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KFC Uerdingen: KFC zieht 500.000-Euro-Angebot an Lakis zurück

KFC Uerdingen : KFC zieht 500.000-Euro-Angebot an Lakis zurück

Der neue Vorstand des KFC Uerdingen soll Vorgänger Lakis als Ausgleich für sein Darlehen 500 000 Euro geboten haben.

Krefeld. Der 18. April 2015 hätte ein guter Tag für den KFC Uerdingen werden können. Vielleicht sogar ein perfekter. Erstmals saß Mikhail Ponomarev, der neue finanz(starke) Mann, an der Seite von KFC-Boss Agissaloas Lakis Kourkodialos bei einem Spiel des KFC auf der Haupttribüne in der Grotenburg. Er sah ein 1:1 gegen Rot-Weiß Oberhausen. Doch an diesem Tag überwog die Zuversicht, dass durch das Engagement von Ponomarev den Blau-Roten eine bessere sportliche Zukunft bevorstehen würde. Rund 14 Monate nach diesem Tag hat Lakis seinen Rücktritt erklärt. Er und Ponomarev sind längst keine Partner mehr. Die beiden Unternehmer sprechen kaum noch miteinander. Dabei geht es um viel. Auch für den Verein.

Rund zwei Millionen Euro will Lakis in den vergangenen achteinhalb Jahren dem Verein als Darlehen zur Verfügung gestellt haben. Nach seinem Ausscheiden aus dem Vorstand, soll diese Summe jetzt zumindest teilweise durch den neuen KFC-Vorsitzenden beglichen werden. Ein erstes Angebot soll Ponomarev, der derzeit auf Geschäftsreise und im Urlaub weilt, kurz vor der Vertragsunterschrift wieder zurückgezogen haben. Nach WZ-Informationen soll es sich dabei um die Rückzahlung von rund 500 000 Euro an Lakis gehandelt haben. Warum eine Einigung ausblieb, ist unklar.

Ponomarev ist für den Verwaltungsrat und den 2. Vorsitzenden Nikolas Weinhart derzeit nur bedingt erreichbar. Eingeschickte Fragen der WZ bleiben unbeantwortet. Weinhart will sich zu dem Vertragsangebot an Lakis nicht äußern und verweist darauf, dass sich Mikhail Ponomarev nach seinem Aufenthalt in Russland und Österreich wohl Anfang August mit der Thematik auseinandersetzen wird.

„Das ist eine Angelegenheit, die Herr Ponomarev mit Herrn Lakis klären wird. Ich kann dazu nichts sagen“, erklärte Weinhart. Auf der Gegenseite stößt diese Vorgehensweise auf wenig Begeisterung. „Seit rund sechs Wochen gibt es keinen Kontakt mehr zwischen mir und dem aktuellen Vorstand oder dem Verwaltungsrat. Ich will zum jetzigen Zeitpunkt nichts weiter zu dem Thema sagen, hoffe aber, dass wir zu einer Lösung kommen werden“, sagt Lakis, dem in seiner Amtszeit selber oftmals vorgeworfen worden war, sich teilweise zu spät oder nur unzureichend um finanzielle Angelegenheiten gekümmert zu haben. Zudem standen regelmäßig Vorwürfe im Raum, Spieler, Trainer und Verantwortliche wären nicht vertragsgemäß bezahlt worden. Trotz des Wechsels an der Vorstandsspitze scheint diese Problematik weiter Bestand zu haben. Aktuell sollen mit Silvio Pagano, Ioanis Alexiou, Takehiro Kubo und Frank Döpper bislang vier ehemalige Spieler und Trainer des KFC noch auf Teile ihres Gehalts aus den vergangenen Monaten warten. „Ich bin einfach froh, wenn diese Sache hier beendet ist“, sagt Silvio Pagano, der zur neuen Saison beim Wuppertaler SV anheuert. Besonders skurril mutet der Fall des ehemaligen und eigentlich auch noch aktuellen Co-Trainers Frank Döpper an.

Der 44-Jährige besitzt laut eigener Aussage immer noch einen unbefristeten Arbeitsvertrag bei den Blau-Roten und erschien demnach trotz einer vom Verein erteilten fristlosen Kündigung in den vergangenen Wochen zweimal beim Training. Der KFC hatte Döpper im Frühjahr fristlos gekündigt, das Krefelder Arbeitsgericht die Kündigung aber für ungültig erklärt. „Zur Verhandlung ist kein KFC-Vertreter erschienen. Es wurde ein Versäumnisurteil gesprochen, in dem mir recht gegeben wurde“, sagt Döpper, der immer noch beim KFC angestellt ist, aber vorerst bis zum 31. Juli beurlaubt wurde.

Bis also Mikhail Ponomarev zurückkehrt. Für den neuen KFC-Boss stehen wichtige Entscheidungen an. Bleibt diese im Fall Lakis aus, droht dem Verein ein Rechtsstreit mit seinem ehemaligen Vorstandsvorsitzenden. Ausgang unbekannt.