KFC Uerdingen vor richtungsweisendem Spiel gegen den KSC

Fußball: KFC-Trainer Meier erwartet Einigkeit auf dem Platz

Das Spiel am Freitag gegen Karlsruhe ist auch ein Charaktertest, den das Team ohne den verletzten Stefan Aigner angehen muss.

Der Karlsruher Marvin Pourié ist mit zwölf Saisontreffern der zweitbeste Schütze der 3. Liga. Am Freitagabend wird er mit dem Tabellenzweiten KSC Station beim KFC Uerdingen machen. Für die Badenser steht das Ziel Aufstieg über allem, was der jüngste 2:1-Heimsieg gegen den Spitzenreiter VfL Osnabrück untermauerte. „In dieser Liga geht alles über den Willen“, sagte Pourié in diesen Tagen dem Fachmagazin Kicker.

Trainer Norbert Meier: „Es ist immer wieder ein Abarbeiten“

Ein Satz, den KFC-Cheftrainer Norbert Meier zu gerne unterschreibt: „Kein Spielausgang ist im Vorfeld vorauszusagen. Es ist immer wieder ein Abarbeiten“, sagt der 60-Jährige, der mit seiner Mannschaft am vergangenen Freitag in Halle einen schlimmen Abend erlebt hatte. Beim 0:4 waren seine Spieler chancenlos. Der Ausdruck Mannschaftsleistung verbot sich für die Vorstellung der Krefelder. Vielmehr hatte man den Eindruck, ein jeder KFC-Fußballer sei nach dem frühen Rückstand zu sehr mit sich selbst beschäftigt. Die Rädchen griffen nicht mehr ineinander. Soll sich so ein Abend am Freitag im Heimspiel ab 19 Uhr gegen den Karlsruher SC nicht wiederholen, sind große Veränderungen nötig.

Die Krefelder sind seit sieben Spielen ohne Sieg, holten nur zwei Punkte. „Wir sind nicht der Favorit“, sagt Meier, „der Prozess, in dem wir uns befinden, muss weitergehen. Ich erwarte Einigkeit auf dem Platz. Das haben wir gegen Münster über lange Phasen geschafft, gegen Halle aber nicht.“

Die Startelf gegen den KSC wird eine andere als in Halle sein

Neun Punkte beträgt der Rückstand auf den KSC, sechs auf den Relegationsrang drei. Die Zeit zu siegen drängt für die Krefelder, wenn sie in dieser Saison noch im Rennen um den Aufstieg mitreden wollen. Vom Aufstieg aber spricht in diesen Tagen ohnehin kaum jemand ernsthaft an der Grotenburg. Zu vermessen wäre es angesichts des andauernden Negativlaufs.

Trainer Norbert Meier führt viele Gespräche mit Spielern und auch mit KFC-Präsident Mikhail Ponomarev. „Fehler werden gemacht. Wir dürfen die Jungs aber nicht verdammen. Mit diesem Kader muss es weitergehen“, sagt der KFC-Coach, der jedoch für das Freitagspiel einige Veränderungen der Startelf in Aussicht stellt. Angehen muss Meier das Unterfangen Karlsruhe allerdings ohne Offensivspieler Stefan Aigner. Dieser zog sich am Dienstag eine Knieverletzung zu, wird nach Aussage des Trainers aller Wahrscheinlichkeit nach gegen Karlsruhe und am kommenden Dienstag in Zwickau ausfallen.

Vollath, Beister, Maroh und Konrad sind im Mannschaftsrat

Derweil hat Norbert Meier in diesen Tagen den Mannschaftsrat aufgefüllt. Ihm gehörten nach der Demission Christopher Schorchs und Tanju Öztürks nur noch der etatmäßige Kapitän Mario Erb und sein letzter verbliebener Vertreter Stefan Aigner an. Neu dazu bestellte Meier nun Torwart und Kassenwart René Vollath, Maximilian Beister, Dominic Maroh und Manuel Konrad.

Auch im Umfeld gab es Zuwachs. Der KFC hat Frank Heinemann als zusätzlichen Co-Trainer neben Stefan Reisinger, der gleichzeitig auch den Posten des Teammanagers ausfüllt, an Bord geholt. Meier: „Beide sind gleichberechtigt. Wir wollen die Arbeitsbelastung ein bisschen verteilen.“ Künftig sollen nicht mehr zwei Stühle für die Trainer am Spielfeldrand stehen. Meier und seine Assistenten wollen lieber auf der Ersatzbank Platz nehmen – oder gegebenfalls stehen.

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