Niederrheinpokal: Torschütze Rühle humpelt vom Platz - KFC siegt 7:1

KFC Uerdingen : Doppeltorschütze Rühle humpelt vom Platz

Der KFC Uerdingen gewinnt im Niederrheinpokal 7:1 beim Bezirksligisten SV Budberg. Tobias Rühle muss verletzt raus.

Ohne Mühe ist Fußball-Drittligist und Titelverteidiger KFC Uerdingen in die zweite Runde des Niederrheinpokals eingezogen. Die Mannschaft von Trainer Heiko Vogel siegte mit 7:1 beim Bezirksligisten SV Budberg und ließ vor allem im ersten Durchgang keine Zweifel am späteren Sieger aufkommen. „Es war ein rundum gelungenes Fest. Mein Respekt gilt dem Gegner. Er hat sehr mutig gespielt. Wir haben es seriös gemacht“, sagte Vogel. Sein Gegenüber Ulf Deutz bilanzierte: „Wir wollten nicht nur verteidigen, wenn wir schon mal die Chance haben, gegen solch einen Gegner zu spielen. Wir waren froh, dass der KFC nach der Halbzeit das Tempo rausgenommen hat.“

Schon am Donnerstagabend findet die Auslosung zur 2. Runde statt. In dieser könnte der KFC bereits wegen der unterschiedlichen Größe und Einteilung der Lostöpfe einen hochklassigen Gegner wie den MSV Duisburg oder Rot-Weiß Essen zugeteilt bekommen.

Im Rheinberger Stadtteil
herrscht Volksfeststimmung

Im Rheinberger Stadtteil herrschte Volkfeststimmung. 850 Karten waren für das Duell des Bezirksligisten im Vorverkauf schon über die Ladentheke gegangen. Und auch eine Viertelstunde vor Anpfiff standen die Zuschauer noch Schlange an den Eingängen. Die schließlich etwa 1450 Besucher drängten sind rund um das Rasenviereck, um einen Blick zu erhaschen. Ein Rekordwert für die neue Platzanlage, wie es hieß. Unter anderem bekamen sie Kevin Großkreutz zu sehen, in der Liga gesperrt, gegen Budberg im rechten Mittelfeld aufgeboten. Hinter ihm als rechter Verteidiger, erhielt wie erwartet Alexander Bittroff Spielzeit.

Lautstark trommelten die Anhänger des SVB auf die Werbebanden, beklatschten jeden Ballgewinn. Der KFC aber schoss die ersten drei Tore. Tobias Rühle (2) und Adriano Grimaldi, nach seiner Verletzung erstmals wieder in einem Pflichtspiel im Einsatz, brachten die Krefelder früh komfortabel in Führung. Doch der krasse Außenseiter ließ aufhorchen. Neuzugang Oliver Steurer kam im Strafraum nicht mehr an eine Hereingabe heran – Norman Kienapfel stand parat: 1:3.

Dann ein Schreckmoment: Betreuer Andreas Bosheck und Physiotherapeut Sebastian Zuleger stützten Rühle, der vom Platz humpelte. Zur Halbzeit dann aber Entwarnung: Alles nicht so schlimm, so Rühle. Nur eine Überdehnung im Sprunggelenk. Großkreutz setzte den Torreigen fort (30.). Sobald die Gastgeber einmal in Strafraumnähe der Uerdinger kamen, wurde es laut rund um den Kunstrasen. Doch die meiste Zeit waren die Rheinberger mit Verteidigen beschäftigt, was aber mehr schlecht als recht funktionierte – Christian Kinsombi legte noch einen drauf zum 5:1. Torchancen im Minutentakt.

Zu den Zuschauern zählte neben dem restlichen, geschonten KFC-Stammpersonal auch Kapitän Jan Kirchhoff, der nach wochenlangen Knieproblemen – er hatte einen Schlag auf das Gelenk bekommen, worauf sich eine Schwellung entwickelt hatte – wieder im Mannschaftstraining ist. „Ich bin guter Dinge am Samstag wieder zurück zu sein“, sagte der 28-Jährige. Dann wird es in der Liga für die Uerdinger wieder ernst. Spitzenreiter FC Ingolstadt kommt.

In der 40. Minute stellte Grimaldi mit seinem zweiten Treffer des Abends auf 6:1. Die Budberger sehnten nun den Halbzeitpfiff herbei. KFC-Torwart Robin Udegbe verlebte einen ruhigen Abend, konnte sich bis dato bis auf den Schuss zum Gegentreffer nicht auszeichnen.

Nach der Pause ließen es die Gäste dann gemächlicher angehen. Und so konnte sich sogar noch der erst 17-jährige A-Junior Julius Paris im Tor des KFC auszeichnen, der noch für etwa 15 Minuten in die Partie kam. Als die Budberger kurz vor Schluss noch einmal auf das Uerdinger Tor zustürmten, parierte der Jungspund einen Schuss glänzend, war schnell am Boden. „Großer Respekt für ihn. Die Mannschaft hat ihm sofort vertraut. Er hat das zurückgezahlt. Er ist eine coole Socke“, sagte Trainer Heiko Vogel. Ersatztorhüter Philipp Bachmeier war kurzfristig erkrankt. Der ausgemusterte René Vollath beobachtete das Spiel mit den am Mittwoch inaktiven Mannschaftskollegen zusammen.

Den Schlusspunkt setzte Linksverteidiger Hakim Guenouche zum 7:1. Dann war das Dorffest in Budberg schon wieder beendet.

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