Rotation ist zur Regel geworden beim KFC - Hoffnung bei Dorda

KFC Uerdingen : Rotation ist zur Regel geworden beim KFC

Sperren und Verletzungen zwingen die Trainer immer wieder zu Umstellungen in der Abwehr. Samstag kommt Hansa Rostock.

Über dem Krähenacker im Meerbuscher Ortsteil Osterath lag am Donnerstagmorgen noch ein Nebelschleier, als die Mannschaft des Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen ihr Training vor dem Heimspiel am Samstag gegen Hansa Rostock aufnahm. Die Anlage des OSV Meerbusch diente ja als weitere Ausweichstätte, von denen die Krefelder in den vergangenen Wochen schon viele kennengelernt hatten. Die Veränderung ist ein ständiger Begleiter geworden für den KFC. Die Frage, wie es weitergehen soll in Zukunft, wenn irgendwann die Grotenburg im Zuge der umfangreichen Sanierung zur monatelangen Dauerbaustelle wird, bewegt die Verantwortlichen seit Wochen. Antworten gibt es bis dato nicht. Die Ungewissheit regiert.

Veränderung aber ist auch zur Regel in der Uerdinger Defensive geworden. Beinahe jede Woche muss das Duo um Teamchef Stefan Reisinger und Trainer Daniel Steuernagel rotieren. Meist unfreiwillig, weil gestandene ehemalige Bundesligaprofis entweder körperliche Gebrechen haben oder sich Sperren einhandeln. Kapitän Jan Kirchhoff beispielsweise setzte in der vorletzten Wochen beim Gastspiel in Würzburg mit einer Gelbsperre aus, was gleichzeitig eine gute Nachricht für den lange nicht berücksichtigten Dominic Maroh war, der somit Mitte November zu seinem ersten Saisoneinsatz kam. Kevin Großkreutz vertrat zuletzt den verletzten Linksverteidiger Christian Dorda ordentlich, flog dann aber jüngst in Chemnitz vom Platz und wird gegen Rostock zuschauen müssen. Kirchhoff selbst zog sich in dieser Partie eine Zerrung in der Wade zu. Zudem hat der Routinier auch Kniebeschwerden und wird ebenfalls ausfallen, mindestens für das Heimspiel am Samstag, aber womöglich auch länger. „Wir werden da kein Risiko eingehen“, sagt Steuernagel. Teamchef Reisinger meint: „Es ist für uns auch nicht so gut, dass wir jede Woche umstellen müssen. Es ist eine permanente Rotation.“ Gerade in der Abwehrkette, wo Eingespieltheit und Abstimmung mindestens genauso wichtig sind wie in der Offensive, sind die ständigen Veränderungen und wechselndes Personal nicht förderlich. Dennoch stand die Verteidigung in den Spielen gegen Würzburg und Chemnitz bis auf wenige Aktionen sicher.

Leichte Hoffnung auf einen Einsatz von Christian Dorda

Um den vakanten Posten des Linksverteidigers zu besetzen, stehen mehrere Optionen offen. Eine leichte Hoffnung besteht bei Reisinger und Steuernagel offenbar bezüglich einer Rückkehr Christian Dordas, der an diesem Freitag 31 Jahre alt wurde und zuletzt Ende Oktober gegen Jena auf dem Platz stand und sich dort einen Muskelfaserriss zugezogen hatte. „Er ist ein ganz wichtiger Spieler, ein gelernter Linksfuß. Wir müssen sehen, ob es passt. Ob es für ihn geht am Samstag“, sagt Stefan Reisinger. Seit einer Woche wird der Deutsch-Pole im Training erst voll belastet. Die Aufgabe wird eine große sein. Die linke defensive Seite werde am Samstag gegen Rostock sehr frequentiert werden, wie es das Trainerduo erwartet. Die Mecklenburger haben auf dieser Flanke in Aaron Opoku und Nik Omladic zwei schnelle Männer, die eine besondere Bewachung erfordern. Auch die Umstellung Alexander Bittroffs von seiner rechten auf die linke Seite sei eine Option, denn der Mann aus Lauchhammer hatte diese Funktion schon in Chemnitz nach dem Platzverweis für Großkreutz zur vollen Zufriedenheit der Trainer ausgeübt. „Bei Alex weiß man immer, was man kriegt. Er kann links wie rechts seinen Mann stehen“, sagt Daniel Steuernagel. Dieses Kompliment zollt von höchstem Respekt für den 31-Jährigen, der als laufstark und bissig gilt und sich auf dem Feld selten abschütteln lässt.

Für die rechte Seite könnte dann der Flügelspieler Boubacar Barry ins Team rücken, der zwar qua seiner Ausbildung offensiv denkt, aber auch eine Schnelligkeit und Laufstärke mitbringt, die man auf den Außenpositionen braucht. „Auf gewissen Positionen sind uns eben auch die Hände irgendwann gebunden“, sagt Reisinger.