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KFC Uerdingen: Neue Investoren vor Einstieg - Heimspiele in Lotte

3. Liga : KFC Uerdingen: Neue Investoren vor Einstieg - Heimspiele in Lotte

Neue Entwicklungen beim KFC Uerdingen: Armenische Investoren sollen die Anteile von Mikhail Ponomarev kaufen. Und eine neue Heimspielstätte wurde gefunden.

Der wirtschaftlich stark angeschlagene Fußball-Drittligist KFC Uerdingen steht vor einer womöglich zukunftsfähigen Lösung. Wie unsere Redaktion aus dem Umfeld des Vereins erfuhr, soll Investor Mikhail Ponomarev seine Anteile an der KFC Uerdingen 05 Fußball GmbH verkauft haben. Die neuen Anteilseigener sollen armenische Investoren sein, die bereits im Dezember vergangenen Jahres die Gegebenheiten beim KFC genauer unter die Lupe nahmen und unter anderem auch bei mehreren Ligaspielen vor Ort waren.

Bis zuletzt hatte KFC-Mäzen Mikhail Ponomarev, der Ende November seinen Abschied aus Krefeld angekündigt hatte, betont, einen geeigneten Nachfolger finden zu wollen. Dies scheint nun gelungen zu sein. Der Verein wollte die Einigung zwischen Ponomarev und den neuen Anteilseigner nicht kommentieren. Inwieweit der Verkauf der Anteile das Insolvenzeröffnungsverfahren des Vereins beeinflusst, ist noch unklar. Seit dieser Woche verschafft sich der vorläufige Insolvenzverwalter Claus-Peter Kruth einen Überblick über die finanzielle Situation des KFC. Dabei stand nach Angaben des Juristen zunächst im Vordergrund, „den Geschäfts- und Spielbetrieb“ aufrechtzuerhalten.

Entscheidug für Lotte:
Günstige Miete gibt Ausschlag

Dazu gehörte auch die Frage nach einem zukünftigen Heimstadion für den KFC, der nach Querelen um nicht gezahlte Stadionmieten für die Düsseldorfer Merkur-Arena zuletzt in Person von Mikhail Ponomarev angekündigt hatte, eine neue Heimspielstätte zu suchen. Auch hier soll nach WZ-Informationen eine Lösung gefunden worden sein. Der KFC wird zukünftig seine Heimspiele im westfälischen Lotte austragen. Zwar ist der Mietvertrag zwischen den Verantwortlichen aus Lotte uns der KFC-Geschäftsführung noch nicht unterschrieben, alle Details zur Miete des Stadions am Lotter Kreuz sind aber bereits geklärt. Bis zuletzt war auch immer wieder die Arena in Duisburg als mögliche Heimspielstätte der Krefelder bis zum Ende der Saison genannt worden. Nach anfänglichem Interesse soll der Kontakt von Vereinsseite aus aber zuletzt nicht mehr weiterverfolgt worden sein. Dies dürfte vor allem auch an den Mietkonditionen gelegen haben. Während der KFC in Düsseldorf für eine Saison rund 1,2 Millionen Euro an Stadionmiete zahlen sollte und damit pro Spiel rund 63 000 Euro zahlen musste, sollen für die neun noch zu spielenden Heimspiele in dieser Saison knapp unter 200 000 Euro fällig werden. Anders als in Düsseldorf müssen Cheftrainer Stefan Krämer, der nach WZ-Informationen am Freitagmittag von der KFC-Geschäftsführung über die aktullen Entwicklungen unterrichtet wurde, und sein Team in Zukunft vor ihren Heimspielen eine rund zweistündige Busfahrt auf sich nehmen.

Trainer Stefan Krämer will in München „etwas mitnehmen“

Am Samstag wird sich das Team zunächst aber zum Spiel beim FC Bayern München II auf den Weg machen. Die Frage nach dem Fitnesszustand seiner Spieler hat den KFC-Trainer Stefan Krämer in der zurückliegenden Woche verfolgt. Seine Mannschaft muss sich am Sonntag im Stadion an der Grünwalder Straße in München dem Nachwuchs des FC Bayern München erwehren. Exakt 21 Tage nach dem letzten Ligaspiel gegen Waldhof Mannheim, elf Tage davon in häuslicher Quarantäne nach einer Anordnung des Krefelder Gesundheitsamtes und zweier Coronafälle rund ums Team. Fast zwei Wochen ohne Platztraining und Laufeinheiten, gefolgt von zuletzt strapaziösen Übungsstunden zu Wochenbeginn und danach dosierter Belastung. Kann das gutgehen? „Ich hatte einen guten Eindruck vom körperlichen Zustand“, sagt Stefan Krämer am Freitag: „Es war besser als erwartet. Wir sind ja mit einer sehr guten Grundfitness in die Pause hineingegangen.“ In den Tagen daheim hätten seine Spieler nicht viel von ihrer guten Konstitution eingebüßt, hat der Fußball-Lehrer beobachtet.

Die neue Regel, nachdem in der Rückrunde nun fünf Wechsel erlaubt sind, festigt seinen Glauben: „Wir können damit dem Spiel schnell eine neue Balance geben, auf Dinge reagieren, Belastung anders verteilen. Ich bin überzeugt, dass wir aus Bayern etwas mitnehmen können.“