KFC Uerdingen nach DFB-Spruch zurück im Profifußball

KFC Uerdingen nach DFB-Spruch zurück im Profifußball

Sechs Tage musste der KFC Uerdingen Bangen, ob der Verein die Lizenz für die dritte Liga bekommt. Am Montagnachmittag gibt der Deutsche Fußballbund (DFB) die Entscheidung bekannt, die auch für Irritationen sorgt.

Krefeld. Tage des Bangens liegen hinter einer ganzen Stadt. Jetzt aber kann Krefeld aufatmen: Der dort beheimatete Fußball-Club KFC Uerdingen bekommt nach der mit Spannung erwarteten Entscheidung des Deutschen Fußball Bundes (DFB) am Grünen Tisch nun doch die Chance, in die 3. Liga aufzusteigen — und gehört damit in der kommenden Spielzeit 2018/19 wieder dem Profifußball an.

Mannschaft, Trainer und Vorstand des KFC Uerdingen werden nach dem Sieg in den Aufstiegsspielen zur 3. Liga am 28. Mai im Rathaus empfangen. Am Montag (4.6.) darf nun erneut gefeuert werden. Foto: Bischof, Andreas (abi)

Der DFB-Zulassungsbeschwerdeausschuss entschied am Montag am späten Nachmittag in Frankfurt einstimmig für den ehemaligen DFB-Pokalsieger und wird den Krefeldern die Lizenz erteilen. „Die Voraussetzungen sind gegeben“, sagte der DFB-Vizepräsident Rainer Koch. Die Entscheidung wurde auf den Internetseiten des DFB im Livestream übertragen — und in Krefeld von vielen Anhängern so live bejubelt. „Es gibt noch einen Fußball-Gott. Die letzten Tage waren für mich als Fan echt hart. Am liebsten würde ich nochmal eine Aufstiegsfeier veranstalten“, sagte Krefeld Oberbürgermeister Frank Meyer (SPD) am Montagabend erleichtert.

Auch der mächtige russische Clubchef und Gönner Mikhail Ponomarev, der schon seinen Abgang erwogen hatte, war erleichtert: „Wir freuen uns, jetzt nach vorne zu schauen. Vor uns liegt genug Arbeit, die wir mit Hochdruck angehen werden.“ Jetzt gehe es gemeinsam mit den Fans weiter in der 3. Liga.

Zuletzt hatte es ausgesehen, als scheitere der Krefelder Verein nach einer spannenden Regionalliga-Saison mit Meistertitel und einem für Uerdingen gewerteten Abbruchspiel in der Aufstiegsrelegation bei Waldhof Mannheim samt folgender Aufstiegsfeier am Rathaus doch noch an einer Formalie. Nach eingehender Prüfung sei aber nun klar, dass die geforderte Liquiditätsreserve über 1,2 Millionen Euro doch rechtzeitig vom KFC überwiesen, jedoch von der zuständigen Bank zu spät gutgeschrieben worden sei, teilte Koch mit. Die Nichteinhaltung der Frist hätte nach den Statuten zur Folge gehabt, dass keine Zulassung hätte erteilt werden könnte. Genau das hatte dem KFC gedroht.

Koch erläuterte nun am Montag die Historie des Falls: Die notwendige Zahlung der Uerdinger von 1,2 Millionen Euro, die den Spielbetrieb auch dann absichern soll, wenn der Verein in wirtschaftliche Schwierigkeiten geraten sollte, sei am 29. Mai um 7.50 Uhr bei der DFB-Bank als „normale Überweisung und nicht als Schnellüberweisung“ — wie Koch monierte — geleistet worden. Weil der Betrag erst nach der 15.30-Uhr-Ausschlussfrist am gleichen Tag gutgeschrieben wurde, sah sich der Verband zu einer Überprüfung veranlasst.

Ergebnis: „Die Verzögerung der Valutierung“ sei „ausschließlich auf die geltenden Geschäftsbedingungen zwischen dem DFB und der Commerzbank zurückzuführen“. Soll heißen: Die Bank rechnet sozusagen nicht minütlich, sondern täglich ab. Die Mannheimer, die von einer gegenteiligen Entscheidung profitiert hätten, reagierten irritiert. „Ich werde mit Sicherheit nochmal mit dem DFB sprechen und mir das erklären lassen“, sagte Waldhof-Geschäftsführer Markus Kompp. Der DFB will als Ergebnis der vergangenen Tage seine vorgegebenen Zahlungsfristen im Lizensierungsablauf künftig überarbeiten.

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