So will der KFC Uerdingen gegen Zwickau die Wende schaffen

Fußball : So will der KFC die Wende schaffen

Trainer Heiko Vogel erwägt beim Spiel des Fußball-Drittligisten am Samstag in Zwickau Einsatz von zwei bis drei Stürmern.

Christian Dorda hat sich einen Leitspruch auf seinen Unterarmt tätowiert. „Jeder ist seines Glückes Schmied“, steht da. Dieses Motto trifft vielleicht nicht zwingend auf jeden Lebensbereich zu. Nicht jeder hat es in dieser Welt selbst in der Hand, was aus ihm wird. Man stößt an Grenzen, die man nicht verschieben kann. Manch anderem wird vielleicht auch übel mitgespielt in seinem Streben nach Glück.

Übertragen auf die Fußballmannschaft des Drittligisten KFC Uerdingen aber lässt sich sagen: Da ist noch viel Potenzial zur Selbstverwirklichung des Teams. Zwar setzen die sportlichen Gegner immer auch Grenzen, die es zu überwinden gilt. Der Eindruck war, dass aber die Mannschaft der Krefelder bisher nicht alles daran gesetzt hatte, diese Hindernisse zu überwinden, um sich eben selbst zu verwirklichen. Mal wegen zu lässiger Herangehensweise, die zu mangelnder Körperspannung und fehlender Aggressivität führt wie zuletzt beim Pokal-Aus in Essen. Mal aber auch, weil die Uerdinger vor dem gegnerischen Tor die letzte Konsequenz vermissen ließen, aus ihrer Feldüberlegenheit auch Kapital zu schlagen. Nun aber, beim Gastspiel beim FSV Zwickau am Samstag, soll die Wende geschehen.

Endlich einmal soll
hinten die Null stehen

„Ich gehe davon aus, dass wir gewinnen“, sagt der Linksverteidiger Dorda. In seiner Funktion als Tore-Verhinderer fügt er noch an: „Es ist mal wichtig, die Null zu halten. Das müssen wir besser machen.“ Sein Trainer Heiko Vogel hat mit dem Team unter der Woche noch einmal die wichtigsten Szenen des Essen-Spiels aufgearbeitet. Um den Willen seiner Mannschaft auszudrücken, hat der 43-Jährige auf der Pressekonferenz vor dem Zwickau-Spiel eine Steigerungsform für das Wort „bereit“ erfunden. „Sehr bereit“ sei das Team.

Aktionismus allerdings hat der Fußball-Trainer aus der Pfalz nicht gezeigt. Die Herangehensweise an die kommende Aufgabe sei nicht anders gewesen als sonst. „Wir werden ja jetzt nicht alle Dinge über den Haufen werfen. Das hieße ja, dass wir vorher vieles falsch gemacht hätten“, sagt Vogel. Diesen Verdacht will er nicht aufkommen lassen.

Wohl aber müsse seine Mannschaft ihren leichten Hang der Verspieltheit loswerden. „Der Gegner ist ein Lehrbeispiel. Einfach mal draufhauen. Wir spielen da am Strafraum noch zu verschnörkelt. Die Qualität in der 3. Liga ist eben so groß, dass wir nicht reihenweise hundertprozentige Chancen haben“, sagt der Uerdinger Trainer Vogel.

Mehr Präsenz im und am gegnerischen Sechzehner

Einen Aufruf, mit der Brechstange an die gegnerischen Abwehrmänner heranzugehen, will der 43-Jährige aber nicht starten. Das Spiel im letzten Drittel sei schon lange ein Schwerpunkt im Training gewesen. Vogel hofft auf einen Lerneffekt: „Steter Tropfen höhlt den Stein.“ Mehr Präsenz im und am gegnerischen Sechzehner. Das soll es sein. Hereingaben sollen nicht mehr an Freund und Feind vorbeifliegen.

Vogel stellt sogar als Möglichkeit in Aussicht, mit zwei oder drei Stürmern zu beginnen. Bisher hatte man den KFC meistens mit einer Sturmspitze operieren sehen.

Diese Rolle fiel in Essen dem neu dazu geholten Niederländer Tom Boere zu, der in der Nachspielzeit seinen ersten Treffer zum 1:2 erzielte. Zu spät jedoch, um noch etwas auszurichten.

„Wir müssen auch dem Trainer etwas zurückgeben“, meint Dorda unaufgefordert. Schon nach der Niederlage in Essen hatte sich Assani Lukimya demonstrativ vor den Trainer gestellt. „Wir müssen unsere Qualität bestätigen“, sagt Dorda. Die Mannschaft habe sich nach dem Essen-Spiel in der Kabine zusammengesetzt. „Jeder hat seine Meinung gesagt“, erzählt Dorda. Sein Fazit der Unterredung: „Wir werden eine geschlossene Mannschaftsleistung zeigen und Gas geben.“ Am Samstagnachmittag wird man wissen, was hinter den Ankündigungen steckt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung