KFC Uerdingen: Jugendleiter Patrick Schneider hat Baustellen

Pläne : Die sind die Baustellen von KFC-Jugendchef Schneider

Während die Spieler und die Trainer die Sommerpause genießen oder genossen haben, hat Patrick Schneider, Jugendleiter des KFC Uerdingen, einige teils neue Aufgaben zu bewerkstelligen.

Der Jubel nach dem Triple-Aufstieg der U19, U17 und U16 verbunden mit dem souveränen Klassenerhalt der U15 hallt beim KFC Uerdingen noch nach. „Seit den Aufstiegen gilt es die Mannschaften und den Verein für das höhere Niveau auszurichten“, sagt KFC-Jugendleiter Patrick Schneider. Vier Themen stehen dabei im Fokus.

Trainerposten

Im Leistungsbereich wird es keine Veränderungen auf den Trainerstühlen geben. „Die Trainer haben, unter schwierigen Bedingungen, einen guten Job gemacht. Ich trenne mich nicht von einem erfolgreichen Trainer, der seine sportlichen Ziele erreicht hat“, so der Jugendleiter.

Dafür hat Schneider das Amt des Jugendkoordinators neu geschaffen. Diese Aufgabe wird Dmitry Voronov übernehmen. Voronov stieß im vergangenen Sommer vom Düsseldorfer SC zum KFC und trainiert seitdem die U14. „Ich bin Leiter des Scoutings in der Jugend, kümmere mich um Turnier- und Spielansetzungen sowie weitere administrative Angelegenheiten“, erklärt Voronov seine Funktion. Schneider ergänzt: „Dmitrys Engagement war von Beginn an hervorragend, er macht einen guten Job und ist zudem zeitlich super verfügbar. Da fiel meine Wahl bei der Suche nach einem Assistenten schnell auf ihn.“

Insgesamt hat der KFC im Jugendbereich nur einen neuen Cheftrainer installiert. David Jancar hatte sich bei Schneider beworben und übernimmt zur neuen Saison die U11. Wöchentlich erreichen Schneider drei bis fünf Bewerbungen von Trainern. Diesen kann er momentan allerdings nur die Co-Trainer-Posten in der U15 und der U14 anbieten. „Bei diesen Positionen lassen wir uns Zeit, bis wir jemanden gefunden haben, bei dem es passt“, so Schneider.

Kaderplanung

Seit Januar stecken Jugendleiter Schneider und -koordinator Voronov gemeinsam mit den Trainern in den Planungen für Mannschaften. Seitdem konnten die Uerdinger etwa 150 Probespieler begrüßen, von denen knapp 30 Prozent übernommen wurden. Die Anzahl der Anfragen ist um ein Vielfaches größer. „Ziel ist es, dass wir ein Netzwerk aufbauen und Spieler längerfristig beobachten, ehe wir sie verpflichten“, erklärt Voronov. Im Blick stehen die drei Niederrheinliga-Teams. Die U19 war in der Aufstiegssaison gespickt mit Jungjahrgängen, somit bleibt ein großer Stamm von 18 Spielern erhalten. Ergänzt wird dieser von vier U17-Spielern und möglichst sieben Neuzugängen.

Bei den Zugängen hapert es teilweise noch an finanziellen Forderungen von Spielern, die alle aus Nachwuchsleistungszentren kommen. Schneider: „Wir wollen die laufenden Kosten so gering wie möglich halten. Meine Erfahrung ist, dass man auch ohne Gehälter in die Bundesliga aufsteigen kann“, sagt Schneider. Bei den B- und C-Junioren sind die Planungen ähnlich. Den Kern bilden knapp 20 Spieler, die bereits in der vergangenen Saison für den KFC Uerdingen aufgelaufen sind. Hinzu sollen noch etwa ein halbes Duzend Neuzugänge kommen.

Trainingsplätze

Wie bei den Senioren war auch in der Jugendabteilung das Thema Trainingsplätze in der vergangenen Saison eins der größten Problemfelder. In der kommenden Spielzeit erhoffen sich die Verantwortlichen bessere Trainingsmöglichkeiten. „In der vergangenen Saison mussten wir gemeinsam mit den Trainern, besonders in den Wintermonaten, viel improvisieren, um ein adäquates Training anbieten zu können“, erzählt Schneider.

Kraftzirkel unter der Haupttribüne der Grotenburg und gleichzeitige Trainingseinheiten von drei oder vier Mannschaften auf dem Kunstrasen waren keine Seltenheit. Der Kunstrasen wird derzeit von Granulat befreit und mit Sand aufgefüllt, damit er auch bei großer Hitze bespielbar ist. In der jüngsten Vergangenheit hatte zu viel Sonneneinstrahlung dazu geführt, dass das Granulat verklumpt und der Platz nicht bespielbar war.

Eine weitere Trainingsfläche bietet der Rasen vor der Grotenburg. Zudem hat der KFC dreimal pro Woche Trainingszeiten auf dem Sportplatz am Sprödentalplatz bekommen. Schneider: „Damit haben wir etwas mehr Trainingsfläche zur Verfügung als noch in der vergangenen Saison.“ Welche Fläche wie lange zur Verfügung steht, ist allerdings ungewiss. Der Rasen an der Grotenburg wird witterungsbedingt nicht ganzjährig zur Verfügung stehen, weitere Einschränkungen könnte die Sanierung der Grotenburg mit sich bringen. Die Sportanlage am Sprödental soll ebenfalls umgebaut werden und verfügt über kein Flutlicht. „Wir müssen unsere Trainingsmöglichkeiten kurzfristig planen. Ich denke, bis zur Zeitumstellung sind wir gut aufgestellt. Im Winter werden wir zusammenrücken müssen“, so Schneider.

Nachwuchsleistungszentrum

Im Falle eines Aufstiegs des KFC in die 2. Fußball-Bundesliga bliebe den Uerdingern ein Jahr Zeit, um ein Nachwuchsleistungszentrum aufzubauen. Bis dahin gilt es für Schneider, noch zahlreiche Vorgaben zu erfüllen. So dürften beispielsweise die A-Junioren dann nur noch 24 Spieler im offiziellen Kader führen, die Cheftrainer der Juniorenmannschaften müssten bestimmte Trainerscheine vorweisen, es müssten Schulkooperationen umgesetzt werden und pädagogische, psychologische sowie medizinische Betreuung müsste sichergestellt sein.

Aufgaben, die man, wenn auch mit etwas Kreativität, kurzfristig bewältigen könnte. Schneider leistet Vorarbeit, wo er kann. Er führt Gespräche mit Pädagogen, der KFC ist ganz frisch Mitglied im Netzwerk Krefelder Schulen. Die Spieler haben außerdem die Möglichkeit, mit Bernd Restle einen erfahren Physiotherapeuten aufzusuchen, der auch für Fortuna Düsseldorf im Einsatz ist.

Die schwierigste Aufgabe dürfte die der Trainingsplätze werden. Ein Nachwuchsleistungszentrum muss über drei Plätze, davon mindestens ein Naturrasenfeld, verfügen. „Vorerst würden mir zwei Kunstrasenplätze reichen“, so Schneider und fügt hinzu: „Ich bin sehr gespannt, ob uns neue Flächen zur Verfügung gestellt werden. Ich hatte auf die Anlage am Sprödental als langfristigen Trainingsort geschielt.“ Diese Überlegung ist jedoch mit dem Umbau zu einem US-Sport- und Leichtathletik-Zentrum hinfällig.