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Krefeld: Die Großbaustelle im KFC-Mittelfeld

Fußball : Die Großbaustelle im KFC-Mittelfeld

Zwischen Abwehr und Sturm hat sich beim KFC personell viel getan. Mehr Torgefahr, aber auch mehr Defensivarbeit wird von den Zugängen erwartet.

Noch vier Tage – dann wird man wissen, zu was die runderneuerte Mannschaft des KFC Uerdingen zum Auftakt der 3. Liga imstande ist. Das erste Spiel ist gleichzeitig der erste Prüfstein. Es geht am Sonntag zum FC Ingolstadt. Dabei wird es vor allem auch wieder auf den Mannschaftsteil Mittelfeld ankommen, das Bindeglied zwischen Angriff und Verteidigung. Ein guter Mittelfeldspieler muss heute beides können: Vorne Torgefahr ausstrahlen, aber auch hinten die Löcher stopfen, dem Gegner den Weg in die eigene Hälfte so gut wie möglich verstellen, noch bevor die Abwehrkette zur Tat schreiten muss. Gerade in diesem Mannschaftsteil hat der KFC seine größte Baustelle aufgetan, offenbar den höchsten Bedarf an Veränderung gesehen. Ziel war es, mehr Zug zum Tor und damit mehr Offensivvarianten zu erhalten, aber auch Bälle schneller zurückzuerobern, dynamischer in beide Richtungen zu werden.

Wie sah es zuletzt aus?

Zehn Mittelfeldspieler hatte der KFC in der vergangenen Saison unter Vertrag. Lösungen für die chronische Torarmut aber hatten sie nicht auf Lager. Roberto Rodriguez zeigte als bester Scorer noch Lichtblicke im Offensivspiel, andere aber blieben hinter den Erwartungen zurück. Es fehlte oft an der nötigen Kreativität. Viele Aktionen blieben Stückwerk. Nach Ballverlusten sahen die Krefelder in der Rückwärtsbewegung oft schlecht aus.

Wer geht?

Roberto Rodriguez hat es zurück in seine Heimat Schweiz gezogen. Er heuerte beim Zweitligisten FC Schaffhausen an. Der ständig verletzte Dennis Daube erhielt keinen neuen Vertrag, wie auch Patrick Pflücke, der seine Qualitäten im letzten Drittel nicht richtig ausspielen konnte und nun bei Roda Kerkrade sein Glück sucht. Selim Gündüz und Khalil Mohammad fanden nie zu ihrer Funktion im Team, spielten keine ernsthafte Rolle in den Strategien und Taktiken der verschiedenen Trainer Vogel, Reisinger und Krämer. Adam Matuschyk war ein solider Balleroberer, mit seinen 31 Jahren aber auch nicht mehr der Schnellste. Der KFC setzte auf eine Verjüngung auch im defensiven Mittelfeld.

Wer bleibt?

Einzig der flinke Christian Kinsombi, 21, der über die rechte Flanke immer wieder gute Ansätze zeigte, ein Mann mit Perspektive ist. Ali Ibrahimaj und Rijad Kobiljar sind weiter Bestandteil des Teams. Mit Manuel Konrad wird nicht mehr geplant.

Wer kommt?

Im Mittelfeld hat der KFC kaum einen Stein auf dem anderen gelassen. Gleich neun neue Leute stehen nun auf der Gehaltsliste. Vor allem vom Niederländer Peter van Ooijen, der jedoch seit einem halben Jahr kein Pflichtspiel mehr bestritten hat und Trainingsrückstand mitbrachte, aber auch von Kolja Pusch oder Dave Gnaase erhoffen sich die Verantwortlichen Impulse, Kraft und Torgefahr. Tim Albutat, aus Duisburg gekommen, soll das Mittelfeld vor allem nach hinten helfen abzudichten. Der erst 22-jährige Gino Fechner könnte ihm behilflich sein, aber auch Fridolin Wagner ist eine Wahl. In Mike Feigenspan und Hans Anapak holte der KFC zwei schnelle Männer für die linke Seite hinzu, die wissen, wie man gegnerische Abwehrspieler aus der Ruhe bringt. Heinz Mörschel (23) und Wagner (22) sollen ihr Potenzial beim KFC ausschöpfen und sich entwickeln. „Wir wollen mehr Ballsicherheit haben, aber auch im Spiel gegen den Ball mit vielen schnellen Läufen besser werden. Zudem haben wir nun die Möglichkeit auf mehr Systemwechsel in der Liga“, sagt Trainer Stefan Krämer.

Wer hat einen Stammplatz?

Tim Albutat dürfte mit seiner Klasse und Erfahrung aus Zeiten beim MSV Duisburg zur ersten Elf gehören. Ein gesunder Kolja Pusch, auf dem hohe Erwartungen ruhen, dürfte vor ihm im offensiven Mittelfeld operieren. In Dave Gnaase und Peter van Ooijen hat Trainer Krämer mehr Variationsmöglichkeiten. Der von Zweitliga-Aufsteiger Eintracht Braunschweig gekommene Mike Feigenspan ist eine gute Option für die linke Seite.

Was muss getan werden?

Ein Handlungsbedarf besteht vorerst nicht. Es gibt genügend Auswahl, um auf Verletzungen oder Formkrisen zu reagieren. Allerdings muss die Anzahl der Verletzten im Maß bleiben, damit Stefan Krämer im eng getakteten Spielplan rotieren und mit Systemwechseln reagieren kann. „Ich bin froh, dass wir so viele Spieler haben.“, sagt der KFC-Trainer. Derzeit sind die Mittelfeldspieler Peter van Ooijen, Kolja Pusch und Rijad Kobiljar verletzt.