KFC Uerdingen: Pogba im Probetraining beim KFC Uerdingen (mit Video)

KFC Uerdingen : Pogba im Probetraining beim KFC Uerdingen (mit Video)

Da staunten die Beobachter des KFC Uerdingen nicht schlecht: Der Bruder von Weltmeister Paul mischt plötzlich in der Grotenburg mit.

Krefeld. Da staunten die Kibitze in der Grotenburg nicht schlecht, wer denn da mit der extravaganten Frisur sich im Training unter die KFC-Spieler gemischt hatte. Es ist kein Geringerer als Pogba. Nein, natürlich nicht der Weltmeister Paul aus Frankreich. Aber immerhin sein Bruder Mathias Fassou Pogba.

Der gelernte Mittelstürmer ist zwei Jahre älter als Paul und Zwillingsbruder von Florentin. Offensichtlich war aber beim Training am Montag, dass Mathias Fassou, zuletzt bei Spartak Rotterdam, nicht ganz rund läuft. Hintergrund sollen Probleme an der Achillessehne sein. In den nächsten Tagen soll er weiter im Training mitmischen.

Pogba im Probetraining beim KFC Uerdingen

Mit der Mannschaft, die zuletzt Tabellenführer für eine Nacht war. Wer hätte das nach dem ersten Spiel des KFC Uerdingen gegen die Spielvereinigung Unterhaching angenommen? Nach diesem 1:3 zum Auftakt, in dem die Uerdinger das eine oder andere Mal von den sauber kombinierenden Bayern durchgeschüttelt worden waren. Der eine oder andere Angriff rollte da ungebremst auf den Strafraum der Krefelder zu. Es fehlte die Absicherung, es fehlte das Miteinander auf dem Platz.

Das alles ist gerade erst einmal zwei Wochen her. Seitdem hat sich an der Statik der Mannschaft einiges geändert. Das dokumentiert nicht nur die Aufstellung, sondern auch andere harte Faktoren. Nach der Auftaktpleite kritisierte Trainer Stefan Krämer die Körpersprache seiner Mannschaft, die Haltung, die fehlende Aggressivität. Schon zur Pause holte er den defensiven Mittelfeldspieler Dennis Daube vom Feld — aus Leistungsgründen.

Er brachte den Offensiven Johannes Dörfler, dafür ging der Dauerläufer Connor Krempicki zurück. Wenig später kam auch Tanju Öztürk ins Spiel, einer der überragenden Defensivmänner der Uerdinger in der vergangenen Rückrunde. An Öztürk lobte Krämer dessen „Gespür für die Räume und sein strategisches Denken.“ Der 29-Jährige ist bis heute Bestandteil der Startelf geblieben. Das Zentrum muss abgedichtet sein. Das gilt als festgeschriebene Regel im Einmal-Eins des Fußballs.

Kevin Großkreutz, im ersten Spiel noch als linker Flügelspieler unsichtbar, wechselte vor dem Würzburg-Spiel auf die Position des rechten Verteidigers, die bis dahin unbestritten Alexander Bittroff besetzt hatte. Großkreutz sollte im Spielaufbau helfen, seine Ballsicherheit einbringen und „die Linie halten“, wie Krämer es sagte. Das tat er. Die Mannschaft stand kompakter, was allerdings auch der allgemeinen Herangehensweise des Teams geschuldet war. Die Mannschaftsteile griffen besser ineinander. Man war griffiger, entschiedener in Zweikämpfen.

So wie sich der KFC-Trainer das Vorwärtsverteidigen wünscht. Gegner stressen, im Aufbau stören. Auch so entsteht defensive Sicherheit beim KFC. Im Heimspiel gegen Meppen gab es im ersten Durchgang einen leichten Rückschritt. „Behäbig, fahrig“, benannte Krämer die Missstände. Nach dem Rückstand zur Pause stellte Krämer offensiver auf, ging voll ins Risiko. Konrad und Aigner gingen raus. Johannes Dörfler und Lucas Musculus kamen herein. Angriff ist die beste Verteidigung. Krämer wollte „Hopp- oder Topp-Fußball“, alles versuchen, um die Partie zu drehen. Mit Erfolg. Dafür aber nahm er Konter in Kauf.

In München zeigte sich das Sechser-Paar Öztürk mit Daube in guter Manier im ersten Durchgang. Krämer redete allgemein von „guter Körpersprache und Aggressivität“ bei seiner Mannschaft. Im zweiten Durchgang, als die Uerdinger passiver wurden, brachte er noch Manuel Konrad für Angreifer Maximilian Beister als dritten Balleroberer im defensiven Mittelfeld, „um mehr Stabilität“ zu erhalten. Das sollte sich auszahlen. Die Krefelder standen sicherer, lancierten selbst Konter und setzten schließlich den entscheidenden Nadelstich. Da war Angreifer Ali Ibrahimaj schon für Sechser Dennis Daube im Spiel. Krämers Risikobereitschaft zahlte sich aus. Ibrahimaj trifft in der dritten Minute der Nachspielzeit zum 1:0-Sieg.

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