Krefelder Talente hoch im Kurs

Bei Borussia spielen acht Spieler aus der Seidenstadt im Nachwuchs. Samstag kommt die U 23 aber ohne Lokalmatador zum KFC Uerdingen.

Krefeld. Borussia Mönchengladbach steht wie kaum ein anderer Fußballverein in Deutschland für gute Nachwuchsarbeit. In diesem Jahr wurde das Nachwuchsleistungszentrum der Fohlen zum dritten Mal von der Deutschen Fußball Liga mit der Höchstwertung von drei Sternen ausgezeichnet. Hinter der Jugendarbeit steht ein weit vernetztes Team, dessen Leitung Roland Virkus innehat (Direktor Jugend und Amateure). Die Suche nach talentierten Nachwuchsspielern erstreckt sich bei der Borussia über ganz Deutschland und auch das Ausland.

„Wir wollen in Zukunft verstärkt wieder im Kreis Krefeld Ausschau halten“, sagt Virkus, der erst vor Kurzem mit dem VfR Fischeln einen Kooperationspartner gefunden hat. Aktuell hätte mit Gianluca Rizzo, dessen Vater der Inhaber des Café Inn in Krefeld ist, auch ein gebürtiger Krefelder am Samstag im Regionalliga-Duell zwischen dem KFC Uerdingen und der U 23 von Borussia Mönchengladbach auf dem Platz gestanden. Doch der Stürmer, der auch in der U 19 der Borussia auf Torejagd geht, weilt derzeit bei der deutschen U 19-Nationalmannschaft auf einem Turnier in Griechenland.

„Es wäre schon was Besonderes für mich gewesen, in Krefeld gegen den KFC zu spielen“, sagt Rizzo. „Aber ich glaube, bei der Nationalmannschaft zu sein, ist auch nicht so schlecht.“ Neben Rizzo spielen noch sieben weitere Spieler aus Krefeld in den Nachwuchsteams von der U 15 bis zur U 19 bei der Borussia. Mit einem Neun-Mann-Bus werden die Spieler in Krefeld zum täglichen Training auf den Sportplätzen am Borussia-Park abgeholt.

„Krefeld hat viel Potenzial, was Fußballtalente angeht. Früher gab es da meist noch den Gegenpol mit Bayer Uerdingen“, sagt Virkus, der aber auch die aktuelle Entwicklung des KFC Uerdingen wohlwollend zur Kenntnis genommen hat. „Sie sind eine starke Mannschaft, gegen die sich unsere U 23 am Wochenende beweisen muss. Die Entwicklung in dieser Saison beim KFC ist schon beachtlich.“

Die Reserve der Borussia besteht zumeist aus eigenen Jugendspielern, die Erfahrung im Seniorenbereich sammeln sollen. Eine Auflösung der U 23, die für Profi-Clubs seit dieser Saison nicht mehr verpflichtend ist, war für Virkus kein Thema. „In der Regionalliga dürfen die Spieler noch ihre Fehler machen, in der Bundesliga nicht mehr“, sagt Virkus, der aber auch verstehen kann, dass sich Jugendspieler für einen Wechsel zu einem Regionalligisten entscheiden. „Es ist klar, dass es für junge Spieler schön ist, vor mehr als 6000 Zuschauern zu spielen wie zuletzt beim Spiel KFC Uerdingen gegen Rot-Weiss Essen.“

Und natürlich hegt Virkus noch beste Kontakte zu KFC-Co-Trainer Uwe Fecht, der einige Jahre bei den Fohlen zur Trainer- und Scoutingabteilung gehörte. „Ich wusste, dass Uwe Fecht beim KFC für eine positive Entwicklung sorgen würde. Am Samstag jedoch, kann er die Punkte ruhig abgeben“, so Virkus.