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KFC vs. RWE: Der direkte Vergleich

KFC vs. RWE: Der direkte Vergleich

Der Sieger des Duells bleibt in der Liga oben dran.

Krefeld. In zwei Tagen ist es soweit. Dann empfängt der KFC Uerdingen in der Grotenburg Rot-Weiss Essen. Dass dieses Duell in der Regionalliga West und nicht einer der Profiligen ausgetragen wird, ist nicht nach dem Geschmack der Teams und Fans. Aber zumindest geht es in der Partie des Zweiten beim Fünften darum, Aufstiegsambitionen zu untermauern. Wir haben die Klubs für Sie näher beleuchtet.

KFC: Der Saisonauftakt mit dem Remis gegen den FC Schalke 04 II und der 0:1-Niederlage beim 1. FC Köln II war unglücklich. Doch es folgten Siege in Lotte und gegen Aufsteiger SV Rödinghausen, ehe es in Wiedenbrück die zweite Saisonniederlage setzte. Seitdem holte das Team aus neun Partien fünf Siege und zwei Remis.

RWE: Nach dem 2:4 gegen den Stadtteil-Klub FC Kray (6. Spieltag) wurde schon alles hinterfragt. Die Fans versuchten, die Kabine zu stürmen und die Spieler zur Rede zu stellen. Der Frust der Kray-Blamage saß tief. Die Mannschaft zeigte sich aber unbeeindruckt und blieb seitdem zehn Pflichtspiele in Folge ohne Niederlage.

KFC: Aus der Vorsaison stehen nur noch Robin Udegbe, Kofi Schulz und Ioannis Alexiou in der Stammelf. Mit Dominik Oehlers entwickelte sich ein Talent positiv, und mit El Houcine Bouhjdi kehrte ein Langzeitverletzter zurück. Das Team hat seine Säulen im Sommer auf dem Transfermarkt in jungen Spielern gefunden. Aliosman Aydin, Nico Buckmaier, Tim Knetsch, Rico Weiler, Fabio Fahrian und Sebastian Hirsch heißen die Leistungsträger.

RWE: Ähnlich wie der KFC hat auch Rot-Weiss Essen in der Sommerpause ein Dutzend Spieler vor die Tür gesetzt. Mit Tim Hermes und Marcel Platzek finden sich nur zwei „Alteingesessene“ in der Startelf wieder. Essen konnte allen voran mit den Neuzugängen (Sven Kreyer, Marwin Studtrucker, Tobias Steffen) für die Offensive Aufsehen erregen. Überhaupt setzte RWE im Kader auf erfahrene Kräfte. Patrick Huckle, Tim Treude, Mario Neunaber und Philipp Zeiger verfügen über Drittliga-Erfahrung.

KFC: Die finanzielle Abhängigkeit von Präsident Lakis besteht auch im zweiten Regionalligajahr. Die Verbindlichkeiten des KFC bei Lakis belaufen sich auf mehr als eine Million Euro. Der KFC schloss das Geschäftsjahr 2013 mit einem Minus von 57 786,46 Euro ab und musste den Etat von 550 000 Euro auf 350 000 Euro reduzieren. Seit November soll der neue Geschäftsführer Thomas Schlecht den KFC auf Vordermann bringen, was auch notwendig ist, will man den finanziellen Negativtrend stoppen. Es ist nicht absehbar, ob sich die Durchsuchungen der Steuerfahndung bei Lakis negativ auf den Verein auswirken.

RWE: Als der Verein im Juni 2010 Insolvenz anmeldete, war die Sorge um den Kultklub groß. Die Trauer wandelte sich nach nur einem Jahr in Freude. Denn ausgerechnet in der Insolvenz-Saison 2010/11 entbrannte an der Hafenstraße eine neue Euphorie, und Essen marschierte durch die NRW-Liga zurück in Richtung Regionalliga — mit einem Zuschauerschnitt von rund 6500 Besuchern. Die Insolvenz wurde Ende Juni 2011 aufgehoben.

KFC: Nach der chaotischen Vorsaison galt das Fanlager des KFC als gespalten in Unterstützer und Kritiker der Vereinsführung und Mannschaft. Der Zuspruch der Fanbasis stimmt aufgrund der überzeugenden Auftritte der Mannschaft wieder. Trotzdem bleibt die Grotenburg zu oft zu leer. Der Zuschauerschnitt liegt aktuell nur bei 1856 Besuchern.

RWE: Sieben Heimspiele im Stadion Essen und 9896 Besucher im Schnitt. RWE ist in dieser Kategorie kein „normaler Regionalligist“. Die Fans sind sehr reisefreudig und machen auch nahezu jedes Auswärtsspiel zu einer gefühlten Heim-Begegnung.

KFC: Der KFC Uerdingen spielt eine erfrischende Saison und wird relativ früh in der Spielzeit nichts mit dem Abstieg zu tun haben. Bestätigt sich der Aufwärtstrend, ist der KFC ein Überraschungskandidat für eine Top-Platzierung.

RWE: Rot-Weiss Essen will zurück in den Profifußball. Am besten schon nach dieser Saison. Das Umfeld ist bereits zweitligareif.