KFC vor dem Finale: Heiko Vogel ist Pokalexperte

Fußball : Heiko Vogel ist ein Pokalexperte

Der KFC-Trainer gewann bereits zwei Cup-Endspiele. Am Samstag geht’s zum Wuppertaler SV.

Wer Heiko Vogel auf seine Pokalerfolge anspricht, erntet zunächst ein zufriedenes Schmunzeln. Was nicht verwundert, denn der Trainer des KFC Uerdingen hat diesbezüglich schon großes Kino erlebt. 2012 gewann er als Trainer des FC Basel das Schweizer Cup-Endspiel gegen den FC Luzern nach Elfmeterschießen. Erfolgreich war der 43-Jährige auch mit Sturm Graz. Im vergangenen Jahr hielt er nach einem 1:0-Sieg über Salzburg den Pokal in die Höhe. Mindestens zwei Nummern kleiner geht es am Samstag im Wuppertaler Stadion am Zoo zu. Aber auch wenn die Trophäe diesmal „nur“ der Niederrhein-Pokal ist, so vermittelt Vogel doch einen hochmotivierten Eindruck.

Vogel ließ den Finalgegner
von Scouts beobachten

„Ich freue mich auf dieses Spiel in diesem wunderschönen Stadion. Dass es für den KFC vielleicht ein Nachteil ist, auswärts zu spielen, blende ich aus. Ich appelliere an alle Fans: Kommt am Samstag ins Stadion“, sagt Vogel. Dass sein Team als ranghöherer Club gegen den Regionalligisten Wuppertaler SV die Favoritenrolle innehat, will Vogel gar nicht bestreiten. „Der WSV hat sich dieses Finale verdient, wir sind gewarnt und müssen hundertprozentig da sein. Wir gehen die Aufgabe mit Respekt und Demut an.“ Der Kader wird der gleiche wie beim Saisonabschluss gegen Wiesbaden sein. Bei der 2:3-Niederlage lautete das KFC-Motto „Vorne hui, hinten pfui“. Entsprechend mahnte der Trainer ein „defensives Gewissen“ an.

Ob das gegen einen offensiv nicht allzu übermächtig zu erwartenden Wuppertaler SV gefordert sein wird, will Vogel nicht dem Zufall überlassen. Er ist kein Zockertyp, sondern sieht Defizite bei seiner Mannschaft. „Dieses defensive Gewissen umfasst ja alles. Wie gehe ich beispielsweise in einen Zweikampf, um ihn zu gewinnen. Oder mache ich Laufwege, die wehtun.  Da haben wir Luft nach oben“, sagt Vogel. Mit welcher Taktik er in die Partie gehen wird, verrät Vogel genauso wenig wie WSV-Kollege Pascal Bieler. Bestätigt hat Vogel aber, dass er den WSV hat beobachten lassen.

Überrascht dürfte er also nicht sein, wenn sich der Gastgeber zunächst einmal deutlich defensiver dem scheinbar übermächtigen KFC präsentiert. „Ich gehe davon aus, dass es ein enges Spiel wird und beide Mannschaften heiß sind. Ich hoffe, die Zuschauer kommen auf ihre Kosten“ sagt Vogel. Auf die kommt er schon jetzt bei seiner ersten Trainerstation im Fußball-Westen. Bislang immer im Süden und Ausland tätig, ist Uerdingen für den gebürtigen Pfälzer eine fundamentale Luftveränderung. „Ich find’s den Hammer“, sagt er und meint damit die Dichte an Clubs und Stadien in NRW. Der Fußball werde hier ganz anders gelebt als woanders in der Republik. „Viel intensiver, alles liegt hier um die Ecke. Es gibt viele Traditionsvereine, die ich nur vom Hörensagen kenne. Die Grotenburg hat schon Flair, genauso auch das Stadion am Zoo.“ Momente für Vogel, in denen er das Privileg genießt, Trainer zu sein und den richtigen Beruf gewählt zu haben. „Da fühle ich mich bestätigt.“ Mit seiner lockeren, authentischen Art passt er prima in Deutschlands führende Fußballregion. Der Mann scheint angekommen zu sein. Das könnte er mit dem Pokalgewinn am Samstag und dem damit verbundenen Einzug in die erste Runde des DFB-Pokals unterstreichen.

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