KFC verliert gegen Braunschweig trotz Überzahl und Führung

Fußball : KFC verliert trotz Überzahl und Führung

Der Drittligist lässt sich mit einem Mann mehr auf dem Platz von Eintracht Braunschweig düpieren. Adriano Grimaldi erneut verletzt.

Durch die dritte Saisonniederlage ist der KFC Uerdingen auf einen Abstiegsplatz zurückgefallen. Der Drittligist unterlag dem Tabellenführer Eintracht Braunschweig mit 1:2. Und das trotz Führung und 30-minütiger Überzahl. „99 Prozent reichen nicht“, sagte KFC-Trainer Heiko Vogel über das Verhalten in Überzahl: „Die Rote Karte hat uns narkotisiert.“ Nach der Partie gab der KFC bekannt, dass Stefan Aigner den Verein Richtung Wehen Wiesbaden verlassen wird. Zudem soll nach WZ-Informationen Andreas Maxsö um eine Vertragsauflösung gebeten haben. Der KFC wollte die Spekulationen um den Dänen am Sonntag nicht kommentieren.


Chronik:
KFC-Trainer Heiko Vogel vertraute seiner Startformation aus dem Münster-Spiel. Das hieß auch: Patrick Pflücke, der beim 1:1 den Ausgleich als Einwechselspieler erzielt hatte, blieb draußen. Die Gastgeber machten das Spiel in der Anfangsphase. Nennenswerte Torchancen gab es noch keine in den ersten 20 Minuten. Dann erreichte eine Hereingabe den Braunschweiger Marcel Bär, doch Uerdingens Schlussmann Lukas Königshofer machte sich breit, parierte den Schuss (21.). Wenig später schoss Nick Proschwitz knapp am KFC-Tor vorbei. Es folgte ein Schreckmoment. Krefelds Mittelstürmer Adriano Grimaldi ging bei einem Sprint zu Boden, konnte nicht weiterspielen. Eine schwere Muskelverletzung, hieß es nach dem Spiel. Vogel geht von einer längeren Pause aus. Für Grimaldi kam Selim Gündüz in die Partie. Franck Evina rückte ins Zentrum.

Erstmals musste sich jetzt auch Braunschweigs Torwart Jasmin Fejzic strecken, als ihn Boubacar Barry aus der Distanz prüfte. Unverändert kamen die Krefelder wieder auf den Rasen. Wieder hatten sie in dieser Begegnung mehr Ballbesitz, aber keinen Effekt auf das Resultat. Das änderte sich nach einem Freistoß in der 53. Minute. Assani Lukimya köpfte den Ball zum 1:0 in die Maschen. Das Spielglück, das Vogel bisher vermisst hatte, begünstigte nun die Krefelder. Nach dem groben Foulspiel Marc Pfitzners gegen Roberto Rodriguez sah der Gast die Rote Karte. Die Krefelder für die letzten 30 Minuten in Überzahl. Doch der Tabellenführer schlug noch einmal zurück. Der eingewechselte Yari Otto traf aus der Distanz (72.). Die Uerdinger Deckung ließ ihn an der Strafraumgrenze alleine. Und es kam noch schlimmer. Lukimya fälschte einen Fernschuss unhaltbar ins eigene Tor ab, und die Krefelder standen mit leeren Händen da.

Der Moment des Spiels: Der erst zur Halbzeit eingewechselte Braunschweiger Marc Pfitzner foulte Roberto Rodriguez im Mittelkreis bei einem Konterversuch grob. Schiedsrichter Florian Badstübner hatte kein Erbarmen. Der Braunschweiger flog mit der Roten Karte vom Platz. Die Uerdinger also 30 Minuten in Überzahl bei eigener 1:0-Führung. Doch dieser Platzverweis sollte sich als Wendepunkt des Spiels herausstellen. Zugunsten der Gäste.

Der Mann des Spiels: Danilo Wiebe hatte Mut. In der 82. Minute zog der Braunschweiger aus 20 Metern aus zentraler Position ab. Lukimya fälschte den Ball unhaltbar ab. Königshofer war ohne Chance. Großer Jubel bei den Gästen, die in Unterzahl die Partie drehten. „Der Gegner hat sich getraut zu schießen“, sagte Lukimya.

Der Aufreger des Spiels: Nach nur einer halben Stunde ging Krefelds Mittelstürmer Adriano Grimaldi bei einem Sprintversuch zu Boden. Er wurde behandelt, konnte aber nicht mehr auftreten. Eine schwere Muskelverletzung. Vogel rechnet mit einer längeren Pause. Der KFC teilte nach Spielschluss mit, dass sich Grimaldi am Montag zu weiteren Untersuchungen in Behandlung begebe.

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