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Krefeld: Funkel-Sitzschalen besonders begehrt

Fußball : Funkel-Sitzschalen besonders begehrt

400 Anfragen sind bei Unternehmer Kirchhoff eingegangen. Verkaufsstart des KFC ist noch offen.

Sie sind ein Stück Geschichte, sie sind ein Andenken an glorreiche und wenige ruhmreiche Zeiten in der Grotenburg. Es geht um die grünen und roten Sitzschalen aus Plastik, die derzeit feilgeboten werden. Manche sind über 40 Jahre alt. Für Liebhaber aber ein beliebtes Souvenir.

Der Unternehmer Frank Kirchhoff, ein ehemaliger Profi des FC Bayer Uerdingen, verkauft einige dieser Exemplare seit vergangener Woche mit und ohne Unterschriften ehemaliger FC Bayer-Altstars über das Internet und stößt auf hohe Nachfrage. Darunter Legenden wie Friedhelm Funkel, Norbert Brinkmann oder Paul Hahn. „Der Verkauf ist super angelaufen“, sagt der Firmengründer, der derzeit auf der Kanareninsel Fuerteventura urlaubt, täglich nach eigenen Angaben aber etwa 15 Bestellungen per E-Mail empfängt. 400 Anfragen hat Kirchhoff registriert. 180 Schalen wurden am vergangenen Wochenende bereits abgeholt. „Wir hatten keine bestimmte Zielmarke vor Augen. Ich wollte einfach nur ein paar Sitze haben“, so der frühere Fußballer. Am Freitag, 31. Juli, können weitere Exemplare abgeholt werden, auch am 14. Und 28. August. 100 Sitze liegen schon bereit.

Besonders beliebt: Sitzschalen mit der Unterschrift von Friedhelm Funkel, der Legende des FC Bayer 05 Uerdingen. 40 Stück seien schon vergriffen. Der Vorrat gehe schon zur Neige. Gut möglich, dass Funkel in den nächsten Tagen also noch einmal nachsignieren muss. Für eine Schale mit Unterschrift sind die Fans bereit, 85 Euro auf den Tisch zu legen. Ein Sitz ohne Autogramm kostet 30 Euro. Im Internet sind die Schalen unter dem Suchwort Sitzerinnerungen zu bestellen. „Rettet und sichert euch ein einmaliges Stück Krefelder Tradition“ steht darüber. Kirchhoff will seine etwa 1000 Exemplare gerade noch vor der Verschrottung gerettet haben.

Woanders laufen noch die Vorbereitungen auf den Verkauf. Der KFC Uerdingen und die Stadt Krefeld hatten sich bereits im Frühjahr über eine gemeinsame Aktion verständigt, die ausgebauten Sitzschalen für den sozialen Zweck veräußern zu wollen. Der Erlös soll der Jugendabteilung des Drittligisten zukommen, dem Stammverein also. Die Umsetzung aber lässt noch auf sich warten. Noch hat der Verkauf nicht begonnen. Auch einen Starttermin gibt es noch nicht. Die Sitze würden noch gezählt, gereinigt und für den Verkauf präpariert, hieß es. Jedes Exemplar soll zudem noch ein silbernes Sonderlogo mit der Aufschrift „Grotenburg-Stadion Krefeld“ erhalten. Mehrere hundert Schalen waren aus dem Bestand für diesen Zweck ausgesucht worden. Die Stadt stellte dem KFC diese aus ihrem Eigentum zur Verfügung. Der Preis erscheint kundenfreundlich: 19,05 Euro pro Stück, in Anlehnung an das Gründungsdatum des Uerdinger Vereins vor 115 Jahren.

 Auffällig war gewesen, dass der KFC, die Stadt und Kirchhoff keine Verabredung getroffen, keinen gemeinsamen Starttermin auserkoren hatten, sondern nun ungleiche Wege mit unterschiedlichem Tempo gehen, was Kirchhoff von einzelnen Fans schon den Vorwurf einbrachte, er wolle sich nur am Klub bereichern.