1. Sport
  2. Fußball
  3. KFC Uerdingen

KFC Uerdingen schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf

3. Liga : KFC Uerdingen schöpft neue Hoffnung im Abstiegskampf

Nach zuletzt drei Niederlagen in der 3. Liga gelingt dem Team von Interimstrainer Stefan Reisinger ein 2:0-Sieg gegen Türkgücü München.

Die Hoffnung auf den Klassenerhalt lebt beim Fußball-Drittligisten KFC Uerdingen weiter. Nach drei Niederlagen in Folge gab es mal wieder einen Sieg. 2:0 gewann die Mannschaft von Interimstrainer Stefan Reisinger bei Türkgücü München. Gustav Marcussen und Kolja Pusch trafen für die Krefelder im Münchner Olympiastadion gegen allerdings weitgehend harmlose Hausherren.

Die Lage in der Abstiegszone bleibt dennoch angespannt. „Es werden noch extrem harte vier bis fünf Wochen“, sagte Reisinger. KFC-Hauptinvestor Roman Gevorkyan, der die Partie vor Ort miterlebte und mit der Mannschaft in einer Chartermaschine nach München geflogen war, ließ sich nach dem Auswärtserfolg auf Vereinskanälen so zitieren: „Wir glauben fest daran, dass unsere Jungs den Klassenerhalt packen werden. Unsere Geschichte beim KFC beginnt gerade erst. Wir werden gemeinsam viele Kapitel in diesem Buch schreiben - ungeachtet dessen, was in den nächsten Spielen passiert.“ 

Der Mann des Spiels

Mit einem gezielten Linksschuss vollendete Kolja Pusch den 2:0-Sieg. Als Außenbahnspieler aufgeboten zog er in den Strafraum und zirkelte den Ball ins lange Eck. Die Taktik Reisingers war aufgegangen. Der Spieler zahlte das in ihn gesetzte Vertrauen zurück.   

Die Szene des Spiels

In Gedanken waren die Spieler des KFC auch bei ihrem Mannschaftskollegen Adriano Grimaldi, der am Freitag mit Covid-19-Symptomen ins Krankenhaus kam. Nach dem Treffer von Gustav Marcussen zum 1:0 hielten die Jubiliere ein Trikot mit Grimaldis Namen in die Höhe. Auch nach dem Spiel in der Kabine widmeten sie den Sieg ihren Teamkollegen Grimaldi und den verletzten Tim Albutat.

Die Chronik des Spiels

Das Münchner Olympiastadion war nie eine Stätte des Erfolgs gewesen für den KFC. 17 Niederlagen und zwei Unentschieden verbuchten die Uerdinger in ihrer Geschichte an diesem Ort. Übergangstrainer Stefan Reisinger nahm auf der Torwartposition eine Veränderung vor. Hidde Jurjus kehrte zurück, Lukas Königshofer musste nach sechs Partien in der Startelf zurück auf die Bank. Gino Fechner war ebenfalls nach längerer Pause wegen einer Covid-19-Infektion wieder erste Wahl.

Die Gäste begannen energischer als noch vor einer Woche in Verl, ehe die Münchner dann aber mehr und mehr Ballbesitz für sich beanspruchten. Nico Gorzel köpfte freistehend weit über das Tor. Beide Mannschaften hatten Mühe, sich in den ersten 30 Minuten Chancen zu erspielen. Münchens Torhüter René Vollath, in der vergangenen Saison noch für den KFC zwischen den Pfosten, verhinderte danach mit einer Hand den Führungstreffer durch Muhammed Kiprit. Wenig später fand ein Querpass des Krefelders im Strafraum keinen Abnehmer in den eigenen Reihen. Die Uerdinger Abwehr stand sicherer, wurde von den ideenlosen Gastgebern nicht vor große Aufgaben gestellt. Im Angriff fehlte im ersten Durchgang die schon viel beobachtete Ungenauigkeit beim letzten Zuspiel oder der finalen Aktion. Torlos ging es in die Halbzeit.

Dann aber gab es Grund zum Jubeln. Gustav Marcussen bezwang Vollath aus der Distanz (51.). Der KFC blieb bei Konterattacken gefährlich. Christian Dorda prüfte Vollath, der aber schnell auf dem Boden war. Kolja Pusch erhöhte mit einem Linksschuss von der Strafraumgrenze auf 2:0. Türkgücü ließ den Ball zwar gefällig laufen, ließ aber die ganz große Zielstrebigkeit und Torgefahr vermissen. Vor allem am eigenen Strafraum traten die Münchner in den Duellen zaghaft auf, gewährten ihren Kontrahenten zu viel Platz, die diesen aber auch effizient zu nutzen wussten.

Dorda ging mit einer Oberschenkelblessur vom Feld und ließ sich behandeln. Das Spiel plätscherte dahin, vom Gastgeber war kein Aufbäumen mehr zu erkennen. Ein angenehmer Nachmittag aus Krefelder Sicht ging zu Ende.

Die Verletzung bei Dorda könnte gravierender sein. Sein Einsatz im Nachholspiel am Samstag, 1. Mai (14 Uhr), gegen Dynamo Dresden steht auf der Kippe. In Dresden musste Trainer Markus Kauczinski am Sonntag nach der 0:3-Niederlage gegen Halle seinen Hut nehmen. Ein Nachfolger wird gesucht.