KFC Uerdingen - So sieht die Zukunft der Grotenburg aus

KFC Uerdingen: So sieht die Zukunft der Grotenburg aus

Das Stadion des KFC Uerdingen kann laut einem Gutachten für dritte und zweite Liga modernisiert werden. Doch die millionenschwere Umgestaltung hat es in sich. Ein Überblick.

Wie sieht die Zukunft der Grotenburg aus? Monatelang hatten die Anhänger und Vereinsverantwortlichen des KFC Uerdingen auf die Antwort dieser Frage warten müssen. Am Donnerstag stellte die Stadt nun endlich die alles entscheidende Studie zur Sanierungsfähigkeit der altehrwürdigen Kampfbahn vor.

Die gute Nachricht vorne weg: Das Stadion kann soweit modernisiert werden, dass sowohl Spiele in der dritten als auch in der zweiten Liga in Zukunft möglich sind. Doch die Umgestaltung hat es in sich. Bis zu 20 Millionen Euro müssen in die Hand genommen werden. Eine Fertigstellung ist für den Sommer 2020 realisierbar. Die WZ gibt einen Überblick über die Studie und die Auswirkungen für die Grotenburg:

Zustand

Das Stadion ist nach Aussage von Matthias Schöner vom Planungsbüro Albert Speer + Partner (AP+S) in so einem schlechten Zustand, dass nicht mal mehr Regionalligaspiele in der Grotenburg ausgetragen werden könnten – und dürften. „Die Westtribüne ist in dieser Bauart nicht mehr zulässig.“ Auch die seit Jahren geschlossene Osttribüne sei in keinem guten Zustand, Abriss und Neubau deshalb alternativlos.

Perspektive

Die Modernisierung des Stadions ist möglich – sowohl für Spiele der 2. als auch der 3. Liga. „Wir haben bei der Vergabe der Machbarkeitsstudie zur Sanierung der Grotenburg auch einen Aufstieg des KFC Uerdingen in die 2. Liga bedacht“, versicherte Oberbürgermeister Frank Meyer am Donnerstag. Möglich wäre sogar noch mehr. Bei größeren Umbauten könnten sogar Bundesligapartien in der Grotenburg ausgetragen werden. Doch dazu müsste neben eines Umbaus der Haupttribüne ein Neubau von Ost- und Westtribüne erfolgen.

Stadionumbau

Die Stadt plant die Grotenburg in einem „modularen Ausbauverfahren“ soweit herzurichten, dass der KFC künftig auch Zweitligaspiele an der Berliner Straße austragen könnte. Dazu muss die Grotenburg unter anderem in neue Sektoren mit separaten Zugängen und Rettungswegen aufgeteilt werden. Gästefans sollen zukünftig auf der Gegentribüne sowohl einen Steh- als auch einen Sitzplatzbereich angeboten bekommen. Rund 1500 Plätze wird es in der Grotenburg für Auswärtsfans geben. Auf der Gegengerade sind ebenfalls Sitzplätze für Anhänger des KFC und neutrale Besucher geplant. Abgetrennt wird der Gästebereich zu dem Heimsitzblock auf der Gegengeraden durch einen Pufferblock.

Die Haupttribüne wird aufgrund der Erneuerung von Flucht- und Zugangswegen ebenfalls neu aufgeteilt. Business- und Pressebereiche werden vergrößert. Nach dem Ausbau soll das Stadion eine Gesamtkapazität von mehr als 15 000 Plätzen besitzen. Dafür muss die Osttribüne neu gebaut werden. Weil der Block zu steil ist, ist in ein Abriss unumgänglich. „Es muss ein Neubau mit Tribünendach her“, so Schöner. Die „Ost“ soll zukünftig als reiner Stehplatzbereich und damit als Stimmungsblock dienen.

Kosten

Die Sanierung des Stadions gemäß den Anforderungen für den Spielbetrieb in der 3. Liga müssen laut der Studie auf rund 10,5 Millionen Euro beziffert werden. Zur Erinnerung: Der Rat der Stadt Krefeld bewilligte bislang 8,7 Millionen Euro zur Sanierung der Grotenburg. Für die Modernisierung für den Spielbetrieb in der 2. Liga sind laut Planungsdezernent Martin Linne weitere Investitionen von sechs bis zehn Millionen Euro durch den Umbau der Osttribüne und weitere bauliche Veränderungen im Umfeld des Stadions notwendig.

So sollen die Spielfelder vor dem Stadion Parkplätzen weichen, die Grotenburg zur reinen Spieltagsstätte werden. Dass die Sanierung allein aus Haushaltsmitteln gestemmt werden kann, bezweifeln die Verantwortlichen der Stadt. Auf die Frage hin, inwieweit der KFC auch bereit wäre, sich an den Umbaukosten zu beteiligen, antwortete KFC-Vorstandsmitglied Frank Strüver: „Wir sind in guten Gesprächen mit allen Beteiligten. Man muss schauen, wie solch ein Geschäftsmodell aussehen können.“

Zeitplan

„Realisierbar ist die Fertigstellung bis Sommer 2020“, sagt Dezernent  Linne. Dies sei der einzuhaltende Zeitplan, wenn die Stadt alle anfallenden Arbeiten (Planung, Ausschreibungen) selber durchführen würde. „Eventuell gibt es da noch die Möglichkeit, dass wir Teile davon abgegeben“, so Linne, der in diesem Fall auf eine Beschleunigung des Zeitplans hofft. Fakt ist aber, dass der KFC sich für die kommende Saison erneut in einem benachbarten Stadion einmieten muss – unabhängig von der Ligazugehörigkeit. Strüver: „Wir haben den MSV Duisburg immer über die aktuelle Entwicklung informiert und sind auch hier in guten Gesprächen.“ Selbst die mögliche Konstellation, in der beide Teams in der 2. Liga antreten und sich ein Stadion teilen, sei laut Strüver möglich.

Trainingszentrum

Wenn die Grotenburg zur reinen Spielstätte wird, braucht der KFC zukünftig einen weiteren Standort für ein Trainingszentrum. Überlegungen für ein neues Trainingszentrum gebe es laut Oberbürgermeister Frank Meyer zwar bereits, spruchreif sei aber noch nichts. Derzeit trainiert der KFC unter anderem auf der Bezirkssportanlage des SV Oppum.

Mehr von Westdeutsche Zeitung