Fußball Ohne Volldampf keine Punkte

Krefeld · Die Lektion so mancher KFC-Niederlage: Fehlen bei jedem Spieler ein paar Prozentpunkte Leistung, wankt das Gesamtgebilde.

Der Uerdinger Gianluca Rizzo hockt enttäuscht auf dem Rasen der Grotenburg während die Büdericher feiern.

Der Uerdinger Gianluca Rizzo hockt enttäuscht auf dem Rasen der Grotenburg während die Büdericher feiern.

Foto: Stefan Brauer / Brauer-Fotoagent

Die gute Nachricht zuerst für den KFC Uerdingen: Auch die besser platzierte Konkurrenz in der Fußball-Oberliga hat sich am Wochenende mal zurückgenommen, was das Punkten im Meisterschaftskampf angeht. Spitzenreiter Baumberg erlitt eine 0:1-Niederlage beim VfB Homberg. Die Duisburger sind übrigens nächster Gegner am Samstag in der Grotenburg. Erster Verfolger Ratingen gewann ebenfalls keinen Punkt dazu beim 1:2 gegen den SC St. Tönis. So könnte man die 0:2-Pleite der Uerdinger am Samstag gegen den jetzt nur noch Vorletzten FC Büderich auch mit mehr Milde betrachten. Die Protagonisten auf dem Rasen aber dürften sich nun schwarzärgern, von den Patzern der Rivalen nicht profitiert zu haben. Auf solch einen Aussetzer des sonst so souveränen Spitzenreiters Baumberg hatten sie wochenlang gewartet, als sie sieben Siege aneinanderreihten und doch irgendwie kaum näher herankamen an den enteilten Liga-Favoriten.

Trainer John: „Jeder hat zwei oder drei Prozent weniger gemacht“

Beim KFC Uerdingen stellte sich am Samstagabend nach der schmerzhaften Niederlage eine andere Frage: Kann die Mannschaft auch mit ein paar Prozentpunkten weniger an Leistung gegen hoch motivierte Gegner wie Büderich bestehen? Trainer Marcus John hatte seinem Team soeben das attestiert: „Jeder hat diesmal zwei oder drei Prozent weniger gemacht.“ In Summe wäre das dann eben zu viel. Die Quintessenz des Wochenendes, schon analog zu den schwachen Darbietungen bei den letzten Niederlagen in Sonsbeck (0:1), VfB Hilden (0:2) und St. Tönis (1:2): Ohne Volldampf keine Punkte.

„Es fehlten irgendwie die Ideen“, sagte Stürmer Pascal Weber. Auch habe im Abschluss das Glück gefehlt, das man in den vergangenen Wochen auf seiner Seite hatte. „Wir haben den Druck diesmal nicht so aufgebaut, wollten es geduldig spielen, haben dann aber das Tor nicht gemacht.“ Nach der Halbzeitpause hatten die Uerdinger eine Drangphase mit ein paar Einschussgelegenheiten. Dann aber verflachte die Partie wieder.

„Die letzte Konsequenz hat gefehlt. Es war eine sauschlechte Leistung“, befand Innenverteidiger Ole Päffgen. „Es ist unverständlich, wie wir uns so Tore einfangen.“ Kritisiert hatte er Defensivverhalten und Konterabsicherung. Vor dem Strafstoß zum 0:1 fanden die Büdericher sehr viel Raum zum Kontern vor. „Das, was wir können, haben wir nicht genügend gezeigt“, machte Päffgen die Beobachtung, dass der KFC seine Möglichkeiten nicht ausgereizt hatte.

Eine Folge der erfolgreichen Wochen und sieben Siegen in Serie? Mit dem vielleicht unterschwelligen Gefühl: Es wird schon wieder irgendwie für uns laufen. Jedenfalls wissen es die KFC-Fußballer nun besser. „Wir waren nicht arrogant, aber schlafmützig“, sagte Trainer Marcus John. Den Willen wollte er seiner Mannschaft nicht absprechen, räumte aber eben auch ein paar Nachlässigkeiten im Allgemeinen ein. „Wir haben keine druckvollen Bälle gespielt. So musste sich der Gegner nicht im höchsten Tempo verschieben.“ Nun sei man nur noch „Letzter in der Spitzengruppe“ auf Platz vier. Velbert und Hilden sind herangerückt. Die Lehre sei klar: „Wenn jeder ein paar Prozent weniger bringt, reicht es nicht – gegen Niemanden.“

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