KFC Uerdingen - Mit Joker Maurice Litka kommt die Wende

KFC Uerdingen: Mit Joker Maurice Litka kommt die Wende

Maurice Litka hat beim KFC-Sieg gegen Cottbus seinen ersten Saisontreffer gemacht. Bisher hatte der Stürmer viel Verletzungspech.

Die ersten Glückwünsche nahm Maurice Litka dankend an, als er vor der Fernsehkamera nach Abpfiff zu seiner Arbeitsleistung gefragt wurde. Zwar hatten die Kräfte nur für einen Kurzeinsatz gegen Energie Cottbus gereicht. Das genügte dem Offensivspieler des KFC Uerdingen aber zu einem gewinnbringenden Auftritt im Stadion der Freundschaft.

Litka: „Den Ball habe ich super getroffen. Es lief einfach“

2:0 siegten die Krefelder in der Lausitz. Und der Joker Maurice Litka war maßgeblich daran beteiligt, dass aus einem zähen Ringen, das auf ein 0:0 nach 76 Minuten zusteuerte, noch ein Sieg wurde. Erst legte Litka Sturmkollege Maximilian Beister zu dessen zweitem Saisontor auf, dann traf er selbst mit einem schönen Linksschuss aus der Distanz. „Es freut mich, dass ich der Mannschaft helfen konnte, wenn ich reinkomme. Bisher war ich ja viel verletzt. Den Ball habe ich super getroffen. Es lief einfach.“

Mit Litka kam die Wende im KFC-Spiel. Dass es überhaupt erst sein erster Saisontreffer in Liga drei war, lag auch an der Verletzungsgeschichte, die die Leihgabe des FC St. Pauli mitbrachte. Noch vor dem ersten Training beim KFC hatte sich Litka an der Schulter verletzt. Samt Operation fiel er bis September aus. Als er sich allmählich an die Mannschaft wieder herangearbeitet hatte, zog er sich einen Kapselriss im Sprunggelenk zu. Vor wenigen Wochen stellten die Ärzte dann einen Beckenschiefstand fest. Wieder eine Zwangspause. Trainer Stefan Krämer sagt: „Er war wegen seiner Verletzungen bisher noch nicht richtig da. Er ist fast wie ein Zugang im Winter. Jetzt hat er das Spiel für uns aber mit gewonnen.“ Wenn Litka im Vollbesitz seiner Kräfte ist, soll er in der Rückrunde noch mehr dieser Geniestreiche zeigen.

Krämer: „Er hat dem Spiel den entscheidenden Kick gegeben“

Der KFC-Trainer hatte ein gutes Näschen mit seiner Einwechslung bewiesen. Im Vorfeld des Spiels hatte er Litka als Option für das Spiel im Auge. Die Eindrücke täuschten nicht. Krämer: „Er hat dem Spiel den entscheidenden Kick gegeben.“ Krämer hatte in Oguzhan Kefkir, Stefan Aigner und Ali Ibrahimaj auf seine besten Schützen verzichten müssen. Das sah man dem Offensivspiel gerade im ersten Durchgang an. Viele Bälle wurden lang gespielt, versandeten aber oftmals im Niemandsland. Lucas Musculus im Sturmzentrum hatte es schwer, sich zu behaupten. Die Hereingaben waren ungenau. Die Cottbusser nutzen viele Aktionen, um schnell auf Angriff umzuschalten.

Nach der Pause war das anders. Mehr Dominanz, mehr Ball- und Spielkontrolle. Die Gastgeber fanden offensiv nicht mehr statt. Vor allem packten die Uerdinger im Mittelfeld besser zu. Beister hatte mit einer Hereingabe seinen Treffer quasi mit vorbereitet. Litka setzte sich mit einer schnellen Körpertäuschung vom Verteidiger ab, legte zu Beister in die Mitte - 1:0 (76.). Vor allem aber wirkten die Uerdinger in der Abwehr abgeklärt. „Da haben wir richtig erwachsen verteidigt“, lobte Krämer die Arbeit im Verbund und die Kompaktheit nach der Halbzeit.

Bis tief in die Nacht auf Sonntag dauerte die stundenlange Heimreise aus Cottbus nach Krefeld. Krämer gab seinem Team für Sonntag und Montag frei.

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