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KFC Uerdingen: Krämer hat keinen Aufstiegsstress

KFC Uerdingen startet in die Saison : Krämer hat keinen Aufstiegsstress

Der KFC Uerdingen ist mit 20 Spielern in die Saisonvorbereitung gestartet. Cheftrainer Stefan Krämer sah viele neue Gesichter, aus denen er eine „gute Mannschaft“ formen will.

Vor dem ersten Torschuss musste am Mittwochvormittag am Löschenhofweg erstmal das besorgt werden, worum es beim Fußball geht: Die Tore selbst. Die Zugänge des KFC Uerdingen packten mit an. Fußballer-Regeln. Auf Anordnung von Co-Trainer Stefan Reisinger trugen Hans Anapak, Omar Haktab Traoré, Fridolin Wagner und Leon Schneider sowie Dominic Maroh und Betreuer Andreas Boscheck ein großes Tor vom Nebenplatz ins Stadion. Teamarbeit, wie sie sich Cheftrainer Stefan Krämer wünscht.

Mit 20 Spielern, darunter drei Torhütern, startete der KFC in die Sommervorbereitung auf die am 18. September beginnende Saison in der 3. Liga. Nicht mit dabei waren Adam Matuschyk und Philipp Bachmaier, die keinen neuen Vertrag bei den Blau-Roten erhalten hatten.

Das Motto: Körperlich frisch, mannschaftlich geschlossen

Körperlich muss der KFC sich die Frische für eine beinharte Hinrunde mit kaum bis keinen Pausen in den kommenden sechs Wochen holen. Rund 25 Spieler soll der Kader der Krefelder zum Saisonstart besitzen. „Wir wollen auf nahezu jeder Position  doppelt besetzt sein“, erklärt Krämer, der zum Saisonstart auf Jan Kirchhoff (Muskelbündelriss) und Manuel Konrad (Erkältung) verzichten musste. „Bei Jan ist es schon gravierender, er wird uns voraussichtlich noch bis zu acht Wochen fehlen. Vorher kann er nicht ins Training einsteigen“, sagt Krämer. Vor Anfang November rechnet der Cheftrainer nicht mit einem Einsatz seines Kapitäns, der in der vergangenen Saison häufiger mal mit Muskelverletzungen zu kämpfen hatte. „Obwohl Jan so lange ausfällt, sind wir in der Innenverteidigung gut augestellt“, ist sich Krämer sicher. Mit den Zugängen Leon Schneider, Stefan Velkos und den Etablierten Assani Lukimya, Dominic Maroh und Edvinas Girvainis stehen fünf Kandidaten für die beiden zentralen Positionen in der Defensive zur Verfügung. Ob es noch Abgänge geben wird? „Ich kann das nie ausschließen, natürlich plant man auch ein Stück weit immer mit einem Schattenkader, weil man nie weiß, was passiert.“

Personellen Nachholbedarf sieht Krämer hingegen vor allem noch in der eigenen Offensive. Beide Außenbahnen sollen neu besetzt werden, ein Mittelstürmer kommen. „Und dann suchen wir nach dem Abschied von René Vollath natürlich noch einen Torwart.“ Am Mittwoch durfte sich der erste Kandidat beweisen. An der Seite von Lukas Königshofer und Julius Paris und unter den Augen des neuen Torwarttrainers Wolfgang Wimmer gab Matthias Hamrol seine Visitenkarte ab. Der 26-jährige Deutsch-Pole stammt aus der Jugend von Borussia Mönchengladbach und spielte zuletzt beim FC Emmen in der niederländischen Eredivisie. Aufgrund einer hartnäckigen Verletzung kam Hamrol dort aber nicht zum Zug, musste sogar operiert werden. Jetzt will der gebürtige Troisdorfer beim KFC einen Neuanfang schaffen. „Ob er es wird, weiß ich nicht“, sagt Krämer aber. Der Cheftrainer wünscht sich einen offenen Zwei- oder sogar Dreikampf im Tor, in dem in der vergangenen Saison bis zur Corona-Pause Lukas Königshofer seinen festen Platz hatte. Ob das so bleibt, wird die Vorbereitung zeigen. „Jeder kriegt seine Chance. Ich will aus den Einzelnen eine Einheit formen“, appelliert Krämer ans Kollektiv.

Tim Albutat will Teil von dem sein, was beim KFC gerade entsteht

Eine Ansprache, ein paar Athletik- und Passübungen sowie ein kurzes Abschlussspiel auf halbem Platz später, war der rund 80-minütige Auftakt auch schon wieder vorbei. Dem Trainer gefiel, was er sah. „Da war schon richtig Feuer drin zwischendurch. Das ist gut, das macht mir Spaß“, strahlte ein gut gelaunter Stefan Krämer. Seine Spieler hatten sich zu diesem Zeitpunkt den Schluck aus der Flasche bereits redlich verdient. „Ja, ist warm“, grinste Tim Albutat, der noch mal betonte, dass es die Perspektive war, die für ihn den Ausschlag zum Wechsel vom MSV Duisburg zum KFC Uerdingen gegeben hatte. „Hier entsteht etwas und ich will Teil davon sein.“

Das dritte Jahr in der 3. Liga soll möglichst das erfolgreichste werden. Das Wort Aufstieg nahm am Mittwoch aber weder der Trainer noch seine Spieler in den Mund. Krämer: „Wir schauen von Spiel zu Spiel. Ja, das klingt nach einer Floskel, aber wir fahren damit am besten.“ Ob der möglichen Schleudergefahr auf dem Trainerstuhl beim KFC mache er sich keine Sorgen. Auf die Frage, ob Mikhail Ponomarev seine Vorgabe, im dritten Jahr den Sprung in die 2. Bundesliga zu schaffen, vor der Saison noch mal erneuert hätte, sagte Krämer: „Mir gegenüber nicht. Ich mache mir keinen Stress, was die Platzierung angeht.“