KFC Uerdingen kassiert erstmals vier Gegentore

Pleite gegen Unterhaching: KFC verdirbt sich mit Pleite gegen Unterhaching den Jahresabschluss

Der Fußball-Drittligist verliert das letzte Spiel vor der Winterpause bei der SpVgg Unterhaching mit 0:4-Toren. Das ist die höchste Niederlage der Spielzeit - woran fehlte es?

Vier Gegentore in einem Spiel: Das gab es bei Fußball-Drittligist KFC Uerdingen in der Saison noch nicht gegeben. Wenn die Krefelder ihre Spiele verloren, dann ließen sie nur einmal mehr als zwei Gegentreffer zu – im Hinspiel war das, beim 1:3 gegen Unterhaching. Nun hat diese Mannschaft den Uerdingern die höchste Niederlage der Spielzeit eingebracht. 0:4 unterlag die Mannschaft von Trainer Stefan Krämer vor den Toren Münchens. Keine schöne Bescherung war dies einen Tag vor Weihnachten.

Die Ausgangslage bleibt
als Tabellendritter gut

Die Reisegruppe um Trainer Krämer und seine Mannschaft löste sich schon in Bayerns Landeshauptstadt München auf, die ersten verabschiedeten sich in den Urlaub, die Mehrzahl reiste mit dem Bus nach Krefeld zurück. Einige werden vom Düsseldorfer Flughafen dann den Flieger nehmen.

Eine Auszeit steht an bis Freitag, 4. Januar. Die klare Niederlage sacken lassen, aber auch zu wissen: Die Ausgangslage bleibt als Tabellendritter gut. Zwölf Siegen stehen sieben Niederlagen gegenüber. Krämer sagt: „Es war ein doofer Abschluss eines ansonsten erfolgreichen Jahres.“

Die 90 Minuten von Unterhaching werden nicht als vergnügungssteuerpflichtig in die Annalen des Clubs eingehen. Im Grunde war das Spiel bereits nach 45 Minuten verloren – 0:3 hieß es da. Krämer: „Wir haben die ersten zehn Minuten total verschlafen, sind nach dem 0:1 aber besser ins Spiel gekommen. Das 0:2 hat uns aber den Stecker gezogen.“ Kollege Claus Schramm befand: „Ich wusste, dass viele Tore fallen würden. Ich habe gehofft, dass wir eines mehr schießen würden als der Gegner. Das 3:0 war der Deckel, danach kam nicht mehr viel Gegenwehr.“

Co-Trainer Stefan Reisinger:
„Eine Halbzeit zum Vergessen“

Zur Pause hatte Uerdingens Co-Trainer Stefan Reisinger schon geklagt: „Das war eine Halbzeit zum Vergessen. Wir sind nicht wach, es ist zu lethargisch.“ Und Doppeltorschütze Stefan Schimmer sagt: „Es liegt uns irgendwie, wenn der Gegner mitspielen will, nicht nur hinten steht.“ Das musste man nicht unbedingt als Kompliment auffassen.

Bei den Uerdingern fehlte es im Vergleich zu den Vorwochen an der Effizienz, der Torgefahr, aber auch an der defensiven Stabilität. Krämer: „Das, was uns zuletzt auszeichnete, machte uns der Gegner vor.“ Der KFC-Trainer musste auf Rechtsverteidiger Kevin Großkreutz wegen Oberschenkelbeschwerden verzichten. Jan Holldack kam zu einem Einsatz. Nach nur zehn Minuten aber wurden die Krefelder kalt erwischt. Stefan Schimmer köpfte nach einer Flanke zum 1:0 ein. Die Uerdinger hatten mehr Ballbesitz, strahlten aber nur wenig Torgefahr aus. Mehrere Freistöße und Eckbälle fanden nicht den Weg ins Tor. Das machten die Gastgeber besser. Nach einem Einwurf kombinierten die Unterhachinger über drei Stationen, Schimmer erzielte das 2:0.

Unterhaching zeigt, warum es
die beste Offensive der Liga hat

Es kam noch schlimmer – ein Freistoß von Ex-Bundesligaspieler Sascha Bigalke flog in den Strafraum, sprang einmal auf und landete im Tor. Auch Torwart René Vollath kam per Hechtsprung nicht mehr an den Ball. In den vergangenen fünf Spielen kassierte der KFC nur ein Gegentor. Bei Unterhaching glückte alles. Alexander Winkler schoss einen Freistoß direkt ins Tor.

Die beste Krefelder Chance vergab Tanju Öztürk mit einem Kopfball nach einer Ecke Patrick Pflückes. Torgefahr, dafür standen am Sonntagnachmittag nur die Unterhachinger mit der besten Offensive der Liga.

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