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KFC Uerdingen: Mit mehr Abschlüssen zum Erfolg

3. Liga : Mit mehr Abschlüssen zum Erfolg

KFC-Trainer Krämer fordert auch vom Mittelfeld noch eine Steigerung, um die Torarmut zu beenden.

Ein langer Ball, geschlagen aus dem Mittelfeld, ewig in der Luft, doch nur der Münchner Leon Dajaku kann ihn erreichen. Über seine technische Unzulänglichkeit braucht man in dieser Szene nicht diskutieren. Der Stürmer des FC Bayern München II bugsiert den Ball glücklich mit einer Mischung aus Schulter und Kopf vorbei an Uerdingens Schlussmann Lukas Königshofer, der bei diesem kuriosen Abschluss auf dem falschen Fuß erwischt wird. Tor für den FC Bayern München. Und der KFC Uerdingen liegt wieder einmal im Rückstand.

So ereignete es sich am vergangenen Samstagnachmittag um zehn nach drei in der Düsseldorfer Arena. Ein zu einfaches Gegentor, wie Trainer Stefan Krämer befand. Kaum einer wird ihm in der internen Analyse widersprochen haben. Aber ein Beispiel dafür, was andere Teams versuchen, was ihnen oft misslingt, was aber in manchen Fällen auch zu einem glücklichen Treffer führt.

Ein Tor, teils mit dem Kopf, teils mit der Schulter erzielt – der Fernsehmoderator Arnd Zeigler hat dafür in seiner Spaß-Sendung „Zeiglers wunderbare Welt des Fußballs“ das Wort „Kacktor“ kultiviert – hätte der KFC in dieser Spielzeit gerne auch schon erzielt. Doch hat sich das Schicksal noch nicht den Wünschen der Krefelder gefügt. Zu wenige Abschlüsse, zu wenige hochkarätige Chancen, zu wenige finale Pässe, die zwingend zu etwas Zählbarem führen.

Trainer Krämer hat in seiner Mannschaft ob der ganzen zuwiderlaufenden Vorkommnisse eine gewisse Wut über die verpassten Siege ausgemacht. Verärgerung ja, aber noch keine Niedergeschlagenheit. Dazu kommt der Umstand, dass dort im gegnerischen Strafraum bisher kaum Männer im Uerdinger Trikot auftauchten, die ihrem Berufsstand nach in erster Linie für das Toreschießen zuständig sind.

Osawe nimmt wieder an Teilen des Mannschaftstrainings teil

Osayamen Osawe absolviert zwar wieder Teile des Mannschaftstrainings, soll aber noch nicht direkt in den Vollkontaktsport Fußball nach seiner langen Verletzungspause zurückkehren. Adriano Grimaldi  fügte seiner unrühmlichen Verletzungsgeschichte beim KFC noch ein weiteres Kapitel hinzu. Ein Muskelfaserriss zwingt ihn zu einer neuerlichen Pause. Vier bis fünf Wochen, so Trainer Stefan Krämer, dürfte der Deutsch-Italiener wieder fehlen.

Der 21-Jährige Muhammed Kiprit, aus der Regionalliga Nordost wegen seiner Jugend und seines Torinstinkts geholt, ist unverhofft schon der Alleinunterhalter. Die einzigen beiden KFC-Treffer in dieser Saison gehen auf seine Rechnung. Seine Qualität, seine Abgeklärtheit im Abschluss – das imponiert.

Das Mittelfeld ist noch mehr gefordert, wenn es um Tore und Punkte geht. Krämer wünscht sich allgemein mehr Abschlüsse: „Alle müssen noch etwas zulegen“, sagt er: „Da müssen wir das Herz auch mal in die Hand nehmen, manchmal nicht noch einmal quer spielen. Unsere Quote bei Torschüssen ist zu niedrig.“ Seine Forderung: Auch mehr Versuche aus der zweiten Reihe wagen, auf Abpraller lauern. Einfache Tore auch mal erzwingen, statt mit hohem Aufwand versuchen, eine Abwehr auseinander zu spielen. Gerade gegen diese Torarmut, die schon in der Vorsaison herrschte, wurden Leute wie Kolja Pusch, Mike Feigenspan oder Heinz Mörschel verpflichtet, neben anderen. Auch Christian Kinsombi zeigt gute Ansätze, aber auch er muss beim finalen Pass und im Abschluss noch ein paar Prozent zulegen. Pusch, der in der Vorbereitung auch einige Zeit verletzt ausgefallen war, wurde gegen München eine Stunde lang geschont, besitzt einen starken linken Fuß.

Dennoch: Fortschritte waren gegen München zu erkennen. Die Laufbereitschaft und die Moral stimmen. Auch näherte sich das Team nach dem Rückstand dem gegnerischen Tor an und kam prompt zum Ausgleich. „Wenn wir so weitermachen, werden die Ergebnisse bald kommen“, sagt Krämer voraus, der nicht verhehlt, dass er den einen oder anderen Punkt schon gerne mehr gesammelt hätte nach vier Spielen, aber anfügt: „Die Tabelle interessiert mich jetzt noch nicht.“ Der nächste Versuch auf Tore startet am Samstag gegen den FSV Zwickau. Einen Führungstreffer ersehnen sich die Krefelder. Er muss ja nicht unbedingt mit Schulter und Kopf erzielt werden.