So gut versteht sich das neue Trainer-Tandem beim KFC Uerdingen

KFC Uerdingen : So gut versteht sich das neue Trainer-Tandem beim KFC Uerdingen

Daniel Steuernagel hat am Donnerstag die ersten Schritte als KFC Uerdingen-Trainer gemacht. Immer an seiner Seite: Stefan Reisinger.

Den Herbst am Niederrhein lernte Daniel Steuernagel am Donnerstagvormittag direkt mal in Gänze kennen. Bei Schmuddelwetter leitete der neue Trainer des KFC Uerdingen gemeinsam mit Stefan Reisinger die erste Einheit auf dem tiefen Rasen in der Grotenburg. Ein erstes Kennenlernen von Trainerkollegen und Mannschaft. Der formelle Akt folgte dann rund 75 Minuten nach dem Training.

Er sei angerufen worden, erzählt Daniel Steuernagel auf der Pressekonferenz in den Katakomben der Grotenburg. Man habe dann mit den KFC-Oberen schnell ein Treffen vereinbart. „Es waren super Gespräche. Ich bin froh, dass ich jetzt hier bin“, sagt der 39-jährige Fußballlehrer, der künftig zusammen mit Stefan Reisinger die Mannschaft anleiten wird, erstmals schon am Samstag im Auswärtsspiel beim TSV 1860 München. Reisinger und er, die Doppelspitze, wie es offiziell heißt. Es soll ein harmonisches Miteinander werden. „Die Chemie zum ‚Reise’ (Stefan Reisinger, Anm. d. Red.) hat von Anfang an gepasst. Wir sehen uns als Team“, sagte Steuernagel. „Ich hatte das Gefühl, als ob wir schon länger zusammenarbeiten.“ Und auch sein neuer Partner Stefan Reisinger sprach den Teamgedanken an: „Wir werden als Team auftreten. Wir wollen gemeinsam Erfolg haben.“

Reisinger strebt selber die
Lizenz zum Fußballlehrer an

Reisinger 38, Steuernagel 39. Zwei Männer gleichen Alters, für die die Kooperation an der Seitenlinie auch persönliche Ziele verbindet. Für den Mittelhessen Steuernagel aus Laubach bei Gießen, der zuletzt bis September für die Kickers Offenbach in der Regionalliga Südwest als Cheftrainer arbeitete und davor bei den Sportfreunden Siegen tätig war, ist es die erste Station in der 3. Liga. Seit 2018 ist er Fußballlehrer. Er steht noch am Anfang des Trainerdaseins im Profigeschäft. Seine Frau habe ihm alle Unterstützung zugesagt. Er wird vorerst ein Leben im Hotel in der Umgebung führen. Für ihn ist es eine Chance, sich in der Liga einen Namen zu machen. Die Zusammenarbeit ist bis zum Saisonende befristet. Er duldet offenbar einen aufstrebenden Stefan Reisinger neben sich, den die Klubführung zuletzt aufs Schild gehoben, ihm die Führung der Mannschaft anvertraut hatte.

Reisinger, der zuletzt die Mannschaft nach der Entlassung Heiko Vogels stabilisierte und in den vergangenen beiden Spielen einen Aufwärtstrend einleitete, brauchte einen Partner wie ihn an seiner Seite, um weiter seine Künste lehren zu dürfen. In Zukunft strebe er selbst die Qualifikation Fußballlehrer an, sagte Reisinger. Sein ehemaliger Chef Stefan Krämer nannte ihn jüngst ein „Trainertalent.“ Unbekannt waren sich die beiden Männer nicht gewesen. „Wir hatten uns schon einmal ausgetauscht. Im Fußball kennen sich viele Leute“, sagt Reisinger.

Zuwachs soll das Trainerduo nicht mehr erhalten, was auch auf ein Aus des bisherigen Co-Trainers Frank Heinemann schließen lässt. Der 54-Jährige befinde sich seit der Beförderung Reisingers weiterhin im Krankenstand, wie es offiziell heißt.

Mehr von Westdeutsche Zeitung