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KFC Uerdingen: Wer löst das Sturmproblem?

3. Liga : Wer löst das Sturmproblem des KFC?

Adriano Grimaldi dürfte aufgrund seiner Erfahrung in einem fitten Zustand beim KFC Uerdingen gute Karten besitzen, gegen Ingolstadt von Beginn an aufzulaufen.

Sie sind die Spezialisten, wenn es ums Toreschießen geht. Auf ihnen ruhen die größten Hoffnungen, wenn es gilt, eine Lücke in den Abwehrmauern des Gegners zu finden. Männer mit Torinstinkt, die nicht lange fackeln, die mit einer Ballberührung die Arbeit einer ganzen Mannschaft zum Erfolg bringen können. Die Idealvorstellung an einen Stürmer ist klar definiert. Doch umso schwieriger gestaltet sich nicht nur für den KFC Uerdingen, der am Sonntag gegen Aufstiegs-Kandidat FC Ingolstadt in die Saison startet, die Suche nach eben solchen Typen im Strafraum.

Echte Torjäger, die 20 Treffer in einer Spielzeit versprechen, sind rar gesät und kosten oft Unsummen an Geld. Der KFC um Trainer Stefan Krämer hat sich dafür entschieden, die Last auf viele Schultern zu verteilen. Nicht nur die Stürmer, auch die Mittelfeldspieler, sollen bei der Punktejagd ihre Qualitäten gewinnbringend einsetzen. In der vergangenen Saison präsentierten sich die Krefelder in dieser Disziplin jedoch viel zu schwach, um ein Wörtchen um den Aufstieg mitreden zu können. Das soll nun besser werden – wenn alle mithelfen.

Wie sah es zuletzt aus?

40 Tore in 38 Spielen. Das war eine Minusbilanz im Vorjahr. Nur Absteiger SG Sonnenhof Großaspach war noch schlechter. Ein Vollstrecker entwickelte sich beim KFC nicht. In Adriano Grimaldi, Osayamen Osawe und Tom Boere standen drei gelernte Angreifer im Kader. Grimaldi jedoch darf mildernde Umstände bei seiner Bewertung geltend machen. Der Deutsch-Italiener kam wegen anhaltender Verletzungsgeschichten auf nur neun Einsätze in der vergangenen Saison. Ein Tor gelang ihm dabei. Der Niederländer Tom Boere, eine Nachverpflichtung kurz vor Schließung des Transfermarktes, brachte es auf neun Treffer in 21 Spielen, was schon eher nach einer Bilanz eines Angreifers aussieht. Doch vom Glanz in der Hinrunde blieb auch bei Boere in der Rückserie nicht mehr viel übrig. Im Saisonfinale fiel er verletzt aus. Osayamen Osawe fällt noch zu oft falsche Entscheidungen am und im Strafraum, fungiert mehr als Vorbereiter und Zuarbeiter mit seiner hohen Geschwindigkeit.

Wer geht?

Tom Boere hat den Verein verlassen und sich dem potenten Aufsteiger Türkgücü München angeschlossen, wie auch sein Teamkollege René Vollath. Am 12. Dezember wird es ein Wiedersehen mit den Uerdingern geben.

Wer bleibt?

Adriano Grimaldi und Osayamen Osawe sind an Bord geblieben. Grimaldi startet seinen nächsten Anlauf, beim KFC Fuß zu fassen und zu alter Stärker zurückzufinden, die er zum Beispiel in seiner Dienstzeit bei Preußen Münster ausstrahlte. Der robuste Mittelstürmer kam damals auf 30 Tore und 13 Vorlagen in 74 Partien beim Drittligisten. Seit seiner Ankunft in Uerdingen im Januar 2019 aber war er meistens verletzt. Trainer Krämer hofft für ihn auf eine längere Phase der Gesundheit: „Wir wollen ihn zurück zu alter Stärke bringen, aber dafür reichen fünf Woche nicht aus. Ich hoffe, dass er jetzt frei von Verletzungen bleibt.“ Wer kommt?

Aus der Nachwuchsschmiede von Hertha BSC Berlin kommt der 21-jährige Muhammed Kiprit, der in der Regionalliga Nordost in 43 Spielen 25 Tore schoss, sein Können aber in der 3.Liga noch nicht bewiesen hat. Der KFC ist seine erste Station im deutschen Profifußball. Ein kurzer Abstecher auf Leihbasis in die zweite österreichische Liga zum FC Wacker Innsbruck war nicht von durchschlagendem Erfolg gekrönt. „Er hat gezeigt, dass er Tor machen kann. Er bringt den Torinstinkt mit“, sagt Krämer.

Wer hat einen Stammplatz?

Der Sturm für die Anfangsformation stellt sich quasi von selbst auf. Osayamen Osawe fällt noch mit einem Muskelfaserriss aus. Da bleiben nur die etatmäßigen Angreifer Kiprit und Grimaldi. Krämer verwies aber auch auf die beiden Mittelfeldspieler Heinz Mörschel und Mike Feigenspan, die im Sturm aushelfen könnten. Grimaldi aber dürfte aufgrund seiner Erfahrung in einem fitten Zustand die besten Karten besitzen.

Was muss getan werden?

„Wir sind nominell vernünftig aufgestellt“, sagt Krämer. Es bleibt jedoch dabei: Auf den einen Stürmer, der die gegnerische Abwehr knackt, will und wird sich der KFC nicht verlassen. „Wir müssen die Torgefahr auf viele Schultern verteilen“, sagt Stefan Krämer.