KFC Uerdingen: Reisinger mag es schnell und schnörkellos

Fußball : Reisinger mag es schnell und schnörkellos

Der frühere Bundesligastürmer und jetzige Übergangstrainer beim KFC Uerdingen will defensiv besser stehen und im Angriff konsequent zuschlagen.

Als früherer Torjäger für den SC Freiburg, Greuther Fürth und Fortuna Düsseldorf hat Stefan Reisinger eines gelernt. Es kommt auf die Geschwindigkeit im gegnerischen Strafraum an. Im Kopf und in den Beinen, um sich einen Vorteil gegen die Verteidiger zu verschaffen. Der heute 38-Jährige, der den Drittligisten KFC Uerdingen als Übergangstrainer ins Auswärtsspiel am Sonntag beim SV Meppen führt, hat in den wenigen Tagen seit seiner Amtsübernahme am Dienstagabend versucht seine Erfahrungen an die Uerdinger Fußballer weiterzugeben. „Es ist mein Naturell. Ich denke offensiv“, sagt der gebürtige Landshuter. Und so versuchte er im Training schon seinen Stempel aufzudrücken. „Ich habe mit den Offensiven schon viel gemacht. Flanken, Torabschlüsse, alles schnell und schnörkellos“, sagt Reisinger. Einfacher Fußball eben, der möglichst zum Erfolg führen soll.

Am Sonntag soll das Angriffsmuster schon erkennbar werden. Dort in Meppen coachte Reisinger, der anders als sein Kollege und Fußball-Lehrer Frank Heinemann nur über die A-Lizenz verfügt, schon im vergangenen Februar, als er das Amt von Stefan Krämer für eine Partie übernommen hatte. Und lange sah es nach einem Auswärtssieg aus. In der Schlussphase jedoch ließen sich die Krefelder noch eine 2:0-Führung nehmen, verloren noch 2:3 in der Nachspielzeit. Einer der vielen Nackenschläge, die in der Rückrunde noch folgen sollten. Diesmal soll alles besser werden, die Trendwende eingeleitet werden beim Tabellensiebzehnten, der sich in unruhigen Fahrwassern befindet. Die Entlassung Heiko Vogels am Dienstag war der fünfte Trainerwechsel in diesem Kalenderjahr. Einen nachhaltigen Aufschwung brachten die Veränderungen auf der Trainerbank bisher nicht.

Ex-Profi will ein schnelles Umschaltspiel sehen

„Ich werde den Fußball in der kurzen Zeit jetzt nicht neu erfinden“, dämpft Reisinger schon einmal die Erwartungen an zu viele Neuerungen. Wohl aber hat er in den Übungsstunden schon einmal elementare Dinge des modernen Fußballs neu eingeschliffen. Das schnelle Umschalten von Abwehr auf Angriff und umgekehrt. Zudem möchte der Interimstrainer auch zupackende Angriffe sehen: „Wir müssen schnell nach vorne kommen, Abschlüsse im höchstem Tempo suchen.“ In den Gesprächen mit seinen Spielern sei er auf Verunsicherung gestoßen, was angesichts der sportlichen Entwicklung und der Negativerlebnisse nicht verwundert.

Ein bestimmtes Spielsystem favorisiert er nicht. „Das sind eh nur Nuancen zwischen den Systemen. Ich will hier keinen Hokuspokus machen.“ Den Konkurrenzkampf hatte Reisinger bei seinem Amtsantritt neu ausgerufen. Jeder habe eine Chance zu spielen. Alte Erbhöfe gebe es nicht. „Es werden da am Sonntag zehn Feldspieler auf dem Platz stehen, die eine Topleistung abrufen. Egal, wer es ist“, sagt der 38-Jährige.

Den derzeit besten Uerdinger Stürmer Franck Evina sieht er eher im Zentrum als auf den Flügeln. Der Kameruner war nach einem starken Saisonstart in der Spitze von Vorgänger Heiko Vogel auf die Außenbahn gestellt worden, mit nur noch mäßigem Erfolg. Evina und Tom Boere als Angreifer? Das ist wohl vorstellbar, zu tief in die Karten wollte sich Reisinger aber noch nicht blicken lassen.

Am Sonntagnachmittag will er seinen ersten Erfolg als Chef an der Seitenlinie einfahren. „Ich habe Meppen einige Male gesehen. Es ist ein heißes Pflaster dort. Der Gegner hat gute Umschaltmomente.“ Die will er von seinem Team dann auch sehen.

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