KFC Uerdingen vs. Rostock - Ein Schwerverletzter nach Randale am Duisburger Hauptbahnhof

Krawalle bei KFC-Spiel : Ein Schwerverletzter nach Fan-Randale in Duisburg

Vor und nach dem Fußballspiel KFC Uerdingen gegen Hansa Rostock ist es zu Ausschreitungen gekommen. Im Duisburger Hauptbahnhof wurde ein Anhänger schwer verletzt. Der Bahnhof wurde zwischenzeitlich abgeriegelt.

Nach dem Drittligaspiel zwischen dem KFC Uerdingen und Hansa Rostock ist es im Hauptbahnhof in Duisburg zu weiteren Auseinandersetzungen zwischen Fans beider Vereine gekommen. Schon vor dem Spiel am Samstagnachmittag waren Fan-Gruppen aufeinander losgegangen. Rund 160 Anhänger hatten sich geprügelt.

Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war nach der Partie ein Anhänger im Duisburger Hauptbahnhof zwischen Bahnsteigkante und Zug geraten und schwer verletzt worden. Er musste notärztlich behandelt werden, schwebe aber nicht in Lebensgefahr, erklärte ein Sprecher der Polizei gegenüber unserer Redaktion. Der Verletzte wurde in ein Krankenhaus gebracht. Zunächst hatte es geheißen, dass es sich bei dem Verletzten um einen Fan aus Rostock handeln soll. Aus Fankreisen erfuhr unserer Radaktion am Sonntag, dass der Verletzte ein Anhänger des KFC Uerdingen sein soll. Die Polizei konnte dazu auf Nachfrage am Sonntagnachmittag keine Auskunft geben.

Unklar sei aber, ob der Vorfall in Zusammenhang mit den Ausschreitungen steht, so ein Sprecher der Polizei. Eine Ermittlungskommission sei zur Aufklärung eingerichtet worden. Der Hauptbahnhof in Duisburg war nach dem Vorfall komplett abgeriegelt worden. Zahlreiche Menschen saßen in dem Gebäude fest.

Der Bahnhof wurde abgeriegelt. An Gleis 10 soll es zu dem Zwischenfall gekommen sein. Foto: dpa/Marius Becker

Eine Hundertschaft riegelte den Hauptbahnhof in Duisburg ab

Die Duisburger Polizei hatte eine Hundertschaft zur Unterstützung der Bundespolizei gerufen. Der Zugverkehr im Duisburger Hauptbahnhof war komplett eingestellt worden. Die Personalien aller auf dem betreffenden Bahnsteig anwesenden Personen wurden festgestellt.

Auch am Abend waren noch zahlreiche Einsatzkräfte vor Ort, um mögliche Zeugen zu befragen. Außerdem seien immer noch Fans aus Rostock unterwegs gewesen, die offenbar in die Nähe von Anhängern aus Krefeld kommen wollten, so ein Polizeisprecher.

Die Polizei forderte Verstärkung an. Foto: dpa/Marius Becker

Chaotische Szenen - Für Bahnreisende war die Situation verwirrend

Für Bahnreisende war die Situation am Samstagabend verwirrend: „Erstmal durfte keiner aus dem Hauptbahnhof raus oder rein“, sagte ein Betroffener gegenüber unserer Redaktion. Auf den Bahnsteigen sei es zu chaotischen Szenen gekommen. „Zig Leute kletterten über die Gleise.“

Gleis 10 war komplett abgeriegelt worden. Dort war es zu dem Zwischenfall gekommen. Auch bei Twitter fragten sich Nutzer, warum der Hauptbahnhof abgeriegelt wurde. Das Gebäude war dicht gemacht worden, um sich ein Bild von der Lage zu machen. Man habe zunächst herausfinden wollen, wer etwas mit dem Vorfall zu tun haben könnte und wer nicht, so ein Polizeisprecher.

Zugverkehr in Duisburg war eingestellt worden.

Bahnreisende mussten auch am Abend mit massiven Störungen rechnen. Zahlreiche Linien waren nach Angaben der Deutschen Bahn betroffen, wurden umgeleitet oder fielen aus. Erst gegen 18 Uhr konnte die Streckensperrung wieder aufgehoben werden, teilte die Deutsche Bahn bei Twitter mit.

Trotzdem hielten zunächst weiterhin keine Züge in Duisburg. Erst gegen 18.30 Uhr gab es eine erste Entwarnung der Deutschen Bahn: „Polizeiliche Ermittlungen in Duisburg Hbf beendet. In Kürze fahren die Züge wieder auf der geplanten Strecke mit allen geplanten Halten. Im betroffenen Streckenabschnitt staut sich zurzeit der Zugverkehr.“ In der Folge kam es laut Angaben der Bahn immer noch zu Verzögerungen.

(pasch)
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