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KFC Uerdingen: Lange Pause für Van Ooijen und Traoré

3. Liga : Lange Pause für Van Ooijen und Traoré

Der KFC Uerdingen will am Sonntag bei Hansa Rostock die ersten Punkte holen.

Man kann wahrlich nicht behaupten, dass der Fußball-Drittligist KFC Uerdingen in dieser Spielzeit vom Verletzungspech verschont bleibt. Die medizinische Abteilung war schon in den vergangenen Wochen vor Saisonbeginn mit einigen Leistungsträgern intensiv beschäftigt. Die Physiotherapeuten bekamen auch in den vergangenen Tagen noch einmal Arbeit auf den Behandlungstisch.

Als hätte die 0:2-Niederlage am Montagabend gegen den SV Meppen nicht schon für genügend Frust im Team und Trainerstab gesorgt, meldete sich nach dem Spiel auch noch Rechtsverteidiger Omar Haktab Traoré für acht bis zehn Wochen aus dem Stand der verfügbaren Kaderspieler ab. Kurz vor Abpfiff, so erzählt es Trainer Stefan Krämer, habe sich der Mann aus Osnabrück einen Riss des Syndesmodebandes zugezogen. Sein Mitspieler Adriano Grimaldi, derzeit von Blessuren verschont, kann ihm davon ein Lied singen, wie langwierig so eine Verletzung am Sprunggelenk verlaufen kann. Der Stürmer fiel damit im Winter und Frühjahr 2019 zweimal hintereinander für lange Zeit aus.

Doch damit nicht genug: Der Niederländer Peter van Ooijen, auf dem im Mittelfeld hohe Erwartungen liegen, wird nach seiner langwierigen Verhärtung im Oberschenkel weitere sechs Wochen fehlen, teilte Krämer am Freitag mit. Die Personallage bleibt damit schon früh in der Saison angespannt. Die Dauerbelastung der 3.Liga hat noch gar nicht richtig gegriffen. Der Marathon hat gerade erst begonnen. Erst zwei der 38 Spiele liegen hinter der Mannschaft. Bis zum 22. Mai warten noch 36 Härtetests. So muss man beinahe jedes Spiel in der 3.Liga bezeichnen.

Führungskräfte wie Kapitän Assani Lukimya oder Jan Kirchhoff sind immer noch außer Gefecht, Osayamen Osawe und Van Ooijen ebenso. Und nun wird am Sonntag gegen Hansa Rostock im Ostseestadion auch noch der gesperrte Dave Gnaase pausieren müssen.

Trainer Stefan Krämer
legt den Finger in die Wunde

„Das ist in der Summe nicht unerheblich“, sagt Krämer: „Das sind Jungs, die wir im Umbruch gut gebrauchen können.“ Als Alibi für die beiden punktlosen Auftritte in Ingolstadt (1:2) und gegen Meppen (0:2) will der Cheftrainer der Uerdinger die Ausfälle aber nicht gelten lassen. Ausreden in den widrigen Umständen oder höheren Mächten zu suchen, ist nicht die Sache des 53-Jährigen. Er legt den Finger lieber in die Wunde. Im Training ordnete er daher Übungen an, in denen sich seine Spieler in direkten Duellen durchsetzen mussten. Aber auch das schnelle Umschaltspiel stand auf der Tagesordnung, wie auch offensive Zweikämpfe, ebenfalls ausgeführt in Eins-gegen-Eins-Situationen. „Wir hatten gegen Meppen viele gute Aktionen bis 20 Meter vor dem Tor, haben es aber nicht gut zu Ende gespielt. Da entscheiden sich aber oft Fußballspiele.“ 16 Flanken und 70 Prozent Ballbesitz, so rechnete Krämer vor, „da müssen wir einfach effektiver sein.“ Umgekehrt habe man nur drei Torschüsse zugelassen, aber zwei Gegentore kassiert. Dass sich die Erfolge der Arbeit bald einstellen werden, glaubt er ohne Zweifel: „Der Letzte, der die Überzeugung verliert, bin ich.“ Für Traoré wird aller Voraussicht nach Leon Schneider zu seinem Debüt im KFC-Dress kommen. Der 20-Jährige, im fernen Eisenhüttenstadt geboren, war im Juli aus der Reserve des 1. FC Köln nach Krefeld gewechselt. Als gelernter Innenverteidiger soll er nun die Flanke abdichten und sich in die Angriffe einschalten. Da hatte Omar Traoré schon gute Ansätze gezeigt. Ob KFC-Trainer Stefan Krämer offensiv mit einer oder zwei Spitzen agieren wird, ließ er noch offen. Ziel sei es, die vorderste Pressing-Linie der Rostocker zu überwinden. Auf ein bis zwei Positionen könnte es daher zusätzliche Veränderungen in der Startelf geben. Vielleicht auch mit einer Spitze und schnellen Flügelspielern: Gustav Marcussen, so Krämer, habe schon einmal vernünftig trainiert.