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KFC vs. Dortmund 0:7 - 3024 Zuschauer wollten den Meister sehen

KFC vs. Dortmund 0:7 - 3024 Zuschauer wollten den Meister sehen

Borussia Dortmund hat beim 7:0-Erfolg gegen den KFC Uerdingen keine große Mühe. Ein 17-Jähriger erzielt drei Tore.

Krefeld. Jürgen Klopp war der meistgefragte Mann. Der Meistertrainer von Borussia Dortmund schrieb schon vor dem Anpfiff fleißig Autogramme, ließ sich mit Fans ablichten und lachte freundlich in die Kameras. KFC-Boss Lakis war zu dieser Zeit schon sichtlich darüber erfreut, dass er in Jörg Jung einen neuen Trainer gefunden hatte (siehe Kasten). Am Freitag, 19 Uhr, sitzt der neue Mann gegen die Reserve des MSV Duisburg das erste Mal auf der Bank.

Das letzte Meisterschaftsspiel des KFC Uerdingen gegen den BVB in der Grotenburg gab es zu Bundesliga-Zeiten vor 16 Jahren, am 25. November 1995. Damals siegten die Dortmunder 2:0 vor 34 500 Besuchern. Im gestrigen Freundschaftsspiel, das 3024 Zuschauer sehen wollten und von der Westdeutschen Zeitung präsentiert wurde, hatte der Fünftligist gehofft, gegen den Bundesligisten lange die Null halten zu können. Doch nach elf Minuten war es Marvin Ducksch, der den BVB in Führung brachte.

Auf dem Feld holten sich u.a. Sebastian Kehl, Florian Kringe, Kevin Großkreutz, Patrick Owomoyela und Felipe Santana Spielpraxis. Der brasilianische Innenverteidiger soll beim Spiel gegen Bayern München am Samstag eingesetzt werden. Im Tor hatte Klopp dem australischen Nationalkeeper Mitch Langerak den Vorzug vor Roman Weidenfeller gegeben. Der etatmäßige Torhüter hatte auf der Tribüne Platz genommen. An seinen letzten Besuch in der Grotenburg konnte er sich gut erinnern: „Ich habe mit den Kaiserslautern-Amateuren hier gespielt und gewonnen.“ 4:1 hieß es in der Regionalliga für die Pfälzer.

Bitter für den KFC, dass es zur Halbzeit bereits 4:0 für den BVB stand. Noch einmal der 17-Jährige Ducksch und Kevin Großkreutz (2) sorgten für Jubel unter den gut 1500 BVB-Fans, die sich auf der Westkurve hinter dem Tor tummelten. Stimmung wollte jedoch selten aufkommen, was auch am verhaltenen Gesang der KFC-Anhänger lag. Im zweiten Durchgang legten Patrick Owomoyela (50.), Sebastian Kehl (58.) nach. Der Ex-Dortmunder Kosi Saka hatte Mitte der zweiten Hälfte die größte KFC-Möglichkeit, zwang Langerak zu einer Faustabwehr und erntete Szenenapplaus.

Für KFC-Chef Lakis war das Ergebnis zweitrangig. „Natürlich wollten wir gut aussehen, aber wir wollen auch ein bisschen Spaß haben. Außerdem tut es einigen Spieler gut, zu sehen, dass wir noch härter trainieren müssen, um besser zu werden.“ Coach Kessen war nicht zufrieden. „Wir haben wieder zu viele individuelle Fehler geleistet. In der ersten Hälfte kassieren wir drei Tore über die rechte Seite. Tore kann man gegen einen Bundesligisten kassieren. Aber das Abwehrverhalten war katastrophal.“ Etwas positives fand er aber. „Es hat sich keiner verletzt.“

Jürgen Klopp war erwartungsgemäß viel besser gelaunt: „Die Spieler, die hier im Stadion möglicherweise nicht so sehr bekannt waren, haben sich richtig gut eingebracht. Vor allem Marvin Ducksch. Er ist jüngerer A-Jugend-Jahrgang, ein guter Junge. Um die Zukunft des BVB braucht sich keiner Sorgen machen.“ Zur Atmosphäre im Stadion sagte Klopp ironisch: „Die Grotenburg war nie als Hexenkessel bekannt. Der junge Mann, der früher nur ,Uerdingen’ schrie, hat sein Repertoire erweitert und ruft jetzt auch andere Sachen.“