Salar will Taten statt Worte

KFC-Trainer muss mit seinem Team am Dienstag zum Nachholspiel bei der ambitionierten Kölner Viktoria ran.

Krefeld. Murat Salar, der Trainer des KFC Uerdingen, kann die Fragen nicht mehr hören. Die Fragen nach den Gründen der Erfolglosigkeit seiner Mannschaft. Und auch die Fragen, was man als Trainerteam ändern will, um nach acht sieglosen Spielen mit einer Tordifferenz von 0:19 endlich wieder erfolgreich zu sein. „Ich will vor dem Spiel bei Viktoria Köln nicht groß irgendwas erzählen. Was zählt, sind die Taten, die die Jungs auf dem Platz folgen lassen“, sagt Salar. Taten, die auch über die Zukunft des Cheftrainers entscheiden. Zwar wohl noch nicht nach den beiden anstehenden Spielen am Dienstag in Köln (19.30 Uhr) und am Samstag in der Grotenburg gegen Alemannia Aachen (14 Uhr). Wohl aber danach.

Nach den Begegnungen gegen die beiden ambitionierten Teams aus der Domstadt und vom Tivoli geht es mit den Spielen gegen die Sportfreunde Siegen, die U 23-Mannschaft des VfL Bochum, den SC Wiedenbrück und die SG Wattenscheid gegen drei Teams, die derzeit in der Tabelle noch schlechter platziert sind als der KFC. Vereinsboss Lakis will die sportliche Situation spätestens nach diesen Spielen neu bewerten. „Ganz klar, gegen diese Teams müssen Punkte her“, sagt Lakis. Was sonst geschehe, ließ der Präsident der Blau-Roten noch unkommentiert.

Dass es bisher noch relativ ruhig in Sachen Trainerfrage rund um die Grotenburg geblieben ist, liegt einzig und allein an der Tatsache, dass der Abstand auf den ersten Abstiegsrang weiter sieben Punkte beträgt. Daraus abzuleiten, dass der KFC aber dank des Polsters aus der Vorrunde die Klasse schon noch irgendwie halten kann, ist ein gefährlicher Trugschluss, den auch Lakis erkannt hat. „Die unteren Mannschaften siegen zwar nicht in Serie, aber sie siegen.“ Ein klarer Unterschied zum KFC, der gerade an ganz anderen Erfolgserlebnissen arbeitet. „Ich wäre verdammt froh gewesen, wenn wir in Verl zumindest noch ein Tor erzielt hätten“, sagt Salar, der gegen Viktoria Köln nicht von seiner Spielphilosophie abrücken will.

KFC-Präsident Lakis sieht das mit gemischten Gefühlen. „Vielleicht sollten wir einfach auch mal hinten Beton anrühren, um dann irgendwie mal wieder einen Punkt mitzunehmen“, sagt Lakis, dessen Trainer auf diese Aussage folgenden Satz zu Protokoll gibt: „Jeder hat seine Meinung zum Spiel, aber ich bin der Trainer und werde entscheiden.“

Was sowohl den Trainer als auch den Präsidenten nervt, ist die derzeitige Verletzungsmisere. In Köln werden neben den Langzeitverletzten auch erneut Fabio Fahrian (Anriss Syndesmoseband) und Toshinori Uefune (Achillessehnenprobleme) nicht zur Verfügung stehen. Dafür könnten Ioannis Alexiou (Muskelfaserriss) und Omar El-Zein (Fersenprobleme) ebenso wie Armand Drevina (Grippe) wieder zum Kader gehören.

„Die personelle Situation lasse ich als Ausrede nicht gelten“, sagt Salar, der sich dann doch zu einem Satz zum Spiel bei der Viktoria durchringt: „Vielleicht liegt unsere größte Chance in Köln darin, dass wir nicht viel zu verlieren haben.“