So lief für den KFC Uerdingen die Hinrunde in der 3. Liga

Fußball: Ein Dreizack und die meisten Siege

So lief das erste Halbjahr für den KFC Uerdingen in Liga drei – Auffälligkeiten, Kurioses und Konstantes.

Das erste Halbjahr in der 3. Liga ist Geschichte. Der KFC Uerdingen überwintert auf Relegationsplatz drei, mit guten Aussichten im Aufstiegsrennen. Höhen und Tiefen haben die Krefelder in den 20 Punktspielen erlebt. Mit einem 0:4 in Unterhaching, der höchsten Niederlage seit September 2015 – damals 0:5 beim Wuppertaler SV –, ging es in den Urlaub. Das waren die Merkmale in der Saisonhälfte:

Die Effizienz

Vor allem im ersten Drittel der Hinrunde gelangen den Uerdingern einige Erfolge, weil sie im Abschluss besser waren als der Gegner. Nach einer schwachen Phase im Herbst mit fünf Niederlagen in sieben Spielen kehrte die Effektivität wieder zurück, auch der Erfolg, neben der nötigen defensiven Stabilität. Maximaler Ertrag. Fünf Siege in Serie. Krämer: „Fünf Siege in Folge sind im Profifußball nicht selbstverständlich.“

Defensive Stabilität

Im ersten und letzten Drittel des Halbjahres war die Abwehrstärke ein Faustpfand. In acht Spielen blieben die Uerdinger insgesamt ohne Gegentor. Das einzige Unentschieden der Saison war das 0:0 gegen Großaspach. Im Durchschnitt kassiert der KFC 1,15 Tore pro Spiel. Nur fünf Mannschaften sind noch etwas besser. Sieben der 23 Treffer haben die Krefelder allein in den beiden Spielen gegen Unterhaching zugelassen.

Die meisten Siege

In dieser Statistik liegt der KFC schon auf Platz eins. Zwölf Siege in 20 Spielen. Halle, Osnabrück und Karlsruhe kommen auf elf. Dafür aber hat Uerdingen schon sieben Niederlagen kassiert, die meisten der ersten Fünf. Remis spielt der KFC kaum. Nur einmal war das, beim 0:0 gegen Großaspach am 24. August. Hopp oder top in Uerdingen.

Beister meldet sich zurück

Er war einer der Aufstiegshelden, doch mit Beginn der Drittliga-Saison war der 28-Jährige plötzlich wie ausgewechselt. Formschwach, stand Beister zunächst als Mittelstürmer neben sich. Mit der Zeit rückte er auf die rechte Außenbahn. Gegen Lotte (27. Oktober) war für ihn sogar nur ein Tribünenplatz übrig. Da hatte Trainer Krämer aber schon ein klärendes Gespräch mit ihm geführt. Auch Mitspieler hätten dem ehemaligen Bundesligaspieler ihr Vertrauen ausgesprochen. Dann begann seine Zeit. Ein hochmotivierter Beister sah in Osnabrück erst Gelb-Rot, traf danach in vier Spielen insgesamt fünf Mal. Das war wieder der alte Beister. Gedankenschnell und treffsicher.

Der Dreizack

Links Oguzhan Kefkir, in der Mitte Stefan Aigner und rechts Maximilian Beister – das Trio hat 17 der 26 KFC-Tore erzielt. Kefkir (6), Aigner (6) und Beister (5) passen gut ins 4-3-3-System. Der unermüdliche Mittelstürmer Stefan Aigner, eigentlich gelernter Rechtsaußen, dient als Anläufer. Trainer Krämer kann es verschmerzen, dass sein Sechs-Tore-Mann mit diesem Arbeitseifer zuletzt am 6. Oktober gegen Jena getroffen hat. Einen Torjäger, einen treffsicheren Neuner, haben die Krefelder noch nicht in ihren Reihen. Es bleibt abzuwarten, ob Beister weiter verlässlich trifft und diese Rolle irgendwann einnehmen wird.

Torchancen

Das Herausspielen von Möglichkeiten gegen defensiv auftretende Gegner wird auch in der Vorbereitung auf das zweite Halbjahr eine große Rolle spielen. Es besteht Nachholbedarf. Trainer Krämer: „Wir wollen bei den Spielen in Duisburg noch ballsicherer werden, mit besserem Positionsspiel gegen tief stehende Gegner agieren. Da haben wir noch großes Potenzial.“

Ruhende Bälle

Nicht zufrieden ist Trainer Krämer mit den offensiven Standards. Noch geht zu wenig Gefahr nach ruhenden Bällen aus. Krämer: „In der Liga kann eine Situation schon eine ganz andere Balance bringen, ein Türöffner sein. Wir werden ein paar Varianten zusätzlich einüben.“

Kartenflut

62 Gelbe Karten haben die Uerdinger in 20 Spielen gesammelt. Ligahöchstwert. In der Fair-Play-Tabelle ist der KFC damit Schlusslicht. Spitzenreiter ist übrigens Hansa Rostock. Es gab zwei Gelb-Rote Karten, für Maximilian Beister und Johannes Dörfler. Glatt Rot wurde jedoch nicht gegen Uerdingen verhängt.

Wenige Zuschauer

35 340 Zuschauer besuchten die bisher neun Heimspiele in der Duisburger Arena. Das sind im Durchschnitt 3926. Ligaweit ist das wenig. Nur Großaspach, Fortuna Köln, SF Lotte und Wehen Wiesbaden erfahren weniger Zuspruch. Spitzenreiter ist der 1. FC Kaiserslautern mit 23 351 Besuchern pro Spiel. Wehen Wiesbaden ist Schlusslicht mit knapp 2 096 Fans in den jeweils elf Heimspielen. Beim TSV 1860 München war bisher jedes der elf Heimspiele mit 15 000 Zuschauern ausverkauft.

Die Dauer-Reservisten

Die Mittelfeldspieler Lukas Schelenz, Kai Schwertfeger und den zweiten Ersatztorwart Tim Schneider verbindet ein trauriges Schicksal. Sie haben noch keine Minute in der Liga gespielt. Anderen geht es nicht viel besser. Linksaußen Dennis Chessa (drei Einsätze, 149 Minuten), Innenverteidiger Robert Müller (zwei Einsätze, 180 Minuten) und Khalil Mohammad (zwei Einsätze, 34 Minuten) folgen auf den Rängen. Ersatztorwart Robin Benz kam einmal über 90 Minuten zum Einsatz.

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