen Pfosten. Dort läuft Rafael Garcia ein, köpft den Ball zum 1:1 ins Netz. Nur drei Minuten nach dem Rückstand durch Tom Boeres umstrittenen Elfmeter schlugen die Chemnitzer zurück.