KFC Uerdingen und die Probleme mit dem Image

Fußball: Donald Trump lässt grüßen

Zu: Chaostage beim KFC: Trainer Krämer gefeuert, WZ vom 28. Januar

Als KFC-Fan und ehemaliger Vorstand des KFC Uerdingen verfolge ich aufmerksam und genau die Entwicklung unseres Clubs und war bis Dezember 2018 vom Verein und von der Mannschaft begeistert und überzeugt, dass der bisher eingeschlagene Weg der einzig richtige ist und auch zukünftig sein wird. Das bin ich im Prinzip auch heute noch, aber was für viele, wie auch für mich, verstörend und fremd wirkt, sind die Art und Weise, wie bei Personalentscheidungen mit der Öffentlichkeit, insbesondere mit den Fans und mit der Presse, umgegangen wird.

Dass die Entlassung von Trainer Stefan Krämer menschlich gesehen schade, aber sportlich gesehen notwendig war, bezweifeln die wenigsten. Wie aber jetzt die Verantwortlichen des KFC mit der Sache umgehen, ist weder professionell noch transparent und trägt nicht dazu bei, den Ruf des KFC Uerdingen zu fördern. Es ist einfach respektlos. Darüber hinaus schießen Spekulationen wie Unkraut aus dem Boden und bringen unseren KFC ins Gerede und in ein schlechtes Licht.

Präsident Mikhail Ponomarev hat für den Verein viel getan, und sein Statement zum KFC und zur Stadt Krefeld sind starke Eckpfeiler für eine kontinuierliche Weiterentwicklung des Vereins Richtung Profifußball. Doch es kann nicht sein, dass man im Stile eines Donald Trump die Presse ausgrenzt und dabei vor allem die Fans und die sportinteressierte Öffentlichkeit regelrecht vor den Kopf stößt. Transparenz schafft Vertrauen, auch wenn man als Fan nicht immer jede Entscheidung, die im Verein getroffen wird, gutheißt.

Trotzdem trägt man sie mit, so im Fall von Ex-Trainer André Pawlak und bei vielen verdienten Stammspielern, die den Verein nach den Aufstiegen verlassen mussten. Der Erfolg gab Ponomarev in allen bisher getroffenen Entscheidungen Recht und wird es wohl auch zukünftig wieder tun. Geld und Erfolg sind im Fußball überlebenswichtig, aber eben nicht alles. Anders als in der Geschäftswelt spielen im Fußball vor allem Emotionen und Sympathie eine sehr große Rolle. Dafür braucht man einfach die Öffentlichkeit, die Fans und auch die Presse. Vor allem dann, wenn es mal nicht läuft oder es mal unruhig im Verein wird. Da braucht man besonnene und mit gutem Fingerspitzengefühl ausgestattete Verantwortliche, die mit den Institutionen vernünftig offen und ehrlich umgehen. Damit vermeidet man „Fake-News“ und unseriöse Spekulationen. Davon ist die KFC-Führung leider noch so weit entfernt wie von der Champions League.

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